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Empire - Sturm und Drang - Klassik

Die französische Revolution beendete das leichtfertige Treiben der
Rokokogesellschaft. Philosophische Ideale und die Antike mit ihren
klaren Formen sind nun Vorbild in allen Bereichen.

Als Franzosenzeit wurde – vor allem in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts – die Epoche der französischen Herrschaft über große Teile Europas zwischen 1792 und 1815 (Napoleonische Kriege) bezeichnet. Sie wurde oft mit der Regierungszeit Napoleon Bonapartes gleichgesetzt und meinte insbesondere die Zeit der französischen Besatzung großer Teile des damaligen Deutschland, ihrer direkten Zugehörigkeit zum französischen Kaiserreich oder zu napoleonischen Vasallenstaaten wie dem Königreich Westphalen. Die Franzosenzeit endete mit Napoleons militärischer Niederlage in der Schlacht bei Waterloo 1815.



MODE:

 

Obwohl sich die Rolle der Frau an dem, was man unter Antike verstand,
orientiert, Frauen auch in philosophischen Zirkeln mitdebattieren,
sollen sie doch auf der anderen Seite weiterhin zarte und sanfte Wesen
sein- und weiblich, weiblich, weiblich.

Die zeitliche Einordnung des Empire, bzw. des englischen ****Regency,
liegt relativ eng in den Jahren zwischen 1795 und 1820, wobei sich das
Regency im Großen und Ganzen, wie auch in den Jahrhunderten zuvor, durch
größere Vernunft bei Schnitten und Stoffen auszeichnet. Die Kleidung des
Empire kopiert in weiten Grenzen ebenfalls die antiken Vorbilder – oder
das, was man dafür hielt. Grundlage ist immer das weich fließende, hoch
gegürtete weiße Chemisenkleid aus feinster und dünnster Seide oder
indischem Baumwoll-Mousseline. Es umspielt den Körper bei jeder Bewegung
und stellt auf diese Weise durch den Gegensatz aus scheinbar strengem
Schnitt und scheinbar unschuldigem Weiß die nahezu erotischste
Kleiderform der gesamten Modegeschichte dar. Die Schuhe dazu bestehen
aus einer hauchdünnen Ledersohle und sind mit Bändern das Bein hinauf
geschnürt – wieder ganz nach antikem Vorbild.

Vorreiter bei dieser Mode sind (natürlich) die Französinnen, bei denen
es Wettbewerbe um das leichteste Kleid gab (die Kleider wurden
tatsächlich ausgewogen). Man trug als Unterwäsche lediglich ein
hautfarbenes Trikot, und es sind entrüstete Berichte biederer deutscher
Frauen berichtet, in denen die „nackte Mode“ im Sündenbabel Paris
gebrandmarkt wird. Die Kehrseite der Medaille sind reihenweise schwer
unterkühlte bzw. an Erkältungskrankheiten gestorbene junge Frauen, die
auch im Winter nicht mehr als ein Umschlagtuch über diesen hauchzarten
Kreationen trugen, und die in den eiskalten, nahezu unbeheizten
Schlössern ausharrten – und das nicht nur in Frankreich, sondern auch im
von Frankreich geprägten Petersburg. Neuere Forschungen haben ergeben,
dass ein guter Teil der „Schwindsüchtigen“ der damaligen Zeit (die man
bislang als Tuberkulosetote interpretierte) ganz einfach den Kälte – und
Grippetod erlitten. Bezeichnenderweise trugen alle diese Erkrankungen
den summarischen Namen „Musselinkrankheit“ nach dem hauchdünnen
Baumwollstoff, aus der die Kleider bevorzugt zu sein hatten. Zum Hof
wird die Chemise mit einer mehr oder weniger langen Schleppe ergänzt,
die reich bestickt ist, und ein zeremonielleres, „angezogeneres“
Kleidungsstück darstellt. Die Länge der Schleppe von Courschleppe und
Chemise ist streng reglementiert. Sie hängt vom Status ihrer Trägerin
ab, und geht durchaus bis hin zu vier Metern. Es ist leicht vorstellbar,
wie schwierig es war, eine Viermeterbahn hauchzarter Seide durch einen
mit Möbeln und Menschen bestückten Raum zu lotsen (von denen der
weibliche Teil ja ebenfalls Schleppe trug), ohne wesentliche Teile des
Mobiliars umzureißen, oder sich mit einer der anderen Damen zu
verheddern.

