Als Lieblingsblume des Barock zierte die leuchtende Pracht der Tulpen fürstliche Gärten und blühte selbst in bürgerlichen Stuben. Damals hatte die Pflanze exotischer Herkunft bereits eine recht bewegte Vergangenheit hinter sich.
Die Blume aus der Gattung der Liliengewächse war hoch geschätzt und weit verbreitet. In der Barockzeit längst kein Neuling mehr.
Um 1556 hatte Ghiselin de Busbecq als Gesandter des deutschen Kaisers Ferdinand , die Ahnen der Tulpe am osmanischen Hof kennengelernt. Dort wuchsen sie wild oder in wunderschönen Gärten. Die Regierungszeit Soleimans II wurde die “Tulpenzeit” genannt. Was die Lilie den Bourbonen, war die Tulpe den Osmanen.
Busbecq schickte Tulpenzwiebel nach Wien. Dort wurden sie von Charles L’Ecluse kultiviert und vermehrt. In den folgenden Jahrzehhnten blühten die Tulpen in immer mehr fürstlichen Lustgärten und zierten so manches Anwesenen eines wohlhabenden Patrizier, vor allem in Süddeutschland.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam sie vor allem in Holland und Frankreich in Mode.
Der Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach hat ab 1715, “in seinem Carlsruhe ein Eden sich erbaut”. Als herrlichste von allen , als “elegantissima spezies” galt die Tulpe, die in der Gunst des Markgrafen an erster Stelle stand. Markgraf Karl Wilhelm war nicht nur ein Liebhaber sondern auch ein Kenner der Pflanzenwelt. So ließ er an seinem Hofe neue Tulpensorten züchten. 1725 wurden im Karlsruher Garten 559 Tulpensorten gezählt.
Auf Blumenporträts im Goldrahmen mit weißblauer Schärpe geschmückt, prangen drei Tulpen unter hochherrschaftlichen, in goldenen Lettern gedruckte Namen: Sybilla Augusta, Markgräfin von Baden, Markgraf Louis von Baden und Prinz August von Baden. Sie nehmen die ersten Plätze in der Blumengalerie ein, mit der der Markgraff Karl Wilhelm seine Schätze vor Vergänglichkeit bewahren wollte.
“Nichts kan die Augen mehr vergnügen und diejenigen ergötzen, welche von dem, was schön ist, recht zu uhrteilen wissen.”
Die Abkömmlinge der “Tulipa turcarum” finden wir heute in Blumenläden, Gartencenter und in unseren Gärten. Dort sind sie nicht mehr wegzudenken. Ich freue mich schon auf ihre Blüte.
Den ausführlichen Artikel von Brigitte Wormbs fand ich in: Eine barocke Schöne mit Vergangenheit. In: In Baden-Württemberg : Kultur-Leben-Natur 41 (1994), Nr. 1, S. 2-9.
Eure
Mhhhh, geht es mir gut. Das Stückchen Käse von Seppl war so lecker. Karle strich über sein Bäuchlein. Heute möchte ich auf eine weitere Erkundungstour im Schloss gehen. Aber warum heißt Schloss Ludwigsburg, eigentlich Ludwigsburg.
Im Mai 1704 klopfte der Herzog Eberhard Ludwig in Begleitung des Baumeisters Jenisch mit einem silbernen Hämmerchen auf den Grundstein und sagte: Dies sei die Ludwigsburg.
Es sollte ein Jagdlustschloss werden. Das alte Jagdhaus genügt den Ansprüchen nicht mehr um große Feste zu feiern. Die Jagd war schließlich eine große Leidenschaft des Herzogs. Er stiftete den Hubertusorden für die Jagd. Ein begehrter Orden. Und bald wurde aus dem Jagdlustschloss eine Residenz und dann das größte Barockschloss. So steht es geschrieben.
Hab ich ihn nicht gerade gesehen, fragte sich Karle. Er rieb mit seinen samtweichen Pfoten in seinen Äuglein. Ja, es war Eberhard Ludwig. Ehrfurchtsvoll schaute Karle wie der Herzog würdevoll die Schlosstreppe hinaufschritt, gefolgt von seinem schwarzen, treuen Hund Mélac. Karle schaute mit großen Äuglein den beiden nach.
Oben auf der Treppe empfängt der Herzog seine Mätresse Wilhelmine von Gräfeniz. Ach, ist die schön. Der Herzog begrüßt sie mit einem Handkuss und schaut ihr tief in die wunderschönen Augen. Karle wurde es ganz warm ums Herz. Ich kann gar nicht glauben das die Ludwigsburger sie nicht mögen. Wer so schön ist, kann doch nicht böse sein.
Karle huscht am Rand der Treppe hinauf. Puh, ich komm ganz außer Atem. Nach der ersten Treppe macht Karle eine kurze Pause. Er schaut sich um und sieht ein Deckengemälde. Ich kann mich nicht sattsehen, denkt Karle. Diese wunderschönen Farben und die lieblichen Figuren. Ist das nicht sie, die Gräfenitz. Lächelt sich mich nicht von diesem Bild aus an?
Knurrrrrrrr, war das schon wieder mein Magen? Mal sehen was ich hier zu essen finden kann. Schnell huscht Karle die Treppe weiter nach oben. Da steht der Seppl in seiner roten Livree mit großen goldenen Knöpfen. Seppl kennt Rosine, eine Küchenmagd. Von ihr bekommt Seppl immer die leckeren Brote zugesteckt. Gerade wird er abgelöst und geht in die Essstube der Diener. Ich werde ihm natürlich sofort unauffällig folgen. Aber schnell muss ich nochmal einen Blick auf das Deckengemälde werfen. Na sowas, hat sie mir etwa zugezwinkert?

Eure
Sabine![]()
Ach Liebste laß uns eilen
Wir haben Zeit
Es schadet uns Verweilen
Uns beiderseit.
Der Edlen Schönheit Gaben
Fliehen Fuß für Fuß:
Daß alles was wir haben
Verschwinden muß.
Der Wangen Zier verbleichet
Das Haar wird greis
Der Augen Feuer weichet
Die Brunst wird Eis.
Das Mündlein von Korallen
Wird ungestalt
Die Händ’ als Schnee verfallen
Und du wirst alt.
Drumb laß uns jetzt genießen
Der Jugend Frucht
Eh’ wir folgen müssen
Der Jahre Flucht.
Wo du dich selber liebest
So liebe mich
Gib mir das wann du gibest
Verlier auch ich.