Der Frühling

Hörst du nicht die Osterglocken,

wie sie läuten, wie sie locken.

Wie der Wind sie streichelt sacht,

diese gelbe Blütenpracht.

„Grün“ entschlüpft keck aus den Zweigen,

will sein Kleid der Sonne zeigen.

Vögel zwitschern in die Runde,

schon zur frohen Morgenstunde.

Schnell ihr Leut färbt bunte Eier,

viele, für die Osterfeier.

Wo die Eier er versteckt,

hat schon Herr Lampe ausgeheckt,

Kinder suchen auf dem Rasen,

bald auch den versteckten Schokohasen.

Und endlich ist es Jedem klar,

der Frühling ist einfach wunderbar.

von Eurer

Sabine

Hergottsbscheiserle

An Ostern endet die Fastenzeit und an Karfreitag wird kein Fleisch gegessen. Wir Schwaben haben dazu extra unsere „Hergottsbscheiserle“ erfunden. Das sind sogenannte Maultaschen, Teigtaschen mit Fleischfüllung. Und da der liebe Herrgott das Fleisch in der Teigtasche nicht sehen kann, sündigt man so nicht beim Essen.

Wir haben die Karwoche und ich werde am Donnerstag mit meiner Tochter selbstgemachte Maultaschen machen. Es ist sehr viel Arbeit.

Der Teig muß geknetet und ausgerollt werden, die Füllmasse gemischt und durchgewalkt werden und zum Schluß muß die Teigtasche noch gefüllt,verschlossen und gekocht werden. Wegen 2 oder 3 Stück fangen wir da erst gar nicht an.

Gerne erinnere ich mich an die Zeit, als ich noch mit meiner Mutter und meiner Großmutter in der Küche stand um Maultaschen zu machen. Jede von uns hatte ihre Aufgabe.

Meine Oma knetete den Teig und rollte ihn wunderbar fein aus. Meine Mutter war die Spezialistin für die Fülle, die aus Spinat, angebratenen Zwiebeln, feinem Brät, Hackfleisch, alten Brötchen, Eiern und verschiedenen Gewürzen bestand. Ich hatte die Aufgabe den Teig mittels eines Schneiderollers in kleine rechteckige Stücke zu schneiden. Mit Eiweiss gut an den Ecken zu bestreichen und die Fülle auf eine Seite draufzugeben. Meine Großmutter legte dann den Teig aufeinander, so daß daraus Dreiecke enstanden und verschloß sie. Fest drückte sie die Enden zusammen damit sie nachher beim Kochen nicht aufgingen und ausliefen.

Meine Mutter gab die von uns vorbereiteten Maultaschen in einen großen Topf mit heißer Gemüserühe und ließ kurz kochen. Nach einiger Zeit holte sie aus dem Topf und legte sie auf eine Platte zum abtropfen und auskühlen.

Am besten schmeckten die Maultaschen wenn sie gleich frisch aus der Brühe kamen.

Den ganzen Tag standen wir in der Küche. Waren es doch meistens so um 200 Maultaschen, die wir produzierten. Alle haben wir für Karfreitag nicht gebraucht. Die meisten davon haben wir eingefroren. So hatten wir über das ganze Jahr immer mal wieder Maultaschen.

Heute gibt es schon sehr gute Maultaschen zu kaufen, aber die selbergemachten sind trotzdem die Besten.