
Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wenn dein Gesicht
Voll Engellicht
Den Gruß des Friedens winket.
Ein süßer Blick,
Ein Wink, ein Nick,
Glänzt mir wie Frühlingssonnen;
Den ganzen Tag
Sinn’ ich ihm nach,
Und schweb’ in Himmelswonnen.
Dein holdes Bild
Führt mich so mild
An sanfter Blumenkette;
In meinem Arm
Erwacht es warm,
Und geht mit mir zu Bette.
Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wem süßer Blick
Und Wink und Nick
Zum süßern Kusse winket.
Ludwig Heinrich Christoph Hölty
Isabella gehört in der Commedia dell’arte zu den Figuren der Innamorati – den Liebenden. Die Liebenden bringen in die Commedia dell’arte einen kleinen Hauch von Seifenoper.
In Stücken der Commedia dell’arte spielen sie eine wichtige Rolle.
Isabella ist elegant und nach dem Schrei der letzten Mode gekleidet. Sie ist eine Dame. Eine Innamorati wie Isabella, Columbine, Calotta, Flavia, Leandro, Silvio, Flavio und viele Andere mehr, tragen keine Maske.
Wir treffen Isabella in Situationen wie Liebe, Neid und Klatsch. Zusammen mit den unterhaltenden Masken, wie Arlecchino, Panthalone, Brigellha und dem Dottore finden wir Isabella in Verwicklungen und Intrigen wieder. Sehr oft spielt sie die Tochter von Panthalone. Manchmal balzt auch einer der Älteren, wie der Dottore nach ihr.
In einem Canovaccion (Drehbuch), so wie es immer ist in einer Komödie, findet Isabella ihren Liebsten. Sie schwören sich ewige Liebe und Treue.
Eure
Sabine

Der schwarzgewandete Pestarzt mit der Vogelschnabelmaske ist ein beliebtes Kostüm im venezianischenKarneval.
Auch Johann Wolfgang von Goethe und sein Vater Johann Caspar stürzten sich ins Getümmel der Lagunenstadt – und berichteten darüber. Den Senior erschauerte das „bestialische Vergnügen“, denn „man schämt sich nicht einmal sich als Krüppel oder Aussätziger zu verkleiden“. Der Sohn staunte 1786 auf seiner italienischen Reise ebenfalls über närrische Dimensionen: „Der Karneval beginnt am 5. Oktober und dann gibt’s noch einen kleinen zu Himmelfahrt. Danach kann man auf gut sechs Monate rechnen, wo alle Welt maskiert geht, Priester und Laien, selbst der Nuntius und der Türschließer der Kapuziner“.
Der Pestarzt
Bei seinen Krankenbesuchen versuchte der Pestarzt sich vor dem Pesthauch durch eine vor Mund und Nase vogelartigen Maske zu schützen, die einen Schwamm enthielt der mit Essig oder Kräutersäften getränkt war. Das Krankenzimmer musste vor dem Arztbesuch gründlich gelüftet worden sein, andernfalls wurde der Patient herausgetragen. Der Körperkontakt mit dem Kranken beschränkte sich auf gelegentliches Pulsfühlen, im Übrigen berührte der Pestarzt seine Patienten mit einer Rute oder einem Stab.
Doktor Schnabel
Kleidung wider den Tod zu Rom. Anno 1656. Also gehen die Doctores medici daher zu Rom, wann sie die an der Pest erkrankte Personen besuchen, sie zu curiren und tragen, sich vor dem Gift zu sichern, ein langes Kleid von gewäxtem Tuch. Ihr Angesicht ist verlarvt, für den Augen haben sie grosse crystalline Brillen, vor den Nasen einen langen Schnabel voll wohlriechender Specerey, in der Hände, welche mit Handschuhen wohl versehen ist, eine lange Ruthe und damit deuten sie, was man thun und gebrauchen soll.
Eure
Sabine![]()
Ich bin jetzt schon ganz kirre. Karneval habe ich ja letztes Jahr mit Frauchen zum ersten Mal erlebt.
Auf den Umzügen im Karneval ist es immer ganz lustig. Caruso, ein junger, echt hübscher Labrador hat mich zwar vor den Hexen gewarnt, aber zu mir sind sie immer ganz lieb. Außer, sie nehmen mein Frauchen mit, dann mag ich sie nicht mehr. Hexen hat es hier eh sehr viele und unterschiedliche, aber auch andere Masken aus Holz. “Das kommt von der Alemannischen Fastnet“, sagt Frauchen. Was auch immer das wieder ist, aber ich muss ja auch nicht alles wissen. Wenn mich dagegen jemand fragt wer die besten Würstchen hat, dann kann ich seine Frage gleich natürlich beantworten – unser Metzger Braun in Sontheim.
