by Ciao Calotta | September 10, 2011 2:02 pm
Seit Dienstag bin ich wieder zu Hause in Heilbronn bei meinem Mann und unserer Yorkihündin Tessa. Was habe ich mein Zuhause vermisst und doch vermisse ich auch Hüttenbühl, die Rehaklinik, die auch ”Hübü” genannt wird.
Vor 6 Wochen bin ich dort angereist, als eine Frau, die sich selber nicht wiedererkannte.
Ich fühlte mich immer müde und ausgelaugt. Das Konzentrieren fiel mir schwer, schlief in der Nacht gerade mal 3 Stunden, hatte zu nichts Lust und verlor den Spaß an vielen schönen Aktivitäten.
Immer mehr Bekannte fragten mich was mit mir los sei. Der Besuch beim Hausarzt brachte die Diagnose “Burn out.”
Dann ging alles ganz schnell. Innerhalb von 2 Monaten bekam ich von der Rentenversicherung den bewilligten Bescheid für eine Reha mit dem Ziel “Rehaklinik Hüttenbühl” in Bad Dürrheim. Eine psychosomatische Klinik im Schwarzwald. 6 Wochen sollte ich dort verbringen. Ich war bestürzt, hatte ich doch mit höchstens 2 bis 3 Wochen gerechnet. Aber dann beruhigte ich mich und ließ alles auf mich zukommen.
“Nette Gegend, schönes und modernes Haus”, dachte ich so für mich.
In Hüttenbühl empfing mich eine nette Schwester und brachte mich zu meinem Zimmer. Dieses war klein, hatte alles was ich benötigte und gefiel mir. Mein Domizil für die nächsten 6 Wochen.
Zum Auspacken hatte ich noch eine Stunde Zeit. Pünktlich um 12:30 Uhr gab es im Speisesaal das Mittagessen. Als ich dort eintrat überkamen mich Erinnerungen an meine Internatszeit, die nicht gerade toll waren. Das fängt ja gut an, dachte ich für mich.
Nach dem Essen hatte ich einen Termin zum Erstgespräch mit meinem Arzt und Therapeuten.
Vor dem Abendessen sollte ich noch kurz in mein Postfach am Empfang schauen, denn dort befand sich mein Plan für die Wochenaktivitäten. Termine, Termine, Termine. Mir rauchte der Kopf.
Angelika meine Hübü-Patin, sie war schon die 5. Woche da, zeigte mir die verschiedenen Einrichtungen, wie Badebereich, Waschmaschine, Turnhalle, Teeküche und Therapieräume der Station. So manchen Tipp von Angelika lernte ich später schätzen. Hundemüde fiel ich ins Bett.
Am Anfang fiel es mir sehr schwer, mich an den Wochenplan zu gewöhnen und auf alles einzulassen, aber von Woche zu Woche fiel es mir leichter und somit ging es mir auch besser.
Ich stellte fest, dass ich sehr großes Glück mit meinem Therapeuten und der Bezugsgruppe in der Gruppentherapie hatte. Sie waren alle ganz toll. Ob Sigi, der immer mehr aufblühte; Ralf, das humorvolle Sensibelchen; Sabine, die so gerne noch geblieben wäre; Elfi, die vor Lebenslust sprühte; Birgit, die wieder langsam Spaß am Leben fand; Susi, dem Wirbelwind und Joe, dem Master of Disaster.
In Hübü befanden sich Menschen, von denen man verstanden wurde, die ähnlichen Probleme verbanden. So schnell wird man zu Hause solche Leute nicht finden.
Ob Gabi, die ich liebevoll “Paradiesvogel” nannte; Angelika, die Ruhige; Lisa, die so gerne schläft, Manu und Heidi, mit denen sich eine innige Freundschaft entwickelte; Mamiko, die süsse, musikalische Japanerin, die mir ein so wundervolles Abschiedskonzert bescherte oder die Bubens: Horst, Herbert aus Kölle, Herbert, der große Maler, Herbert, der Ruhige, Erhard, Jürgen, Uwe, Heinz, Thomas und Sven mit denen ich mich prächtig und neckend verstanden habe.
Wir alle fühlten uns wie eine große Familie und jeder war für Jeden da. Dieses Gefühl war sehr schön, welches ich nur bei meinem Mann erlebe.
Mit diesem Blog wünsche ich euch allen, dass sich eure Ziele und Wünsche erfüllen und bedanke mich für eure Freundschaft.
Denkt einfach an einen Regenbogen mit Namen Hübü, der uns alle trägt und immer wieder Kraft gibt, denn zusammen waren wir unschlagbar.
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