Der Frühling

Hörst du nicht die Osterglocken,

wie sie läuten, wie sie locken.

Wie der Wind sie streichelt sacht,

diese gelbe Blütenpracht.

„Grün“ entschlüpft keck aus den Zweigen,

will sein Kleid der Sonne zeigen.

Vögel zwitschern in die Runde,

schon zur frohen Morgenstunde.

Schnell ihr Leut färbt bunte Eier,

viele, für die Osterfeier.

Wo die Eier er versteckt,

hat schon Herr Lampe ausgeheckt,

Kinder suchen auf dem Rasen,

bald auch den versteckten Schokohasen.

Und endlich ist es Jedem klar,

der Frühling ist einfach wunderbar.

von Eurer

Sabine

Wenn der Frühling kommt

Drei Zwerglein läuten den Frühling ein
Mit weissen und gelben Glöcklein fein,
Drei Elfen tanzen im Sonnenlicht,
Lauschen, was der Märzwind spricht.
Kommt der Käfermann vor sein Haus,
Putzt sich die Brillengläser aus:
«Was fangt ihr da für Spektakel an,
Dass unsereins nimmer schlafen kann?
Ei – da guckt ja ein Veilchen herfür!»
Schleunig kehrt er sich gegen die Tür:
«Alte! Hab‘ ich’s nicht immer gesagt?
Hurtig die Läden auf, es tagt!»
Wupp! Schon schlüpft sie durchs enge Loch,
Hinter ihr her drei Nachbarn noch.
Alle fünf tun vor Freude dumm,
Laufen wie närrisch im Kreis herum,
Tollen und überkugeln sich satt,
Bis einer ein Beinchen zu wenig hat.
Frau Ameise fängt nebenan
Just ihren Bau zu flicken an;
Der Käfersippe von je nicht grün,
Beeilt sie sich, giftig loszuziehn:
«Dies vornehme Pack – man ärgert sich schwer –
Weiss nicht, dass Kisten und Kammern leer,
Faulenzt schon am ersten lieben Tag,
Mich wundert’s, wie das noch kommen mag!»
Hoch im Apfelbaum sonnt sich ein Fink.
«Pinke – pink! Pinke pink!»
Der Kurier ist schon abgesandt,
Er holt mir mein Weibchen aus Mohrenland.
Spatzen und Stare lärmen laut:
«Kommt alles, wie wir’s vorausgeschaut!
Gestern der Schlehdorn, der Kirschbaum morgen –
Fahrt immer dahin, ihr dämlichen Sorgen!»
Professor Rabe, weiss nicht warum,
Denkt heut‘ auch nicht ans Studium.
«Wissen soll’s nun mal jedermann,
Dass unsereiner auch singen kann!
Globu! Kraha! Das klang aber fein!
Übers Jahr werd‘ ich bei der Oper sein.»
Der Winter hockt am Schattenrain,
Stopft sein Stummelpfeifchen sich ein,
Tut erst, als ging‘ ihn alles nichts an –
Aber schon fängt er zu laufen an:
Hopphopphopp! Über Stock und Stein!
Ein Schmetterling gaukelt hinter ihm drein.

Alfred Huggenberger