Anmut und Grazie waren jedoch ein derart wesentlicher Teil des
weiblichen Lebens, dass in vielen langen Stunden derartige Unterfangen
ausgiebig geübt wurden. Genauso geübt wurde übrigens das malerische
in-Ohnmacht-sinken, eine Tat, bei der die Schleppe auch noch gefällig um
den scheinbar leblosen Körper drapiert werden musste.

Die Männerkleidung im Empire erfährt nur einen erheblichen Bruch: Die
Kniehosen werden zugunsten der „Sansculottes“, der langen Hosen
aufgegeben. Ansonsten wird sie lediglich weniger farbenprächtig als im
Rokoko, und Farben und Schnitte ähneln schon sehr der heutigen
Herrenmode.

In Anlehnung an die weißen Statuen wurde Weiß eine der beliebtesten
Farben; extrem hohe Taillen und schmale Silhouetten zeichneten ansonsten
das Bild der typischen Empiregarderobe einer modischen Dame aus. Herren
trugen ebenfalls Fräcke mit hoher Taille.

TÄNZE:

Die Tänze des 19. Jahrhunderts sind nicht mehr kunstvoll, nicht mehr
raffiniert. Sie sind ausgelassen und wild. Außerdem führte der Mangel an
Herren, der infolge der napoleonischen Kriege an den Höfen herrschte,
dazu, dass Choreografien bevorzugt wurden, in denen ein Herr mit zwei
Damen tanzte, so z. B. die Douze, ein Gruppentanz für vier Herren und
acht Damen, oder der Trioletwalzer, dessen „Paare“ aus jeweils einem
Herrn und zwei Damen bestehen. Unter den Tänzen wurde besonders der
Ländler beliebt, der Dreher oder Deutscher sind der gleiche Tanz. Er ist
langsamer als der Walzer und das Paar dreht ständig, aber ohne enge
Paarfassung.

Das Entsetzen über Walzer, die Sorge vor allem um das Wohl der Mädchen
und unterschiedliche Begründungen finden sich in vielen Schriften der
Zeit. Warum die Angst? Es wurde ausschließlich 800 Jahre lang offen
getanzt und nun kommt der Walzer mit einer engen Paarfassung und seinen
raschen Drehbewegungen. Die zündende Kraft der Musik von Johann Strauss
und Weber, Chopin und vielen anderen Komponisten machten ihn so populär
und beliebt. Er war ein Bürgertanz und löste am Hof Empörung aus. 1793
tanzten ihn bei ihrer Doppelhochzeit die spätere Königin Luise und ihre
Schwester. Auf dem Wiener Kongress lockerten sich dann die Sitten mit
Rücksicht auf die ausländischen Gäste. Der Kongress tanzt – natürlich
Walzer. Aber es gab immer noch Ausnahmen. Der Walzer galt nicht überall
als hoffähig.

Englisch – Tanzen war der Oberbegriff für alle Contretänze. Ein
bekannter Englischer ist die Quadrille und eine Sonderstellung nimmt die
Cotillon ein, die gerne ein Fest beschließt.

Das Tanzfest eröffnet eine Polonaise. Der Tanz wurde schon im Barock
getanzt. Wegen seines kriegerischen Ausdrucks mit stampfen und
Stechschritten passte er vom Charakter nicht in diese Zeit. Erst wieder
im 19.Jahrhundert, als berühmte Polonaisen komponiert wurden hielt sie
wieder Einzug.

Die Mazurka wurde zu einem Gesellschaftstanz. Sie war ein polnischer
Nationaltanz. Ein so genannter Stiefeltanz mit Hackenknallen.

Ein böhmischer Nationaltanz ist die Polka. Auch sie wurde bekannter als
sich ihr namhafte Komponisten annahmen. Ein bekannter Wechselschritt mit
Nachhüpfer, herausstrecken der Hacken mit einem überkreuzen der
Fußspitze und einem Mitwiegen des Oberkörpers zur jeweiligen Seite.

Zum Schluss der Galopp. Wer ihn tanzte kam so aßer Atem, dass er eine
Pause einlegen musste. Er wurde in einfachen Anstellschritten durch den
Saal oder auch an seiner Peripherier entlang getanzt

Im 19. Jahrhundert tanzt der Adel wie das Volk. Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit.

Das Rokoko

 

Ausgangspunkt ist Frankreich. Der Name entstammt dem französischen Wort Rocaille (Muschelwerk, Steingarten) und bezeichnet ein immer wieder auftretendes Ornamentmotiv, das sich durch Asymmetrie von barocken Formen unterscheidet.

