In früherer Zeit hatten die Damen meisten ihr Riechsalzfläschchen griffbereit, um damit Ohnmachten, die durch die eng geschnürten Korsetts begünstigt wurden, vorzubeugen.
Heute kann Riechsalz eine beruhigende Wirkung bei Stress und vielen Situationen haben, wo du erst einmal tief durchatmen musst.
Als Zutaten benötigst du:
3 Esslöffel Glaubersalz
1 Teelöffel Vanillzucker
1 Prise gemahlenener Zimt
1 Prise gemahlene Gewürznelke
1 Prise gemahlener Anis
1 Prise gemahlener Ingwer
1 Teelöffel Parfümöl
1/2 Teelöffel 70% igen Alkohol
Alsdann werden die Gewürze und das Salz in einem Gefäß gut miteinander vermischt. Dann das Parfümöl im Alkohol auflösen und unter ständigem Umrühren tropfenweise der Mischung beigeben, bis die gewünschte Parfümierung erreicht ist.
Damit ist das Riechsalz fertig und du kannst es in ein Glasfläschchen abfüllen.
Viel Spass beim ausprobieren und experimentieren
Eure

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wenn dein Gesicht
Voll Engellicht
Den Gruß des Friedens winket.
Ein süßer Blick,
Ein Wink, ein Nick,
Glänzt mir wie Frühlingssonnen;
Den ganzen Tag
Sinn’ ich ihm nach,
Und schweb’ in Himmelswonnen.
Dein holdes Bild
Führt mich so mild
An sanfter Blumenkette;
In meinem Arm
Erwacht es warm,
Und geht mit mir zu Bette.
Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wem süßer Blick
Und Wink und Nick
Zum süßern Kusse winket.
Ludwig Heinrich Christoph Hölty
Wolfgang A. Mozart war ein begeisterter Tänzer. Er versäumte weder die öffentlichen Maskenbälle im Theater, noch die Hausbälle von Freunden.
In einem Brief schreibt er:
Vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. Wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört, – was nur eine Stunde? – Nein Nein – Morgens um 7 uhr;
Mozart komponierte für die Tanzformen seiner Zeit. Insgesamt sind uns aus seiner Feder rund 130 Menuette, 40 Kontratänze, 49 Deutsche und 6 Ländler überliefert.
Zur Zeit Mozarts war die Tanzmode stark von Frankreich geprägt und Kontratänze waren sehr beliebt. Diese Tänze regten dazu an, immer wieder neue Figurenkombinationen zu erfinden. Sie sind ein Spiel mit bewegten Linien und Formen in Raum und Zeit.
Und wie das Wolferl sagen würde:
….ach kommt geschwind her ihr lieben, wir machen ein tanzerl.
Das Neuste erzählte Mozart von seiner Reise. Verwundert beschreibt er die beheizten Schuhe der Französinnen:
Hier haben die Frauenzimmer nichts als Chaufretten unter den Füssen, kleine hölzerne und mit Blech gefüllte Kästchen, die durchlöchert sind, darin ein glühender Ziegel, oder heisse Aschen, oder erdene Kästel mit Glut gefüllt. Mich erstaunten auch die Pariser Klosetts mit Wasserspülunge ebenso wie in London den grad erst erfundenen Blitzableiter und merkwürdig berührte ihn die Tea-Time.
Eure
Sabine![]()


Dekor ist alles. Das frivole Treiben am Hofe bestimmt Mode und Lebenseinstellung weiter Schichten. Phantasievolle Maskenfeste lösen einander ab und keine Dekorationsidee ist zu kühn oder zu verrückt. Die Vergänglichkeit des Augenblickes wird gefeiert. Gleichzeitig beginnt aber auch der Aufbruch in die Aufklärung, eine entschiedene Abkehr von Kirche und Religion, eine Hinwendung zu Philosophie und Wissenschaft. In diesem Spannungsfeld sind Frauen einerseits fröhliche, verspielte, betont erotische Geschöpfe, anderseits aber auch Mäzeninnen und Vorreiterinnen der neuen Ideen.
Die Farben der Kleidung sind – wie alles in dieser Gesellschaft – aufs höchste verfeinert. Zarte Pastelle schimmern in glänzenden Seiden- und Moiré -Stoffen mit dem leuchtenden Weiß kostbarster Spitzen um die Wette. Aufwendigste Stickereien von oft hochdotierten (aber leider selten bezahlten) Stickerinnen zieren Kleider, Westen und Jacken. Ein Hofkleid kann durchaus den Gegenwert eines gesamten Landgutes haben, gute Spitzen sind teurer als Diamanten und werden auch als Halsschmuck getragen.Die Schnitte sind weit und üppig, oft verspielt und gerne mit großem Dekolletè. Die Frauenkleider behalten die Aufteilung in Jupe(Unterrock) und Manteau (Oberkleid) bei, die sie im späten Barock hatten. Daneben entwickelt sich aus dem „Negligé“, einem sackartigen Hausgewand, das aber sehr wohl über Schnürmieder und Reifrock getragen wurde, die „Adrienne“. Diese ist ein Zwischending beider Kleiderformen, in dem das weite Negligé noch durch eine am Halsausschnitt angesetzte, reich gefaltete und nahtlos ins Kleid übergehende Schleppe erhalten ist. Dieser Schnitt nennt sich „Wattaufalte“, nach dem gleichnamigen französischen Hofmaler, auf dessen Gemälden diese Kleiderform häufig zu sehen ist. Die Rockformen gehen vom runden Reifrock bis hin zum extremen Queroval der „Grande Parure“ genannten prunkvollen Hoftoilette mit meterlangen seitlichen „Auslegern“. Anderseits wurde am Ausgang des Jahrhunderts das knöchelkurze Kleid „a la Polonaise“ modern, eine Kleiderform, die wiedergibt, was sich die höfische Gesellschaft zur Zeit Marie Antoinettes so unter einem Kleid einer Schäferin vorstellte.
