Ciao Calotta

Tagträumerei

Ich stehe am Fenster und stelle fest:“ Heute regnet es nur einmal.“ Grau in Grau. Wer braucht diesen hartnäckigen Regen? Ich bestimmt nicht.

Für einen Moment schließe ich die Augen und komme ins träumen. Ein Vogel sollte ich sein, dann könnte ich hinfliegen wohin ich wöllte, denke ich so vor mich hin.

Stimmenwirrwarr. Es sind verschiedene Sprachen, Weiblein und Männlein, die ich da höre. Noch fühle ich mich wie im Nebel, aber langsam wird alles deutlicher.

Das Vaporetto auf dem ich mich befinde, ist brechend voll. Zum Glück ergattere ich an der nächsten Haltestelle einen Sitzplatz im Freien. Ich bin in Venedig.

Sonnenstrahlen spüre ich wie eine Liebkosung auf der Wange. Der Geschmack von Salz macht sich in meinem Mund breit und der Wind streichelt mein Haar.

Mit der Linie 2 fahre ich nach San Marco. Die Nr. 2 fährt schneller und mit weniger Stopps durch den Canal Grande und legt an den Haltestellen Tronchetto, Piazzale Roma, Giudecca, Zattere, S. Giorgio, S. Marco und Lido an. Die Insel Guidecca sehe ich auf der rechten Seite und auf der linken Seite die Haltestelle Zattere. Da möchte ich aussteigen.

Auf dieser Seite von Venedig trifft man weniger Touristen. Hier ist es wunderschön.

Ich höre das schlagen der Wellen gegen die Holzpfähle und das kreischen der Möwen. Irgendwo trällert ein Tenor „Nessun dorma“ aus dem Radio.

Ich brauche nur ein paar Minuten zu der Kirche Angelo Raffaele.

Eine kleine Bar mit ein paar Tischen im Freien ladet zum Verweilen ein. An der Theke bestelle ich mir einen Cappuccino, einen Gingerino vino und ein Tramezzino mit Thunfisch und Ei. Zwei ältere Herr prosten mir mit einem Ombra zu. Ich schenke ihnen mein bezaubendstes Lächeln. Schwupp die wupp steht auch ein Gläschen Roter vor mir. “Salute!”Draussen sitzt niemand an den kleinen Tischen und ich habe freie Auswahl. Ich genieße die Sonne und schaue zwei Frauen zu, die sich eifrig unterhalten. Kinder spielen an einem Brunnen mit dem Wasser und ein kleiner Hund jagt eine Taube.

Hier lässt es sich aushalten.

Irische Volksmusik von „Flogging Molly“ holt mich wieder unsanft zurück. Mein Handy mit meinem neuen Rufton. „Hallo, Sabine Sch……………..“

Es regnet immer noch. Leider ist diese kleine Tagträumerei vorbei, aber ich fühle mich frisch und gut.

Eure

Sabine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausdrucken

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 02. Juni 2012 um 12:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Stadt/Leute, Venedig abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

«  –  »

1 Kommentar

  1. Ciao Calotta ;)

    Ich war noch nie in Venedig, vielleicht musste ich deshalb das Vaporetto, das kleine “Dampfschiffchen” bei Wikipedia nachkucken, kann schon sein.

    Eine kleine Reise, weil es bei uns auch Grau in Grau ist, allerdings hellgrau, müsste ich wo anders hin unternehmen. Zweifel habe ich daran, ob die Beschreibung denn ebenso lebendig wäre, das geht bei mir noch nicht so locker flockig über die Tasten.

    Es ist zwar Sonntag früh, grau ist es allerdings immer noch und ein Gläschen Roter wäre vielleicht, um denn dieses triste Wetter erträglicher zu machen, auch hilfreich. Natürlich auch nur einen “geträumten Roten”, für einen richtigen wäre es denn doch noch etwas früh…

    Liebe Grüße

    Comment: Waelti – 03. Juni 2012 @ 10:08

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.

Suchen

Mehr …

Archiv

Kategorien

Seiten

Tag-Wolke

 

© Ciao Calotta – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)