Ciao Calotta

Pomp, Glanz und auch ein Tanzerl

Sonntag, 17. März 2013 von Ciao Calotta

barockdame Wir befinden uns im Zeitalter des Rokokos.

Dekor ist alles. Das frivole Treiben am Hofe bestimmt Mode und Lebenseinstellung. Phantasievolle Maskenfeste lösen einander ab und keine Dekorationsidee ist zu kühn oder zu verrückt. Die Vergänglichkeit des Augenblicks wird gefeiert. Gleichzeitig beginnt aber auch der Aufbruch in die Aufklärung.

Die Frauen sind fröhliche, verspielte, betont erotische Geschöpfe.

Um ihre Neugierde auf das eine oder ander Accesoire zu befriedigen, werde ich das incognito lüften.

Was trägt den die Baronin für einen schwarzen Fleck auf der Wange?

Ein Mouche – Ein Schönheitspflästerchen, das auf ausgesuchte Stellen getragen wurde. Je nach Standort trägt das Mouches einen anderen Namen.

Das Galante – auf der Wange

Das Leidenschaftliche – am Augenwinkel

Das Kokette – am Mundwinkel

Das Mörderische – am Busen

Die Kleidung ist wie alles in dieser Gesellschaft verfeinert. Glänzende Stoffe, kostbare Spitzen sowie aufwendige Stickereien von oft hochdotierten (aber leider selten bezahlten) Stickerinnen zieren Kleider, Westen und Jacken. Ein Hofkleid kann durchaus den Gegenwert eines gesamten Landgutes haben, gute Spitzen sind teurer als Diamanten und werden auch als Halsschmuck getragen.

L’amour“ wurde Gegenstand eines vergnüglichen und

spannenden Glückspiels.“Le jeu“ hat gesellschaftlich abzulaufen. Es unterliegt anerkannten Regeln. Der Fächer wird zu einem Requisit qui est trés important in diesem Spiel. Man kann ihn diskret sprechen lassen.

Was sagt mir Madame ? –Suive-moi! Folge mir? (re. geschl. vor dem Gesicht) Wer würde dieser Aufforderung widerstehen, messieurs?

Interessant ist das Gestell unter dem Kleid -Panier– Brotkörbchen. Hergestellt wird das Panier aus Korbgeflecht oder Fischgebein. Es betont die Hüfte und lässt die schmale Tallie wirken, die teilweise bis auf 40 cm mit einem Mieder gechnürt wurde. Dies gilt als besonders erotisch.

Zu den Strümpfen trägt man ein Strumpfband. Es ist die hohe Zeit des Strumpfbandes. Sinnbild schmachtender Liebe und verstohlener Lust. Ein skandalöses Accessoire der weiblichen Toilette, der sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Das Rascheln beim laufen der Damen nennt man fou fou und gilt als absolutes muß. Auch die Namen der Stofffarben sind sehr orginell Gossendreck, vergifteter Affe, purpurner Floh oder Pipi vom Dauphin.

Ich muß auch die Perücke erwähnen, die jede Dame oder jeden Herrn schmückte.

Nach dem Tragen wurde sie allerdings in einen Vogelkäfig gelegt, damit die Vögel sie von Parasiten befreien konnte.

Das Neuste erzählte Herr Mozart von seiner Reise.

Verwundert beschreibt er die beheizten Schuhe der Französinnen. Hier haben die Frauenzimmer nichts als chaufretten unter den Füssen, kleine hölzerne und mit Blech gefüllte Kästchen, die durchlöchert sind, darin ein glühender Ziegel, oder heisse Aschen, oder erdene Kästel mit Glut gefüllt. Mich erstaunten auch die Pariser Klosetts mit Wasserspülunge ebenso wie in London den grad erst erfundenen Blitzableiter und merkwürdig berührte mich die Tea-Time.

Wolfgang A. Mozart war ein begeisterter Tänzer. Er versäumte weder die öffentlichen Maskenbälle im Theater, noch die Hausbälle von Freunden.

In einem Brief schreibt er:

Vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. Wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört, – was nur eine Stunde? – Nein Nein – Morgens um 7 uhr;

 Mozart komponierte für die Tanzformen seiner Zeit. Insgesamt sind uns aus seiner Feder rund 130 Menuette, 40 Kontratänze, 49 Deutsche und 6 Ländler überliefert.

Die Kontratänze des 18 Jahrhunderts lassen sich nach der Art der Aufstellung und des Tanzablaufs in zwei Gruppen einteilen:

1. in der Tanzform der Anglaise – in einer Gassenaufstellung und

2. in der Careéaufstellung – im Viereck, Cottillon oder Quadrille genannt.

