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Die Geschichte von Karle der Schlossmaus

Maus_200Im großen Barockschloss zu Ludwigsburg lebt die kleine Maus Karle. Karle ist eigentlich eine graue Hausmaus. Sie hat lustige, kleine Äuglein, ein spitzes Näschen und – verglichen mit den Öhrlein ihrer Mäusegeschwister – recht große, rosa Ohren. Karle vernimmt damit jedes Geräusch, die festen Tritte der Schlossbesucher, das Bellen der Hunde, das Kichern der Kinder, das Heranschleichen der Katze und die Musik der Menschen.

Karle wurde draußen nahe bei dem Schloss Favorite geboren. Aber sobald er laufen konnte und sein Futter selber fand, entfernte er sich täglich ein bisschen weiter von seinem Bau. Schön waren die Streifzüge durch den Märchengarten im Blühenden Barock. Und ab und zu traf er dabei Menschen.Wann immer er sie sah, waren sie guter Dinge, lachten viel und redeten freundlich miteinander.Er lauschte oft ihren Erzählungen, vor allem dann, wenn er spürte, daß sie warme, herzliche und liebevolle Töne enthielten. Karle labte sich an so manchem Leckerbissen, der auf der Erde lag, den die Menschenkinder aus ihren Süßigkeitentüten verloren hatten.

Eines Abends im August, die Sonne wollte gerade untergehen, da machte sich Karle wieder einmal auf, den Menschen nahe zu sein. Heute sahen sie so glücklich aus. Vielleicht finde ich einige Krümel eines Kekses oder einer Brezel. Mit schnuppernder Nase, vorsichtig auf die Katze achtend, schlich sich Karle an den Schlosswänden entlang, rannte schnell die Treppe hinauf, dann auf den Eingang des Schlosstheaters zu. Riecht es da vielleicht nach etwas Wurstpelle?

Aber was war den das? Welch zauberhafte Klänge und glockenklare Töne waren da zu hören. Das musste die Musik der Menschen sein. Wie versteinert hockte sich Karle auf die Treppe, die zur Königsloge führte und lauschte. Oh, wie schön! Wie wunderschön hört sich die Musik der Menschen an. Zunächst fürchtet sich Karle ein wenig. Wo er hinschaut nur Menschenfüße und Menschenbeine. Aufpassen, dass mich niemand platt tritt, denkt er. Da erklingt wieder die Musik. Sie kommt von ganz vorne, von der Bühne her. Dort muss Karle hin. Unter dem Holzpodest am Eingang des Orchestergrabens findet Karle ein großes Schlupfloch. Er schlüpft hinein und läuft mit seinen hoch aufgerichteten Ohren horchend dorthin, wo die Musik immer lauter und eindringlicher wird. Hier ist der richtige Platz , denkt Karle und setzt sich ganz nahe an den Dirigentenpult. Karle wird ganz still und nimmt die Musik in sich auf. Er schließt die Augen und horcht und genießt. Ist das schön! So klingen also die klaren Geigen, die weichen Bratschen, das volle Cello, der tiefe Bass und das silberhelle Cembalo.

Karle wird ganz warm ums Herz, ein Gefühl von Glück, Zufriedenheit und festlicher Stimmung steigt in Ihm auf.

Die Musik der Menschen verzaubert mich, sie macht mich so froh, bemerkte Karle, ich fühle Wärme in mir, aber auch Kraft und Stärke. Nun verstehe ich, warum die Musik der Menschen so große Dinge in Ihnen bewegt. Etwas Wundervolles durfte ich erleben, mein Platz ist immer hier, wenn die Musik spielt.

Mit knurrendem Magen versucht Karle einzuschlafen, er träumt von köstlichen und leckeren Abfällen. Knurrrr, knurrr, das Knurren kommt ihm auf einmal vor wie ein eben komponiertes Mäuselied. Ja, zufrieden wird mich die Musik machen und ganz still werde ich ihr zuhören und vielleicht finde ich doch so ab und zu ein paar Leckerbissen, das wäre so schöööön. Karle wird ganz glücklich und plötzlich ringelt sich sein Schwänzchen zu einem Herzchen. Noten

Eure
Sabinestern2

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Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 27. September 2009 um 15:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Karle die Schlossmaus abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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