Ciao Calotta

Karle entdeckt Eberhard Ludwig

Samstag, 17. Oktober 2009 von Ciao Calotta

Maus_100Mhhhh, geht es mir gut. Das Stückchen Käse von Seppl war so lecker. Karle strich über sein Bäuchlein. Heute möchte ich auf eine weitere Erkundungstour im Schloss gehen. Aber warum heißt Schloss Ludwigsburg, eigentlich Ludwigsburg.

Im Mai 1704 klopfte der Herzog Eberhard Ludwig in Begleitung des Baumeisters Jenisch mit einem silbernen Hämmerchen auf den Grundstein und sagte: Dies sei die Ludwigsburg.

Es sollte ein Jagdlustschloss werden. Das alte Jagdhaus genügt den Ansprüchen nicht mehr um große Feste zu feiern. Die Jagd war schließlich eine große Leidenschaft des Herzogs. Er stiftete den Hubertusorden für die Jagd. Ein begehrter Orden. Und bald wurde aus dem Jagdlustschloss eine Residenz und dann das größte Barockschloss. So steht es geschrieben.

Hab ich ihn nicht gerade gesehen, fragte sich Karle. Er rieb mit seinen samtweichen Pfoten in seinen Äuglein. Ja, es war Eberhard Ludwig. Ehrfurchtsvoll schaute Karle wie der Herzog würdevoll die Schlosstreppe hinaufschritt, gefolgt von seinem schwarzen, treuen Hund Mélac. Karle schaute mit großen Äuglein den beiden nach.

Oben auf der Treppe empfängt der Herzog seine Mätresse Wilhelmine von Gräfeniz. Ach, ist die schön. Der Herzog begrüßt sie mit einem Handkuss und schaut ihr tief in die wunderschönen Augen. Karle wurde es ganz warm ums Herz. Ich kann gar nicht glauben das die Ludwigsburger sie nicht mögen. Wer so schön ist, kann doch nicht böse sein.

Karle huscht am Rand der Treppe hinauf. Puh, ich komm ganz außer Atem. Nach der ersten Treppe macht Karle eine kurze Pause. Er schaut sich um und sieht ein Deckengemälde. Ich kann mich nicht sattsehen, denkt Karle. Diese wunderschönen Farben und die lieblichen Figuren. Ist das nicht sie, die Gräfenitz. Lächelt sich mich nicht von diesem Bild aus an?

Knurrrrrrrr, war das schon wieder mein Magen? Mal sehen was ich hier zu essen finden kann. Schnell huscht Karle die Treppe weiter nach oben. Da steht der Seppl in seiner roten Livree mit großen goldenen Knöpfen. Seppl kennt Rosine, eine Küchenmagd. Von ihr bekommt Seppl immer die leckeren Brote zugesteckt. Gerade wird er abgelöst und geht in die Essstube der Diener. Ich werde ihm natürlich sofort unauffällig folgen. Aber schnell muss ich nochmal einen Blick auf das Deckengemälde werfen. Na sowas, hat sie mir etwa zugezwinkert?

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Eure
Sabinestern2

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Ein bisschen was über Mozart

Mittwoch, 14. Oktober 2009 von Ciao Calotta
  • 1756 – Wolfgang Amadeus Mozart wird am 27.1 in Salzburg geboren
  • 1759/61 – Mozart bekommt ersten Klavierunterricht und schreibt als Fünfjähriger seine erste Komposition
  • 1762 – Erste Konzertreise nach Wien und München
  • 1763/64 – Weitere Konzerte in Frankfurt (Mozart spielt vor Goethe), Paris und London
  • 1767 – W.A. Mozart schreibt seine erste Oper
  • 1769-71 – Bei seinen insgesamt drei Italienreisen wird Mozart von Papst Clemens XIV zum “Ritter zum Golden Sporn” ernannt
  • 1772 – Mozart wird Kapellmeister beim Salzburger Erzbischof
  • 1778 – Tod der Mutter
  • 1781 – Mozart läßt sich in Wien nieder und freundet sich mit Josef Haydn an
  • 1782 – Heirat mit Konstanze Weber
  • 1784 – Aufnahme bei den Freimaurern
  • 1786 – Komposition von “La Nozze de Figaro” (Die Hochzeit des Figaro) – Wendepunkt in Mozarts Leben
  • 1787 – Mozart schreibt die Oper “Don Giovanni” und wird Kammerkompositeur am Wiener Hof; Mozart unterrichtet kurze Zeit Ludwig van Beethoven am Klavier
  • 1788/90 – Mozart ist gesundheitlich und finanziell am Ende; Kompositionsaufträge durch König Friedrich Wilhelm II. bringen keine Besserung
  • 1791 – Uraufführung der “Zauberflöte”; Mozart stirbt am 5.12. in Wien unter ungeklärten Umständen

