Ciao Calotta

Gedicht aus dem Barock

IMG_0002

Ach Liebste laß uns eilen
Wir haben Zeit
Es schadet uns Verweilen
Uns beiderseit.
Der Edlen Schönheit Gaben
Fliehen Fuß für Fuß:
Daß alles was wir haben
Verschwinden muß.
Der Wangen Zier verbleichet
Das Haar wird greis
Der Augen Feuer weichet
Die Brunst wird Eis.
Das Mündlein von Korallen
Wird ungestalt
Die Händ’ als Schnee verfallen
Und du wirst alt.
Drumb laß uns jetzt genießen
Der Jugend Frucht
Eh’ wir folgen müssen
Der Jahre Flucht.
Wo du dich selber liebest
So liebe mich
Gib mir das wann du gibest
Verlier auch ich.

Martin Opitz

Ausdrucken

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 11. Oktober 2009 um 12:39 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Barock abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

 

Suchen

Mehr …

Archiv

Kategorien

Seiten

Tag-Wolke

 

© Ciao Calotta – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)