Eine der zentralen Masken- Figuren der Commedia dell`arte . Ein venezianischer Kaufmann, aus -pianta leone- einer Spottbezeichnung für eben jenen Berufsstand abgeleitet.
Er hat bis dahin in aller Welt Handel getrieben und die Löwenfahne des heiligen Markus gehißt, mit dem wirtschaftlichen Niedergang Venedigs aber in der Rezession geraten war und nun als Ersatz mit der Eroberung wilder Küstenstriche und kleiner unbewohnter Eiländer vorlieb nehmen mußte, um weiter von großen Taten berichten und der Signora imponieren zu können.
Ein etwas älterer Herr, in Würde und Ansehen, respektabel, kraftvoll, später meist kränklich, vom Zipperlein geplagt, hinkend. stöhnend, von Magenbeschwerden gequält, sich plötzlich ins Kreuz greifend, um sofort wieder die elegante und grazil gemeinte Pose zu suchen, sobald ein hübsches Frauenzimmer an ihm vorbeiläuft.
Er ist mal Junggeselle, Witwer aber auch verheiratet, bei jungem Weib ist oft die Gefahr, von jüngeren Liebhabern Hörner aufgesetzt zu bekommen.
Als Vater einer ins Heiratsalter geratenen Tochter immer misstrauisch und streng , und wird doch hinters Licht geführt.
Knausrig und geldgierig, hält er sich allen anderen überlegen.
Eure
Arlecchino, abgeleitet aus der berreits Anfang des 12 Jahrhunderts nachgewiesenen Teufels-Benennung Helleguin oder Herlequin für den Anführer der „Wilden Jagd“; in Dantes Inferno quält ein Höllenteufel namens Arichino die armen Seelen der Verdammten mit der spitzen Heugabel.
Das ursprüngliche Kostüm zerlumpt, aus Flicken zusammengesetzt ist nun oft aus verschiedenfarbigen, geometrisch exakten Stoffdreiecken, meist aus Samt, genäht .
Die glatte Maske hat sich den Rest geschrumpfter Teufelshörner, eine Beule erhalten.
Er war Einer der vielen Bauern aus Bergamo, die während des sechzehnten Jahrhunderts zu tausenden in die Städte und dort in fremde und niedrige Dienste gehen mussten, meist als Lastträger; daher die eingeschwärzte Gesichtsfarbe bzw. schwarze Gesichtsmaske.
Arlecchino ist ein durchtriebener Spaßvogel und immer hungrig. Er dient gerne zwei Herren gleichzeitig, weil er dann auch doppelt soviel zu essen bekommt.
Oft mit Brighella gemeinsam aktiv und Intrigen schmiedend, aber im Charakter unterschieden, nicht so geschickt wie Brigella.
In seiner komischen Hilflosigkeit, die Ihn oft wie ein großes Kind erscheinen läßt, schwebt er über die Wirklichkeit, ohne eigentlich ungeschickt zu sein. An viele Dinge geht er falsch heran und wird deshalb häufiger gestraft, meist durch Prügel. Er handelt impulsiv, aus Gefühl und Laune heraus, und muss beständig dafür büßen. Seine Spaßhaftigkeit und freundlich-naive Weltanschauung lässt er sich aber nicht rauben.
Arlecchino entwickelt die Fähigkeit, sich geschickt und glücklich aus brisanten Situationen herausziehen. Er ist gewitzt und geistreich. In der Liebe leicht entflammbar und leidenschaftlich und gerne amouröse Affären anzettelnd
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Eure
Schon seit dem Mittelalter war der Venezianische Karneval unglaublich prunkvoll und berühmt wegen der Schönheit seiner Maskeraden.
Wegen der einzigartigen Natur der Stadt auf dem Wasser, wurden Umzüge von Gondeln und venezianischen Prunkgondeln durchgeführt. Jeder Winkel und jeder Platz ist das Bild einer Theaterbühne. Fröhliche Gesellschaften improvisierten Dialoge und spielten Commedia dellárte . Untermalt von Gitarrenakkorden und Mandolinenklängen.
Jeder konnte sich einen Platz suchen an dem er sein Stück frei vortragen konnte.Während des Karnevals war die Piazza und die darumliegenden Zonen ein einziges Durcheinander von Spielen und Veranstaltungen. Aus allen Orten kamen Komikergruppen, Akrobaten, Seiltänzer, Händler, Marktschreier, Astrologen, Zahnzieher und Musikanten in Venedig an. An den Vergnügungen und an den gemeinsamen Lustigkeiten nahmen alle teil, gleich erscheinend durch die Maske.
Damals dauerten die närrischen Tage fast ein halbes Jahr und wurden sogar über die Staatsgeschäfte gestellt. Die Stadt verhängte Erlass über Erlass, um die Maskerade und deren Missbrauch zu verbieten, doch es war vergebens. Da sich unter den Masken sehr wichtige Persönlichkeiten verbergen konnten, war die Maske in Venedig unantastbar und durch eigens dafür bestimmte Gesetze geschützt. In voller Blüte stand der Karneval zu Lebzeiten Casanovas im 18. Jahrhundert.
Erst als Napoleon 1797 die Stadt einnahm, verbot er den Karneval kurzerhand. Die Herrschaft Napoleons war nicht nur Untergang der Republik, sondern auch der beginnende Dornröschenschlaf des Karnevals.
Die Erweckung des Karnevals aus seinem fast 200-jährigen Schlaf führte 1979 auch zum Wiederaufblühen eines fast vergessenen Gewerbes – dem der Maskenherstellung.
Der Karneval in Venedig ist etwas Besonderes. Die Masken, die durch ihre Schönheit und ihre ausgefallenen Kostüme wirken, bewegen sich mit Eleganz und Leichtigkeit. Man fühlt sich wie im Traum oder ist es Illusion? Venedig ist einfach außergewöhnlich.
Eure
Sabine![]()
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Er rühmt sich seiner Siege auf dem Schlachtfeld und in der Liebe. Sein Körper ist eine Festung, seine Brust ein Schutzwall, seine Hände sind zwei Kanonen, seine Stimme ist der Donner, seine Waffe ein Blitz. Kein Gegner ist ihm gewachsen, auch nicht Hannibal, Herkules und Alexander, alle hat er besiegt. Huscht aber eine kleine Maus vorbei, entpuppt er sich als Feigling. Er ist auch bekannt als Capitan Spavento.
Das Kostüm, eine Uniform, erinnert an spanische Soldaten, angereichert mit Ornamenten und Bändern und sehr farbenfroh. Er hat eine große Nase und einen Schnurrbart und das große Schwert, das er gerne mit viel Gepolter zieht um mal wieder zu prahlen.
Eure
Sabine![]()