Wolfgang A. Mozart war ein begeisterter Tänzer. Er versäumte weder die öffentlichen Maskenbälle im Theater, noch die Hausbälle von Freunden.

In einem Brief schreibt er:

Vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. Wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört, – was nur eine Stunde? – Nein Nein – Morgens um 7 uhr;

Mozart komponierte für die Tanzformen seiner Zeit. Insgesamt sind uns aus seiner Feder rund 130 Menuette, 40 Kontratänze, 49 Deutsche und 6 Ländler überliefert.

Zur Zeit Mozarts war die Tanzmode stark von Frankreich geprägt und Kontratänze waren sehr beliebt. Diese Tänze regten dazu an, immer wieder neue Figurenkombinationen zu erfinden. Sie sind ein Spiel mit bewegten Linien und Formen in Raum und Zeit.

Und wie das Wolferl sagen würde:

….ach kommt geschwind her ihr lieben, wir machen ein tanzerl.

Das Neuste erzählte Mozart von seiner Reise. Verwundert beschreibt er die beheizten Schuhe der Französinnen:

Hier haben die Frauenzimmer nichts als Chaufretten unter den Füssen, kleine hölzerne und mit Blech gefüllte Kästchen, die durchlöchert sind, darin ein glühender Ziegel, oder heisse Aschen, oder erdene Kästel mit Glut gefüllt. Mich erstaunten auch die Pariser Klosetts mit Wasserspülunge ebenso wie in London den grad erst erfundenen Blitzableiter und merkwürdig berührte ihn die Tea-Time.

Eure
Sabinestern2
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Justinus Kerner

Montag, 12. Oktober 2009 von Ciao Calotta

11Der reiche Fürst

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

Herrlich, sprach der Fürst von Sachsen,
Ist mein Land und seine Macht,
Silber hegen seine Berge
Wohl in manchem tiefen Schacht.

Seht mein Land in üpp’ger Fülle,
Sprach der Kurfürst von dem Rhein,
Goldne Saaten in den Tälern,
Auf den Bergen edlen Wein!

Große Städte, reiche Klöster,
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,
Schaffen, daß mein Land den euren
Wohl nicht steht an Schätzen nach.

Eberhard, der mit dem Barte,
Würtembergs geliebter Herr,
Sprach: Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält’s verborgen: -
Daß in Wäldern, noch so groß,
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.

Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
Graf im Bart! Ihr seid der Reichste,
Euer Land trägt Edelstein!

von Justinus Kerner

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Gedicht aus dem Barock

Sonntag, 11. Oktober 2009 von Ciao Calotta

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Ach Liebste laß uns eilen
Wir haben Zeit
Es schadet uns Verweilen
Uns beiderseit.
Der Edlen Schönheit Gaben
Fliehen Fuß für Fuß:
Daß alles was wir haben
Verschwinden muß.
Der Wangen Zier verbleichet
Das Haar wird greis
Der Augen Feuer weichet
Die Brunst wird Eis.
Das Mündlein von Korallen
Wird ungestalt
Die Händ’ als Schnee verfallen
Und du wirst alt.
Drumb laß uns jetzt genießen
Der Jugend Frucht
Eh’ wir folgen müssen
Der Jahre Flucht.
Wo du dich selber liebest
So liebe mich
Gib mir das wann du gibest
Verlier auch ich.