Frauchen kennt sehr viele von den Narren. Die Mistelhexen und Neckartalhexen oder die Rombala, Wobachspatzen und noch viele Zünfte mehr. Aber sie fallen mir grad nicht ein.
Wir sind, besser gesagt Frauchen ist mit dem Venezianischen Karneval unterwegs. Natürlich auch in Venedig, aber der Rummel wird immer schlimmer, sagt sie und leider sehe man auch nicht mehr so aufwändige Kostüme. Ein Erlebnis sind die Bälle in Venedig, aber für den teuren Eintritt könnte Frauchen mir ganz viele Knochen kaufen.
Helene, eine Pudeldame von Nachbars, hat ein Faschingskostüm bekommen. Natürlich ein Girlie-Kostüm. Krieg ich auch eins? Die Piratenbraut würde mir gefallen. Gini meint das Schneewittchen würde besser zu mir passen. Wie meint sie das?
Aber Frauchen findet Faschingskostüme für Hunde furchtbar. Tja, das wird dann wohl nix mit meiner Piratenbraut. Hmm, vielleicht hat sie auch recht, sieht schon ein bisschen komisch aus.
Dann gehen Gini und ich eben als Yorky-Damen. Spass haben wir auch so genug.
Wuff, eure
Tessa![]()
Beine, Beine, Beine, nichts als Beine. Wahnsinnig, was hier los ist. Gini ist gerade bei uns zu Besuch. Wir sind in der Stadt. Und wie Frauchen sagt: “shoppen”.
Viele Gerüche breiten sich aus. “Den Geruch kenn ich”, sage ich zu Gini, “das ist der hübsche Biewer-Yorkie ‘Borris’”. Ein interessanter Typ. Er hat mir Einiges von Heilbronn erzählt. Aber leider hatte es sein Herrchen eilig und wir konnten uns nicht weiter unterhalten. Ach, schade, der ist so süüüüß.
Vor der Stadtgalerie habe ich die Witterung von Helene aufgenommen. Sie ist eine Pudeldame und sehr verwöhnt. Da ist sie ja auch schon, leider kommen wir an ihr nicht vorbei. “Mein Frauchen hat mir ein Strasshalsband für fast 100 Euro gekauft, gell das ist schön” erzählt sie Gini und lässt sich bewundern.
Mich interessiert das gar nicht und ich möchte so schnell wie möglich weg. Da finde ich die Rote Wurst, die sich Frauchen gekauft hat, viel besser. Vielleicht fällt was für mich ab?
Frauchen möchte sich eine Handtasche kaufen und verschwindet im Kaufhof. Herrchen, Gini und ich gehen lieber draußen ein bisschen flanieren.
Dort am Brunnen stehen Seppl, ein Langhaardackel, und Kira, eine Colliedame, und tratschen. Ich zieh einfach mal dort hin – und siehe da – Herrchen folgt mir. “Wie geht es euch denn?”, frage ich sie. “Langweilig”, sagt Seppl, “Immer rein in die Läden und raus aus den Läden”. “Wir waren gerade im Paparazzi einen Espresso trinken” sagt Kira. “Igitt, du trinkst diese bittere dunkle Brühe?” frage ich sie. “Nee, mein Frauchen, das ist doch nichts für Hunde”, antwortet Kira. “Ciao ihr Zwei”, sag ich, “da kommt mein Frauchen”.
Jetzt gehen wir bitte heim, sagt sie zu Herrchen. Anscheinend war es nix mit dem Taschenkauf und irgendwie scheint sie genervt. Aber wir kommen ja noch an ihrem Lieblingsladen vorbei. Im Promod war Frauchen dann mit einem Oberteil erfolgreich. Herrchen sagt: “Der Tag ist gerettet”. Wie er das wohl meint?
Ich freue mich, dass es heimgeht und wir endlich nach Hause laufen. Mit erhobener Rute tibbel ich von dannen. Platsch, das war eine schöne Pfütze. “Tessa!”, sagt Frauchen, “dass heißt nachher baden”. Baden!!!!!! Das ist ja furchtbar. Warum muss so ein schöner Tag so enden?

Eure
Tessa![]()