Ich schwelge heute in den 70er/80er.
Musik von The Kinks, The Sweet, T-Rex, Status Quo, Deep Purple, Led Zeppelin, AC/DC, Sex Pistols, KISS, Pink Floyd, Nazareth und noch sovielen mehr begleitet mich in dieser Zeit. Und noch heute höre ich sie so oft es geht. Dann wird wieder das jetzt viel kürzere Haar geschüttelt und an die Besuche von unzähligen Konzerten gedacht.
Da fällt mir die Studienfahrt nach London ein. Wir machten diese 1971 von unserer Schule aus. Die Reise mit dem Bus war lang und anstrengend. Mit dem Luftkissenboot ging es von Calais nach Dover und weiter mit dem Bus nach London.
Unser Hotel war ein schickes, aber kleines Hotel am Hyde Park. Nicht weit weg von einer U-Bahnstation.
Dort lernte ich die Jungens der Gruppe Slade kennen. Sie wohnten bei uns im Hotel.
Ich erinnere mich:
Meine Freundin Conny und ich stahlen uns am 2. Tag aus dem Hotel um in der Carnaby Street shoppen zu gehen. Rein in die U-Bahn u und am Piccadilly Circus austeigen. Es gab sie wirklich die roten zweistöckigen Busse und die schnuckeligen Telefonzellen. Und da lag sie vor uns die Carnaby Street. Das Modemekka dieser Zeit. Boutique neben Boutique. Je schriller desto besser. Mein Paradies.
Und ratet mal wenn wir in einem Schuhgeschäft treffen – Dave und Don von der Gruppe Slade. In diesem Geschäft gab es die verrücktesten und ausgefallensten Schuhe, die ich je gesehen hatte.
Die Jungens kauften sich Krokolederstiefel in pink und grün. Natürlich mit einer wahnsinns Plateausohle. Conny fand ein paar royalblaue Pumps und ich rote Schlangenlederstiefel. Wir bummelten noch über die Oxford Street und erhaschten noch das eine oder andere schicke Teil und ließen den Mittag bei einem Besuch bei dem Kaufhaus Liberty`s ausklingen. Vorbei and dem Pub „Shakespeares Head“ in Richtung U-Bahn.
Im Hotel wurden wir von einem völlig aus dem Haus geratenen Mr. Phillips, unserem Lehrer und unserer Lieblingslehrerin Frau Haug erwartet. Naja uns erwartete das Übliche – für den Abend Hausarrest und eine riesen Standpauke. Fast hätten sie uns heimgeschickt.
Auf dem Programm stand für den Abend in Soho “Hair”. Die Anderen fuhren mit Frau Haug zu Musical und wir mußten auf dem Zimmer bleiben, bewacht von Mr. Phillips. Ich bekomme heute noch einen Lachanfall, wenn ich an den vor unserem Zimmer patrollierenden Mr. Phillips denke. Klar, verstehe ich heute seine Lage. Aber damals ………..
London gefiel mir damals sehr gut. Sonnenschein und kein bisschen Regen.
Ob es noch so tolle Geschäfte dort gibt? Die Carnaby-Street – Ich habe gehört sie hätte von ihrem Flair eingebüßt. Das kann ich gar nicht glauben.
Leider war ich niemehr dort. Wäre vielleicht mal eine Idee für ein paar Tage?
Eure
Wolfgang A. Mozart war ein begeisterter Tänzer. Er versäumte weder die öffentlichen Maskenbälle im Theater, noch die Hausbälle von Freunden.
In einem Brief schreibt er:
Vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. Wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört, – was nur eine Stunde? – Nein Nein – Morgens um 7 uhr;
Mozart komponierte für die Tanzformen seiner Zeit. Insgesamt sind uns aus seiner Feder rund 130 Menuette, 40 Kontratänze, 49 Deutsche und 6 Ländler überliefert.
Zur Zeit Mozarts war die Tanzmode stark von Frankreich geprägt und Kontratänze waren sehr beliebt. Diese Tänze regten dazu an, immer wieder neue Figurenkombinationen zu erfinden. Sie sind ein Spiel mit bewegten Linien und Formen in Raum und Zeit.
Und wie das Wolferl sagen würde:
….ach kommt geschwind her ihr lieben, wir machen ein tanzerl.