Country Dances finden sich schon im 17. Jahrhundert und wurden dann nach Frankreich unter dem Namen Contredance gebracht.

Zur Zeit Mozarts war die Tanzmode stark von Frankreich geprägt und Kontratänze waren sehr beliebt. Diese Tänze regten dazu an, immer wieder neue Figurenkombinationen zu erfinden. Sie sind ein Spiel mit bewegten Linien und Formen in Raum und Zeit.

Und wie das Wolferl sagen würde:

….ach kommt geschwind her ihr lieben, wir machen ein tanzerl.

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 Eure

Sabine stern2

 

 

 

 

 

 

 

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Die Perücke, ein Zeichen der Macht

Samstag, 20. Oktober 2012 von Ciao Calotta

Der Ursprung der Perücke in dieser Zeit liegt angeblich in der Eitelkeit eines Mannes:

Sonnenkönig Ludwig XIV soll, so heißt es, die Perücke eingeführt haben, um seine Glatze zu verbergen.

Bei den Damen wurden bis ca. 1710, noch Fontangen mit hoch aufgetürmtem Vorderhaar getragen, diese wurden aber immer niedriger, bis sie schließlich ganz verschwanden und von kopfnahen Frisuren abgelöst wurden, unter denen sich die sogenannten Kurzhaarfrisuren (à la mouton) befinden. Mme Pompadour ist auf den meisten Darstellungen mit dieser Frisur abgebildet.

 Erst ab ca. 1770, als das Rokoko sich dem Ende zuneigt, wurden die Frisuren höher und voluminöser, so daß Haarteile und Drahtgestelle nötig wurden. Die Turmbauten der 1770er/80er verlangten mehr, als die Natur und geschickte Friseure zu leisten vermochten: mehr Haar, also Haarteile wurden nötig.

Wer es sich leisten konnte (bzw. wegen des höfischen Zwangs mußte, bestellte sich wöchentlich oder täglich den Friseur, während andere sich alle paar Monate die Perücke neu machen ließen und sie ein- oder zweimal im Monat aufsetzten.

Eine richtig gute Perücke war aus Menschenhaar, und wieviele weißhaarige Frauen mit langem Haar waren wohl bereit, das ihre zu verkaufen? Eher waren es junge Frauen, die aus Not ihr Haar verkauften, das dann allerdings alle möglichen Farben hatte. Deshalb wurden die guten Perücken aus naturfarbigem Haar gefertigt. Schlechtere Perücken aus Tierhaar (Büffel oder Pferd). Nachdem die Frisuren meist sehr kunstvoll waren, wurde sie mehrere Tage nicht frisiert und natürlich auch nicht gewaschen.

Allerdings wurden die Frisuren jeden Tag gepudert.Die Reichen hatten sogar eigene Puderkammern, die für diese Tätigkeit zur Verfügung standen.

Puder scheinen die Damen anfangs nur wenig verwendet zu haben. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß sie zunächst eher das eigene Haar trugen, auf dessen Länge, Feinheit und Glanz sie sich etwas einbildeten. Mit dem zunehmenden Einsatz von Haarteilen und Perücken gewann das Pudern den Vorteil, daß es eventuelle Farbunterschiede zwischen dem Eigenhaar und den Haarteilen kaschierte.

Der Puder war nicht immer weiß, sondern ebensooft grau oder blond. Selbst für rötliches Puder gibt es zeitgenössische Rezepte.

 Über den Kopfputz des Rokoko sind womöglich mehr Halbwahrheiten und maßlose Übertreibungen verbreitet als über jeden anderen Aspekt der Mode. Da gibt es Geschichten über Fontangen, die viermal so hoch wie der Kopf waren, daß die Damen aufrecht schliefen, um die Frisur zu schonen, oder über turmhohe Aufbauten.

Oder eine Dame die eine Perücke (mit leckerem Weizen- oder Kartoffelmehl gepudert) in der Ecke des Ankleidezimmers stehen ließ und erst Wochen später wieder hingeschaut hatte und darin Mäuse nisteten, und so war sie tagelang das Gespött des Hofes. Man erzählt auch das die Perücke oft nach dem Tragen in einen Vogelkäfig gelegt wurde, damit die Vögel sie von Parasiten befreien konnte.

Für all diese Geschichten gilt:

“In bunten Bildern wenig Klarheit,
viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit”
(Goethe: Faust I)

 Eure

Sabine

 

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Die Gräfin bittet zum Bad

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Ciao Calotta

„Alltag im Barock“ von Gabriele Praschl- Bichler beschreibt die Pflege und Hygiene.

Hier ein kleiner Ausschnitt für Interessierte.

