Ciao Calotta

Wer ist Clementinchen?

Dienstag, 15. Mai 2012 von Ciao Calotta

Ich mache die Augen auf und schließe sie gleich wieder. Als hätte ich die ganze Nacht in einem Steinbruch gearbeitet und schwere Steine geschleppt. Mein Kopf tut weh und meine Glieder schmerzen fürchterlich.
Klingelingeling.
Noch 5 Minuten nuschle ich so halbwach vor mich hin.
Klingelingeling, das ist doch nicht mein Wecker. Es hört sich viel zarter und heller an. Ich versuche nochmal mein linkes Auge zu öffnen, es klappt und bleibt offen und nun probiere ich es mit meinem rechten Auge. Auch dieser Versuch klappt.
Klingelingeling. Ich sehe nichts. Woher kommt nur dieses Klingelingeling?
„Hier bin ich.“
Ich höre ein feines, aber klares Stimmchen.
Jetzt ist es soweit, jetzt höre ich auch schon Stimmen. In den letzten Wochen habe ich zwar mehr als sonst gearbeitet, aber hört man deswegen gleich fremde Stimmen?
Ganz vorsichtig drehe ich meinen Kopf und schaue suchend durch das Zimmer.
Nichts, ich sehe nichts. Mir ist ganz unheimlich.
„Schau doch mal auf das Kissen neben dir, da bin ich.“
Ich traue meinen Augen nicht. Auf meinem Kissen sitzt ein kleines, vielleicht zwanzig Zentimeter großes, süsses, entzückendes, türkisfarbenes Mädchen mit durchsichtigen, feinen Flügeln.
„Du siehst schon richtig. Ich bin Clementinchen, deine Glücksfee. Ich wollte dich besuchen.
Wir Glücksfeen im Regenbogenland haben uns Sorgen um dich gemacht. Du hast in letzter Zeit viel gearbeitet und nicht viel Spass und Freude gehabt. Wir vermissen das Funkeln in deinen Augen und dein warmes, so ansteckendes Lachen.
Deswegen habe ich meine Farbpalette mitgebracht. Ein bisschen Farbe wirkt oft Wunder.
türkisgrün für deine wunderschönen Augen und ein zartes pink auf deine vollen Lippen. Das gefällt mir. Noch ein bisschen pfirsichfarben auf deine Wangen und ein Klecks samtbraun auf deine Haut. Voila, fertig. Ja, das bist wieder du.“ Clementinchen klatscht in ihre Händchen und schwirrt begeistert um mich herum.
RRRRRRRRrrrrrring. Das klingt ja grausam. Mein Wecker klingelt.
Clementinchen? Wo bist du? Sollte ich das nur geträumt haben. Kein Clementinchen.
Ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne ist schon zu sehen und die Luft riecht herrlich. Was für ein schöner Tag.
Als ich vor dem Spiegel stehe und mein Blick auf die Lidschattenpalette fällt, lächle ich. „Ein bisschen türkisgrün für deine …“.

Danke Clementinchen.

Eure

Sabine

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Rotkäppchen, die etwas andere Geschichte

Mittwoch, 29. Juni 2011 von Ciao Calotta

 

Gerade habe ich Rotkäppchen abgeholt. Eine Plastikspinne mit einem roten Nanocachebehälter.

Sie war an einer Regenrinne an dem Freigängerheim der JVA in Heilbronn seit einem Jahr befestigt. “Rotkäppchen gehörte zu den Märchencaches, die ich rund um Heilbronn verstecke.

Aber was ist ein Cache? Der Begriff gehört zu dem Hobby “Geocaching”. Er ist ein Behälter, der zumindest ein Logbuch und je nach Größe verschiedene Kleinigkeiten, wie Geocoins oder Travelbugs (Tauschgegenstände) beinhaltet, die dann an einem besonderen Ort versteckt und mittels GPS-Daten von Geocachern gesucht werden, wie bei einer Schnitzeljagd.

Nano-Caches sind besonders kleine Cache-Behälter in Größe eines Fingerhutes oder kleiner.
Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo das Verstecken eines größeren Behälters nicht möglich ist. Mittlerweile gibt es immer mehr neue, kreative Ideen um einen Cachebehälter zu Verstecken.

Rotkäppchen, ein roter Nano wurde von mir in den Körper einer Plastikspinne gefriemelt und an der Regenrinne des Freigängerheims magnetisch befästigt.

Aber warum gerade an diesem Ort?

Der Gedanke kam mir bei einem Tatort, der sich um sogenannte Rotkäppchen handelte. Und das Freigängerheim an der Straße passte zu dem Gedanken.

Häftlinge, vor allem Gewalttäter, üben auf viele Frauen eine eigenartige Faszination aus. Je nach Bedürfnis projizieren sie in die Männer hinter Gittern entweder Heldentum oder Hilfsbedürftigkeit. Doch die Frauen, von den Wärtern höhnisch “Rotkäppchen” genannt, helfen dabei zuallererst sich selbst. Von Doja Hacker

Letzte Woche erhielt ich nun eine E-mail in der man mich darauf aufmerksam machte, dass Rotkäppchen vom Sicherheitsdienst der JVA entfernt wurde. Ich könnte beim Sicherheitsdienst einen Termin ausmachen und Rotkäppchen abholen.

Heute war nun der Tag “R”.

Ich parkte in einer Seitenstraße und ging mit sicheren Schritten zum Tor der JVA. Dort traff ich den Sicherheitsbeamten, der mir eine haarsträubende Geschichte von meinem “Rotkäppchen” erzählte.