Das Neuste erzählte Mozart von seiner Reise. Verwundert beschreibt er die beheizten Schuhe der Französinnen:
Hier haben die Frauenzimmer nichts als Chaufretten unter den Füssen, kleine hölzerne und mit Blech gefüllte Kästchen, die durchlöchert sind, darin ein glühender Ziegel, oder heisse Aschen, oder erdene Kästel mit Glut gefüllt. Mich erstaunten auch die Pariser Klosetts mit Wasserspülunge ebenso wie in London den grad erst erfundenen Blitzableiter und merkwürdig berührte ihn die Tea-Time.
Eure
Sabine![]()

Im großen Barockschloss zu Ludwigsburg lebt die kleine Maus Karle. Karle ist eigentlich eine graue Hausmaus. Sie hat lustige, kleine Äuglein, ein spitzes Näschen und – verglichen mit den Öhrlein ihrer Mäusegeschwister – recht große, rosa Ohren. Karle vernimmt damit jedes Geräusch, die festen Tritte der Schlossbesucher, das Bellen der Hunde, das Kichern der Kinder, das Heranschleichen der Katze und die Musik der Menschen.
Karle wurde draußen nahe bei dem Schloss Favorite geboren. Aber sobald er laufen konnte und sein Futter selber fand, entfernte er sich täglich ein bisschen weiter von seinem Bau. Schön waren die Streifzüge durch den Märchengarten im Blühenden Barock. Und ab und zu traf er dabei Menschen.Wann immer er sie sah, waren sie guter Dinge, lachten viel und redeten freundlich miteinander.Er lauschte oft ihren Erzählungen, vor allem dann, wenn er spürte, daß sie warme, herzliche und liebevolle Töne enthielten. Karle labte sich an so manchem Leckerbissen, der auf der Erde lag, den die Menschenkinder aus ihren Süßigkeitentüten verloren hatten.
Eines Abends im August, die Sonne wollte gerade untergehen, da machte sich Karle wieder einmal auf, den Menschen nahe zu sein. Heute sahen sie so glücklich aus. Vielleicht finde ich einige Krümel eines Kekses oder einer Brezel. Mit schnuppernder Nase, vorsichtig auf die Katze achtend, schlich sich Karle an den Schlosswänden entlang, rannte schnell die Treppe hinauf, dann auf den Eingang des Schlosstheaters zu. Riecht es da vielleicht nach etwas Wurstpelle?
Aber was war den das? Welch zauberhafte Klänge und glockenklare Töne waren da zu hören. Das musste die Musik der Menschen sein. Wie versteinert hockte sich Karle auf die Treppe, die zur Königsloge führte und lauschte. Oh, wie schön! Wie wunderschön hört sich die Musik der Menschen an. Zunächst fürchtet sich Karle ein wenig. Wo er hinschaut nur Menschenfüße und Menschenbeine. Aufpassen, dass mich niemand platt tritt, denkt er. Da erklingt wieder die Musik. Sie kommt von ganz vorne, von der Bühne her. Dort muss Karle hin. Unter dem Holzpodest am Eingang des Orchestergrabens findet Karle ein großes Schlupfloch. Er schlüpft hinein und läuft mit seinen hoch aufgerichteten Ohren horchend dorthin, wo die Musik immer lauter und eindringlicher wird. Hier ist der richtige Platz , denkt Karle und setzt sich ganz nahe an den Dirigentenpult. Karle wird ganz still und nimmt die Musik in sich auf. Er schließt die Augen und horcht und genießt. Ist das schön! So klingen also die klaren Geigen, die weichen Bratschen, das volle Cello, der tiefe Bass und das silberhelle Cembalo.
Karle wird ganz warm ums Herz, ein Gefühl von Glück, Zufriedenheit und festlicher Stimmung steigt in Ihm auf.
Die Musik der Menschen verzaubert mich, sie macht mich so froh, bemerkte Karle, ich fühle Wärme in mir, aber auch Kraft und Stärke. Nun verstehe ich, warum die Musik der Menschen so große Dinge in Ihnen bewegt. Etwas Wundervolles durfte ich erleben, mein Platz ist immer hier, wenn die Musik spielt.
Mit knurrendem Magen versucht Karle einzuschlafen, er träumt von köstlichen und leckeren Abfällen. Knurrrr, knurrr, das Knurren kommt ihm auf einmal vor wie ein eben komponiertes Mäuselied. Ja, zufrieden wird mich die Musik machen und ganz still werde ich ihr zuhören und vielleicht finde ich doch so ab und zu ein paar Leckerbissen, das wäre so schöööön. Karle wird ganz glücklich und plötzlich ringelt sich sein Schwänzchen zu einem Herzchen. ![]()
Eure
Sabine![]()