Um von der im 17. und 18. Jahrhundert nur mit geringen Aufwand, wie die trockene Toilette, betriebene Körperpflege zu erhalten, muss man zuerst einmal versuchen, die zeitgenössische Angst vor Wasser nachzuempfinden. Man fürchtete, dass sie in die Haut eindringende Stoffe, Wasser und Luft die Organe schädigen könnten. Diese Anschauung als lachhaft abzutun, würde der barocken Gesellschaft gegenüber eine grobe Ungerechtigkeit darstellen, da auch der Mensch des 21. Jahrhunderts seinen Körper nur denjenigen Pflegemitteln aussetzt, die Wissenschaft und Naturheilkunde empfehlen oder als ungefährlich bezeichnen.

Grundsätzlich scheint man umfangreiche Säuberungen nur anlässlich hoher feste oder offizieller Anlässe durchgeführt zu haben.

Die Reinigung im Haus nimmt man gewöhnlich mit Hilfe von Waschschüsseln vor, die sich im Schlafzimmer befinden. Vollbäder wurden in Badehäusern genommen. (S. 75, 76)

Private Badezimmer waren eine seltene Luxuseinrichtung und eine Sensation.

Diejenigen, welche naß baden wollen; setzten sich in eine Bade=Wanne, die mit Wasser angefüllt ist. Zu diesen Stuben nun ist insgemein iemand bestellet, welches denen Bade=Gästen aufwartet, auch ist insgemein ein Bader bey der Hand, wenn jemand schröpfen will …… (Zedler ,3.Bd., S. 98)

In einer Eintragung von Engelbert Kaempfer vom 17.4. 1683, der sich auf Reisen von Schweden

nach Russland befindet, erfährt man von den dortigen für Mittel- und Südeuropäer ungwöhnlich fortschrittlichen sanitären Einrichtungen, wo sogar „Bauern …. eine Badestube oder ein abgesondertes Badehaus … haben.“

Ich stelle es mir auch ganz schön kompliziert vor, wenn ein Hofstaat, der etwa 800 Menschen betraf, öfter baden wöllte. Die Wege wären zu lang jeden Einzelnen zu erreichen. Zusätzliche Räume mit Öfen zum erhitzen des Wassers und jede Menge Personal wären nötig gewesen.

Na da bin ich aber froh, dass ich baden kann wann ich möchte.

Ich habe ein ein pflegendes, harmonisierendes und wohltuendes Bad für euch kreiert.

 

Das Gräfin zu Waldenburg Bad

2 EL Jojobaöl

2 EL Avocadoöl

400 g Sahne

10 Tropfen Bergamotte Parfümöl

Dazu ein Glässchen Prosecco und viel Spass bei dem Genuß der Sinne

Eure

Sabine

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Ein Riechsalzfläschchen gehört in jedes Damentäschchen

Montag, 16. Januar 2012 von Ciao Calotta

 

In früherer Zeit hatten die Damen meisten ihr Riechsalzfläschchen griffbereit, um damit Ohnmachten, die durch die eng geschnürten Korsetts begünstigt wurden, vorzubeugen.

Heute kann Riechsalz eine beruhigende Wirkung bei Stress und vielen Situationen haben, wo du erst einmal tief durchatmen musst.

 

Als Zutaten benötigst du:

3 Esslöffel Glaubersalz

1 Teelöffel Vanillzucker

1 Prise gemahlenener Zimt

1 Prise gemahlene Gewürznelke

1 Prise gemahlener Anis

1 Prise gemahlener Ingwer

1 Teelöffel Parfümöl

1/2 Teelöffel 70% igen Alkohol

Alsdann werden die Gewürze und das Salz in einem Gefäß gut miteinander vermischt. Dann das Parfümöl im Alkohol auflösen und unter ständigem Umrühren tropfenweise der Mischung beigeben, bis die gewünschte Parfümierung erreicht ist.

Damit ist das Riechsalz fertig und du kannst es in ein Glasfläschchen abfüllen.

Viel Spass beim ausprobieren und experimentieren

Eure

Sabine

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Gedicht aus dem Rokoko

Sonntag, 29. November 2009 von Ciao Calotta

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Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wenn dein Gesicht
Voll Engellicht
Den Gruß des Friedens winket.

Ein süßer Blick,
Ein Wink, ein Nick,
Glänzt mir wie Frühlingssonnen;
Den ganzen Tag
Sinn’ ich ihm nach,
Und schweb’ in Himmelswonnen.

Dein holdes Bild
Führt mich so mild
An sanfter Blumenkette;
In meinem Arm
Erwacht es warm,
Und geht mit mir zu Bette.

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wem süßer Blick
Und Wink und Nick
Zum süßern Kusse winket.

Ludwig Heinrich Christoph Hölty

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