
In einem kleinen Dorf am Fuße des Himalayas lebte ein junger Mann namens Amar. Amar war bekannt für seine außergewöhnliche Liebe zur Farbe Gelb. Sein Haus war gelb gestrichen, er trug nur gelbe Kleidung, und sogar sein Fahrrad, das er liebevoll „Sonnenschein“ nannte, leuchtete in einem satten Gelbton.
Eines Tages hörte Amar von einem geheimnisvollen Safranbaum, dessen Blüten so gelb waren, dass sie angeblich sogar die Sonne neidisch machten. Der Baum soll tief im Herzen des goldenen Waldes wachsen, einem Ort, der bisher nur in Geschichten existierte. Amar war fasziniert. „Wenn ich diesen Baum finde,“ dachte er, „werde ich das hellste Gelb der Welt sehen!“
Mit einem gelben Tuch als Glücksbringer und einer Portion Mango-Lassi für unterwegs machte er sich auf den Weg. Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf. „Amar und seine Gelbsucht!“ lachten sie.
Auf seinem Weg begegnete er einer Kuh, die golden schimmernde Hörner hatte. „Bist du auch auf der Suche nach dem Safranbaum?“ fragte Amar scherzhaft. Die Kuh muhte zustimmend und folgte ihm. Bald trafen sie einen Papagei, dessen gelbes Gefieder in der Sonne glänzte. „Ich wette, du kennst den Weg,“ rief Amar. Der Papagei zwitscherte und flatterte voraus.
Je tiefer sie in den Wald gingen, desto gelber wurde die Umgebung. Die Blätter der Bäume waren gelb, die Blumen strahlten in leuchtendem Gold, und sogar der Boden schimmerte wie Sand an einem Sommertag. Amar war begeistert: „Ich bin im gelben Paradies gelandet!“
Nach Stunden des Wanderns stand Amar schließlich vor dem Safranbaum.
Er war gigantisch und tatsächlich so gelb, dass es fast blendete. Doch als Amar näher trat, begann der Baum zu sprechen. „Warum bist du hier, Amar?“
Amar, leicht verwirrt, antwortete: „Ich liebe Gelb, und du bist das Gelbste, was ich je gesehen habe!“ Der Baum lachte sanft. „Gelb ist nicht nur eine Farbe, Amar. Es ist die Farbe der Sonne, die uns Wärme gibt. Es ist die Farbe des Safrans, der uns Geschmack verleiht. Es ist die Farbe des Glücks, das du in dir trägst.“
Amar verstand. Er nahm ein gelbes Blatt vom Baum als Andenken mit, kehrte ins Dorf zurück und erzählte allen seine Geschichte. Von diesem Tag an wurde Amar nicht nur als der Gelb-Liebhaber bekannt, sondern auch als der, der das Glück – in seiner liebsten Farbe – mit allen teilte.
Und so hieß es im Dorf: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Lassi draus – und denk an Amar, den Gelben!“