Wir sind eine ganz tolle kleine Familie.
Wir, das heißt Frauchen, Herrchen und ich.
Entschuldigung, ich bin ein Mini-Yorksshire Terrier und heiße Tessa. Geboren bin ich in Wolfsburg als “Indra von Terrys Checkpoint”. In meinem Impfpass steht “silver tan”.
Mein erstes Frauchen war schon etwas älter und ist gestorben und so kam ich nach einem halben Jahr wieder zurück in den Zwinger.
“Wir schauen uns den kleinen Hund mal an”, sagte Frauchen zu Herrchen. Es war Liebe auf den ersten Blick und sie nahmen mich gleich mit.
Zwei Tage später fuhren wir dann nach Ludwigsburg. Das war nämlich Frauchens Heimat. Herrchen wohnte bis dahin in Wolfsburg, ist aber Hamburger und zog mit mir nach Ludwigsburg. Jetzt wird es mir zu kompliziert.
Also wir fuhren nach Ludwigsburg in Frauchens Zuhause. Garten – herrlich, und viel Platz zum Tollen. Genau das richtige für mich. Da muss es doch einen Haken geben? Der Haken hieß Gini. Sie ist auch ein Yorki und gehört zur Familie von Frauchens Tochter, die auch dort lebt. Gini ist schon etwas älter, ist aber eine richtige Dame. Während ich gern im Garten grabe, passt sie auf, dass sie sich ja nicht dreckig macht. Sie ist wie eine ältere Schwester. Immer meint sie mir sagen zu müssen, was ich tun soll. Wenn ich dann nicht folge, machen wir “Ohren zwicken” und “Beine beißen”. Wir müssen ja schließlich feststellen, wer die Herrschaft hat. Leider meistens Gini, aber ich lass sie ja gewinnen vor lauter Respekt.
Ludwigsburg ist sehr schön. Es hat ein großes Schloss und zwei kleinere. Im großen Schloss gibt es einen Park mit ganz arg vielen Gerüchen. Ich kann mich gar nicht satt riechen. Das eine kleine Schloss ist ein Jagdschloss. Da darf ich wegen den Hirschen und Rehen nicht rein. Man hat Angst ich könnte sie erlegen. Ich bin froh, wenn mir keiner was tut! Aber Frauchen sagt, das hänge mit dem Wort “Gerechtigkeit” zusammen. Es würde ja auch größere Hunde geben und in jedem Hund stecke ein Jagdtrieb. Ich habe auch einen, habe ich festgestellt: wenn die Tauben in meinen Garten kommen, laufe ich auch bellend hinter ihnen her. Mit hoch erhobenem Kopf und aufgestellter Rute springe ich danach zu Frauchen und hole mir mein Lob ab, wie fein ich das gemacht habe.
Das andere kleine Schlösschen liegt an einem noch kleineren See. Da spazieren wir immer drum rum. Ich passe dann aber auf, dass ich ja nicht nass werde.
Die Spaziergänge mit Frauchen und Herrchen genieße ich. Egal ob sie mit mir in den Wald oder über Felder und Wiesen streifen. Das passiert jetzt noch viel öfter, denn sie haben ein neues Hobby: Geocaching. Jemand tut in eine Tupperschüssel irgendwas und versteckt sie dann irgendwo und dann suchen wir sie. Das macht Spaß.
Ruft mich da nicht Frauchen? Dann spute ich mich mal lieber, vielleicht hat sie was Leckeres für mich oder wir gehen Gassi. Tschüüüüüüüss.
Eure
Tessa![]()
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Wirklich nett Geschichte.
Ist auch super zu lesen.
Comment: Markus Kreuz – 26. Oktober 2009 @ 17:28
Das hast du wirklich ganz toll geschrieben— warte schon jetzt wann neue Geschichten von Tessa kommen ;-)
LG
Comment: Maike – 02. November 2009 @ 10:45
[...] Gini’s Frauchen und Herrchen und wir, Frauchen und ich, die Tessa beschließen [...]
Pingback: Ciao Calotta » Tessa und die Burg Weibertreu | – 04. Januar 2013 @ 21:15