Ciao Calotta

Rotkäppchen, die etwas andere Geschichte

Mittwoch, 29. Juni 2011 von Ciao Calotta

 

Gerade habe ich Rotkäppchen abgeholt. Eine Plastikspinne mit einem roten Nanocachebehälter.

Sie war an einer Regenrinne an dem Freigängerheim der JVA in Heilbronn seit einem Jahr befestigt. “Rotkäppchen gehörte zu den Märchencaches, die ich rund um Heilbronn verstecke.

Aber was ist ein Cache? Der Begriff gehört zu dem Hobby “Geocaching”. Er ist ein Behälter, der zumindest ein Logbuch und je nach Größe verschiedene Kleinigkeiten, wie Geocoins oder Travelbugs (Tauschgegenstände) beinhaltet, die dann an einem besonderen Ort versteckt und mittels GPS-Daten von Geocachern gesucht werden, wie bei einer Schnitzeljagd.

Nano-Caches sind besonders kleine Cache-Behälter in Größe eines Fingerhutes oder kleiner.
Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo das Verstecken eines größeren Behälters nicht möglich ist. Mittlerweile gibt es immer mehr neue, kreative Ideen um einen Cachebehälter zu Verstecken.

Rotkäppchen, ein roter Nano wurde von mir in den Körper einer Plastikspinne gefriemelt und an der Regenrinne des Freigängerheims magnetisch befästigt.

Aber warum gerade an diesem Ort?

Der Gedanke kam mir bei einem Tatort, der sich um sogenannte Rotkäppchen handelte. Und das Freigängerheim an der Straße passte zu dem Gedanken.

Häftlinge, vor allem Gewalttäter, üben auf viele Frauen eine eigenartige Faszination aus. Je nach Bedürfnis projizieren sie in die Männer hinter Gittern entweder Heldentum oder Hilfsbedürftigkeit. Doch die Frauen, von den Wärtern höhnisch “Rotkäppchen” genannt, helfen dabei zuallererst sich selbst. Von Doja Hacker

Letzte Woche erhielt ich nun eine E-mail in der man mich darauf aufmerksam machte, dass Rotkäppchen vom Sicherheitsdienst der JVA entfernt wurde. Ich könnte beim Sicherheitsdienst einen Termin ausmachen und Rotkäppchen abholen.

Heute war nun der Tag “R”.

Ich parkte in einer Seitenstraße und ging mit sicheren Schritten zum Tor der JVA. Dort traff ich den Sicherheitsbeamten, der mir eine haarsträubende Geschichte von meinem “Rotkäppchen” erzählte.

So könnte es gewesen sein: Die Sicherheitsbeamten haben einen Freigänger längere Zeit beobachtet. Sie ertappten und überführten ihn wie er Drogen aus dem kleinen Nano nahm. Und das nicht zum ersten Mal.

Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. An so etwas habe ich nicht mal im Traum gedacht.

Ich sah mich schon in Handschellen abgeführt, aber so weit kam es dann doch “Gott sei Dank” nicht. Der freundliche Sicherheitsbeamte übergab mir “Rotkäppchen” und meinte dazu: “Wäre für Geocaching eine nette Idee gewesen, aber ……….”

Schade, aber manchmal sollte man vielleicht doch erst über Ort und die Folgen nachdenken, bevor man einen Cache versteckt. Die Menschen sind halt doch manchmal schlechter, als man glaubt.

Zu diesem Erlebnis habe ich mir eine “Jailers” erstanden. Taschen, die richtig schick sind.

Mein “Rotkäppchen” bekommt jetzt erstmal einen Platz bei mir im Schrank, bis mir eine neuer Ort und ein neues Märchen für den nächsten Cache einfällt.

Mir schwebt da schon was im Kopf herum -”Sesam öffne dich” ………………………

Eure

Sabine

Es wird momentan keine neuen Caches geben, da am Wochenende in einem anderen Cache von uns ein Päckchen mit grünem, eindeutigen Inhalt gefunden wurde. So macht für uns “Geocaching” keinen Spass. Ich habe alle Märchencaches  (12) von uns deaktiviert.

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Barocker Theatersommer La fête champêtre

Dienstag, 28. Juni 2011 von Ciao Calotta

Flötenspielwerk aus dem 18. Jahrhundert

Dienstag, 28. Juni 2011 von Ciao Calotta

Lebenskunst

Freitag, 10. Juni 2011 von Ciao Calotta

“Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt, sie ist ein Geisteszustand. Sie ist Schwung des Willens, Regsamkeit der Phantasie, Stärke der Gefühle, Sieg des Mutes über dir Feigheit, Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit.Niemand wird alt, weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat. Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.

Mit den jahren runzelt die Haut, mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele. Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, angst und Hoffnungslosigkeit, das sind die langen, langen Jahre, die das Haupt zur Erde ziehen und den Geist in den Staub beugen.

Ob siebzig oder siebzehn, im Herzen eines jeden Menschen wohnt die Sehnsucht nach dem Wunderbaren. Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel. so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit.

So lange die botschaften der Schönheit, Freude, Kühnheit, Größe, Macht von der Erde, den Menschen und dem Unendlichen dein Herz erreichen, – solange bist du jung.”

Mario Betti

Ich habe dieses Gedicht in dem Magazin “natürlich gesund & munter” gelesen und war hellbegeistert. Mario Betti war mir vorher nicht bekannt.

Eure

Sabine

 

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