Martin Opitz

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Empire

Sonntag, 11. Oktober 2009 von Ciao Calotta

09.05.2004 - 11.27 IIDie französische Revolution beendete das leichtfertige Treiben der Rokokogesellschaft. Philosophische Ideale und die Antike mit ihren klaren Formen sind nun Vorbild in allen Bereichen.

Mode:

Obwohl sich die Rolle der Frau an dem, was man unter Antike verstand, orientiert, Frauen auch in philosophischen Zirkeln mitdebattieren, sollen sie doch auf der anderen Seite weiterhin zarte und sanfte Wesen sein- und weiblich, weiblich, weiblich.

Die zeitliche Einordnung des Empire, bzw. des englischen Regency, liegt relativ eng in den Jahren zwischen 1795 und 1820, wobei sich das Regency im Großen und Ganzen, wie auch in den Jahrhunderten zuvor, durch größere Vernunft bei Schnitten und Stoffen auszeichnet. Die Kleidung des Empire kopiert in weiten Grenzen ebenfalls die antiken Vorbilder – oder das, was man dafür hielt. Grundlage ist immer das weich fließende, hoch gegürtete weiße Chemisenkleid aus feinster und dünnster Seide oder indischem Baumwoll-Mousseline. Es umspielt den Körper bei jeder Bewegung und stellt auf diese Weise durch den Gegensatz aus scheinbar strengem Schnitt und scheinbar unschuldigem Weiß die nahezu erotischste Kleiderform der gesamten Modegeschichte dar. Die Schuhe dazu bestehen aus einer hauchdünnen Ledersohle und sind mit Bändern das Bein hinauf geschnürt – wieder ganz nach antikem Vorbild.

Vorreiter bei dieser Mode sind (natürlich) die Französinnen, bei denen es Wettbewerbe um das leichteste Kleid gab (die Kleider wurden tatsächlich ausgewogen). Man trug als Unterwäsche lediglich ein hautfarbenes Trikot, und es sind entrüstete Berichte biederer deutscher Frauen berichtet, in denen die “nackte Mode” im Sündenbabel Paris gebrandmarkt wird. Die Kehrseite der Medaille sind reihenweise schwer unterkühlte bzw. an Erkältungskrankheiten gestorbene junge Frauen, die auch im Winter nicht mehr als ein Umschlagtuch über diesen hauchzarten Kreationen trugen, und die in den eiskalten, nahezu unbeheizten Schlössern ausharrten – und das nicht nur in Frankreich, sondern auch im von Frankreich geprägten Petersburg. Neuere Forschungen haben ergeben, dass ein guter Teil der “Schwindsüchtigen” der damaligen Zeit (die man bislang als Tuberkulosetote interpretierte) ganz einfach den Kälte – und Grippetod erlitten. Bezeichnenderweise trugen alle diese Erkrankungen den summarischen Namen “Musselinkrankheit” nach dem hauchdünnen Baumwollstoff, aus der die Kleider bevorzugt zu sein hatten. Zum Hof wird die Chemise mit einer mehr oder weniger langen Schleppe ergänzt, die reich bestickt ist, und ein zeremonielleres, “angezogeneres” Kleidungsstück darstellt. Die Länge der Schleppe von Courschleppe und Chemise ist streng reglementiert. Sie hängt vom Status ihrer Trägerin ab, und geht durchaus bis hin zu vier Metern. Es ist leicht vorstellbar, wie schwierig es war, eine Viermeterbahn hauchzarter Seide durch einen mit Möbeln und Menschen bestückten Raum zu lotsen (von denen der weibliche Teil ja ebenfalls Schleppe trug), ohne wesentliche Teile des Mobiliars umzureißen, oder sich mit einer der anderen Damen zu verheddern.