Lediglich die kühleren Briten lassen sich nicht ganz mitreißen und entwickeln ihren eigenen, Praktischeren und tragbaren Stil. Die Schnitte bleiben gemäßigt, Kapriolen und Extreme finden keinen Eingang in die englische Kleidung. Die Modeszene würdigt das, indem sie die verschiedenen Kleiderformen als „a la Francais“ (d.h. mit querovalem Reifrock, Wattaufalte und großem Aufputz) und „a la Anglais“ (d.h. mit relativ kleinem runden Reifrock und einfachem Schnürmieder) benennt. In England entwickelt sich gegen Ende des Jahrhunderts bereits vor der Französischen Revolution die Vorstufe zum hoch gegürteten Empirekleid mit nach oben versetzter Taille, die ohne Reifrock getragen wurde – eine Tatsache, die kaum bekannt ist.
Die Männerkleidung behält die „Justaucorps“ genannte lange Jacke mit großen Ärmelaufschlägen bei, die lediglich im Laufe der Zeit etwas schlanker in der Silhouette wird, und die zusammen mit langer Weste, Spitzenhemd und Kniehose die in Europa einheitliche Tracht darstellt. Auch hier tragen Engländer schon relativ früh eine weniger opulente Version mit noch schlankerer Jacke mit kleineren Ärmelaufschlägen, ohne große Stickereien oder Spitzenmanschetten. Sie ähnelt schon sehr der späteren Empire- und Biedermeiertracht.
Die Hofkleidung ist derart teuer (und unbequem), dass sie auch nur zu offiziellen Anlässen getragen wird. Zu Hause legt man sofort Kleid oder Herrengala und die Perücken ab und trägt Negligé oder wattierten Schlafrock und Schlappen. Den Kopf bedeckt eine Haube oder Nachtmütze, denn der Kopf war oft der Perücken wegen kahl rasiert, aber auch damit man die Krätze besser behandeln konnte.
Phantasievoll wie alles in dieser Zeit sind im Übrigen auch die Namen der Stoff-Farben: Floh (spezifiziert nach alter und junger Floh, Flohrücken, Flohschenkel usw.), vergifteter Affe und sterbender Affe, Nönnchenbauch, Pipi von Dauphin oder Gossendreck sind einige davon. Im Gesicht und Dekolleté werden die berühmten „Mouches“, die schwarzen Schönheitspflästerchen getragen, von denen ebenfalls jedes einen bestimmten Namen und eine Bedeutung erhält (das leidenschaftliche wird am Augenwinkel angebracht, das galante sitzt mitten auf der Wange, das kokette gehört an den Mundwinkel, das mörderische schließlich trägt man am Busen).
Genauso mußte man den Fächer beherrschen. Auch für ihn gab es eine Sprache (über die Wange gleiten lassend – Ich liebe Dich!, weit öffnend – Warte auf mich!, öffnend und schließend – Du bist grausam! usw.).
Bei den Herren wird die naturfarbene lockenreiche und extrem warme Allongeperücke des späten Barock abgelöst durch kleinere Perücken unterschiedlichster Form, die fast ausschließlich weiss oder grau gepudert werden.
Tanz:
Die Rokokozeit ist die graziösere und leichtere Abart des Barock.
Das Menuett war der Tanz des 18. Jahrhunderts. Er galt über hundert Jahre als der schönste und schwerste Tanz und wird als einziger Satz in die Sonatenkomposition aufgenommen. Aber das Menuett ist kein Tanz für jedermann, denn es verlangte eine vollendete Körpertechnik, die man nur durch jahrelangen Tanzunterricht erreichen konnte. Mit ihm drückte man Würde, Eleganz und blasierte Müdigkeit aus.
Allein in Paris gab es damals ca. 300 Tanzmeister, die alle gute Einnahmen hatten. Menuette wurden zu zweit, zu viert oder zu acht getanzt. Es wurde noch symmetrisch, mit Schritten, die eine liegende acht beschrieben, dann wurde ein S daraus, später eine 2 und schließlich das Z.
Mit der Französischen Revolution wich alles Geschnörkelte und die Künstlichkeit.
Eure
Sabine![]()