So könnte es gewesen sein: Die Sicherheitsbeamten haben einen Freigänger längere Zeit beobachtet. Sie ertappten und überführten ihn wie er Drogen aus dem kleinen Nano nahm. Und das nicht zum ersten Mal.

Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. An so etwas habe ich nicht mal im Traum gedacht.

Ich sah mich schon in Handschellen abgeführt, aber so weit kam es dann doch “Gott sei Dank” nicht. Der freundliche Sicherheitsbeamte übergab mir “Rotkäppchen” und meinte dazu: “Wäre für Geocaching eine nette Idee gewesen, aber ……….”

Schade, aber manchmal sollte man vielleicht doch erst über Ort und die Folgen nachdenken, bevor man einen Cache versteckt. Die Menschen sind halt doch manchmal schlechter, als man glaubt.

Zu diesem Erlebnis habe ich mir eine “Jailers” erstanden. Taschen, die richtig schick sind.

Mein “Rotkäppchen” bekommt jetzt erstmal einen Platz bei mir im Schrank, bis mir eine neuer Ort und ein neues Märchen für den nächsten Cache einfällt.

Mir schwebt da schon was im Kopf herum -”Sesam öffne dich” ………………………

Eure

Sabine

Es wird momentan keine neuen Caches geben, da am Wochenende in einem anderen Cache von uns ein Päckchen mit grünem, eindeutigen Inhalt gefunden wurde. So macht für uns “Geocaching” keinen Spass. Ich habe alle Märchencaches  (12) von uns deaktiviert.

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So könnte es gewesen sein …. oder alles Gute zum Geburtstag

Sonntag, 17. April 2011 von Ciao Calotta

Es war einmal im schönen Ludwigsburg.

Dort wohnt die Prinzessin Janine von Geocaching.

Ritter Sven von Stahlross ist ihr „Ritter der Leidenschaft“. Fürst von Arbeit hat einen Auftrag für Ritter von Stahlross. Er soll seine Besitzungen im Nachbarland prüfen. Schweren Herzens macht er sich auf den Weg. Prinzessin Janine winkt ihm zu und tupft sich verstohlen mit einem Spitzentaschentuch ein paar Tränen von der Wange.

Die Zeit vergeht und wieder einmal schaut Prinzessin Janine sehnsüchtig aus dem kleinen Turmfenster, ihrem Lieblingsplatz, und hält Ausschau nach ihrem Liebsten. Die wärmenden Frühlingssommerstrahlen spiegeln sich in ihrem goldblonen Haar. Ein kleines Lächeln huscht über ihr Gesicht bei dem Gedanken an ihren Liebsten und ein leichter Seufzer, der ihre Sehnsucht ausdrückt, entweicht ihr. Doch was ist das? Sie kneift die Augen zusammen um besser sehen zu können. In der Ferne ist ein Reitertrupp, der sich geradezu auf das Schloss bewegt. Ritter Sven ist es nicht. Er ist nur mit drei Mannen unterwegs und diesen Trupp begleiten 40, wenn nicht sogar 50 Reiter. Ein Schrei entrinnt ihrem Mund. „Der platierte Ritter von Guttenberg“. Ein raubender, plündernder Ritter. Keine Burg war vor ihm sicher. Mit allen Mannen stürmte er die Burg „…..  Straße“ und entführte die Prinzessin Janine auf seine Burg bei Haßmersheim.

Die Kunde vom Raub der Janine von Geocaching verbreitete sich schnell. Auch Thorsten von Dunkel, einem Waffenbruder von Ritter Sven von Stahlross, kam dies zu Ohren. Ritter Sven, der nach seinem erfüllten Auftrag bei ihm auf dem Schloss weilte, ließ sofort sein Pferd satteln. Thorsten von Dunkel schloß sich mit seinen Mannen an und schon bald setzte sich der ganze Tross in Bewegung. Auch Maid Maike, eine Freundin von Prinzessin Janine, die sich sehr um das Wohl von Janine sorgte, begleitete sie. Der Astrologe Kröllchen und die Kräuterhexe Sternchen schlossen sich auch an. Schnell kamen sie voran und nach einem Zweitagesmarsch erblickten sie im Abendrot Burg Guttenberg. Stolz erhob sie sich über dem Fluße Neckar. Sie bezogen in der Kannengießer Heuberge Quatier. Im Morgengrauen brachen Ritter Sven und Ritter Thorsten mit ihrem Gefolge auf. Zuvor befragten sie den Astrologen Kröllchen nach dem Stand der Sterne und ließen sich auch von der Kräuterhexe Sternchen die Hühnerknochen werfen. Beide versprachen einen schnellen Sieg. Die Burg Guttenberg wurde, wie prophezeit, in Windeseile eingenommen. Der platierte Ritter zu Guttenberg wurde durch einen Schwertstich von Ritter Sven von Stahlross gefährlich verletzt.

Er hauchte auf dem Sterbebett die Worte: Der Schlüssel zur Kammer von der Prinzessin ist – „Im Tisch“. Prinzessin Janine von Geocaching wurde von ihrem Liebsten befreit und alle feierten ein ausgelassenes Fest. Der Narrenkai trieb so mancherlei Späße. Reichlich flossen Bier, Schnaps,Wein und Fleisch vom zahmen Schwein und Hausgefieder bruzelten auf dem Herd der Küche. Prinzessin Janine und Ritter Sven flanierten Hand in Hand im Licht des Mondes und lauschten den Klängen der Spielmannsleut Geyers, bevor sich ihre Lippen zu einem innigen Kuss trafen.

 

Eure

Sabine

 

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