Anmut und Grazie waren jedoch ein derart wesentlicher Teil des weiblichen Lebens, dass in vielen langen Stunden derartige Unterfangen ausgiebig geübt wurden. Genauso geübt wurde übrigens das malerische in-Ohnmacht-sinken, eine Tat, bei der die Schleppe auch noch gefällig um den scheinbar leblosen Körper drapiert werden musste.

Die Männerkleidung im Empire erfährt nur einen erheblichen Bruch: Die Kniehosen werden zugunsten der “Sansculottes”, der langen Hosen aufgegeben. Ansonsten wird sie lediglich weniger farbenprächtig als im Rokoko, und Farben und Schnitte ähneln schon sehr der heutigen Herrenmode.

In Anlehnung an die weißen Statuen wurde Weiß eine der beliebtesten Farben; extrem hohe Taillen und schmale Silhouetten zeichneten ansonsten das Bild der typischen Empiregarderobe einer modischen Dame aus. Herren trugen ebenfalls Fräcke mit hoher Taille.

Tänze:

Die Tänze des 19. Jahrhunderts sind nicht mehr kunstvoll, nicht mehr raffiniert. Sie sind ausgelassen und wild. Außerdem führte der Mangel an Herren, der infolge der napoleonischen Kriege an den Höfen herrschte, dazu, dass Choreografien bevorzugt wurden, in denen ein Herr mit zwei Damen tanzte, so z. B. die Douze, ein Gruppentanz für vier Herren und acht Damen, oder der Trioletwalzer, dessen „Paare“ aus jeweils einem Herrn und zwei Damen bestehen. Unter den Tänzen wurde besonders der Ländler beliebt, der Dreher oder Deutscher sind der gleiche Tanz. Er ist langsamer als der Walzer und das Paar dreht ständig, aber ohne enge Paarfassung.

Das Entsetzen über Walzer, die Sorge vor allem um das Wohl der Mädchen und unterschiedliche Begründungen finden sich in vielen Schriften der Zeit. Warum die Angst? Es wurde ausschließlich 800 Jahre lang offen getanzt und nun kommt der Walzer mit einer engen Paarfassung und seinen raschen Drehbewegungen. Die zündende Kraft der Musik von Johann Strauss und Weber, Chopin und vielen anderen Komponisten machten ihn so populär und beliebt. Er war ein Bürgertanz und löste am Hof Empörung aus. 1793 tanzten ihn bei ihrer Doppelhochzeit die spätere Königin Luise und ihre Schwester. Auf dem Wiener Kongress lockerten sich dann die Sitten mit Rücksicht auf die ausländischen Gäste. Der Kongress tanzt – natürlich Walzer. Aber es gab immer noch Ausnahmen. Der Walzer galt nicht überall als hoffähig.

Englisch – Tanzen war der Oberbegriff für alle Contretänze. Ein bekannter Englischer ist die Quadrille und eine Sonderstellung nimmt die Cotillon ein, die gerne ein Fest beschließt.

Das Tanzfest eröffnet eine Polonaise. Der Tanz wurde schon im Barock getanzt. Wegen seines kriegerischen Ausdrucks mit stampfen und Stechschritten passte er vom Charakter nicht in diese Zeit. Erst wieder im 19.Jahrhundert, als berühmte Polonaisen komponiert wurden hielt sie wieder Einzug.

Die Mazurka wurde zu einem Gesellschaftstanz. Sie war ein polnischer Nationaltanz. Ein so genannter Stiefeltanz mit Hackenknallen.

Ein böhmischer Nationaltanz ist die Polka. Auch sie wurde bekannter als sich ihr namhafte Komponisten annahmen. Ein bekannter Wechselschritt mit Nachhüpfer, herausstrecken der Hacken mit einem überkreuzen der Fußspitze und einem Mitwiegen des Oberkörpers zur jeweiligen Seite.

Zum Schluss der Galopp. Wer ihn tanzte kam so aßer Atem, dass er eine Pause einlegen musste. Er wurde in einfachen Anstellschritten durch den Saal oder auch an seiner Peripherier entlang getanzt

Im 19. Jahrhundert tanzt der Adel wie das Volk. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Eure

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