Im Barock hatte Ludwig XIV. von Frankreich sein Leben zum öffentlichen Ereignis gemacht, um den Adel am Hofe zu halten und durch Gunstbeweise oder -entzug zu lenken. Im Rokoko fand eine Gegenbewegung mit einem Rückzug ins Private statt (höfischer Eskapismus). An die Stelle monumentaler Machtentfaltung und kraftvoller Dynamik des Barock traten nun kultivierte Lebensführung und ein leichtfüßiges, feinsinniges Lebensgefühl, gepaart mit vornehm-zarter Sinnlichkeit und galanten Umgangsformen.

Dekor ist alles. Das frivole Treiben am Hofe bestimmt Mode und
Lebenseinstellung weiter Schichten. Phantasievolle Maskenfeste lösen
einander ab und keine Dekorationsidee ist zu kühn oder zu verrückt. Die
Vergänglichkeit des Augenblickes wird gefeiert. Gleichzeitig beginnt
aber auch der Aufbruch in die Aufklärung, eine entschiedene Abkehr von
Kirche und Religion, eine Hinwendung zu Philosophie und Wissenschaft. In
diesem Spannungsfeld sind Frauen einerseits fröhliche, verspielte,
betont erotische Geschöpfe, anderseits aber auch Mäzeninnen und
Vorreiterinnen der neuen Ideen.

Die Farben der Kleidung sind – wie alles in dieser Gesellschaft – aufs
höchste verfeinert. Zarte Pastelle schimmern in glänzenden Seiden- und
Moiré -Stoffen mit dem leuchtenden Weiß kostbarster Spitzen um die
Wette. Aufwendigste Stickereien von oft hochdotierten (aber leider
selten bezahlten) Stickerinnen zieren Kleider, Westen und Jacken. Ein
Hofkleid kann durchaus den Gegenwert eines gesamten Landgutes haben,
gute Spitzen sind teurer als Diamanten und werden auch als Halsschmuck
getragen.Die Schnitte sind weit und üppig, oft verspielt und gerne mit
großem Dekolletè. Die Frauenkleider behalten die Aufteilung in
Jupe(Unterrock) und Manteau (Oberkleid) bei, die sie im späten Barock
hatten. Daneben entwickelt sich aus dem „Negligé“, einem sackartigen
Hausgewand, das aber sehr wohl über Schnürmieder und Reifrock getragen
wurde, die „Adrienne“. Diese ist ein Zwischending beider Kleiderformen,
in dem das weite Negligé noch durch eine am Halsausschnitt angesetzte,
reich gefaltete und nahtlos ins Kleid übergehende Schleppe erhalten ist.
Dieser Schnitt nennt sich „Wattaufalte“, nach dem gleichnamigen
französischen Hofmaler, auf dessen Gemälden diese Kleiderform häufig zu
sehen ist. Die Rockformen gehen vom runden Reifrock bis hin zum extremen
Queroval der „Grande Parure“ genannten prunkvollen Hoftoilette mit
meterlangen seitlichen „Auslegern“. Anderseits wurde am Ausgang des
Jahrhunderts das knöchelkurze Kleid „a la Polonaise“ modern, eine
Kleiderform, die wiedergibt, was sich die höfische Gesellschaft zur Zeit
Marie Antoinettes so unter einem Kleid einer Schäferin vorstellte.

Lediglich die kühleren Briten lassen sich nicht ganz mitreißen und
entwickeln ihren eigenen, Praktischeren und tragbaren Stil. Die Schnitte
bleiben gemäßigt, Kapriolen und Extreme finden keinen Eingang in die
englische Kleidung. Die Modeszene würdigt das, indem sie die
verschiedenen Kleiderformen als „a la Francais“ (d.h. mit querovalem
Reifrock, Wattaufalte und großem Aufputz) und „a la Anglais“ (d.h. mit
relativ kleinem runden Reifrock und einfachem Schnürmieder) benennt. In
England entwickelt sich gegen Ende des Jahrhunderts bereits vor der
Französischen Revolution die Vorstufe zum hoch gegürteten Empirekleid
mit nach oben versetzter Taille, die ohne Reifrock getragen wurde – eine
Tatsache, die kaum bekannt ist.

Die Männerkleidung behält die „Justaucorps“ genannte lange Jacke mit
großen Ärmelaufschlägen bei, die lediglich im Laufe der Zeit etwas
schlanker in der Silhouette wird, und die zusammen mit langer Weste,
Spitzenhemd und Kniehose die in Europa einheitliche Tracht darstellt.
Auch hier tragen Engländer schon relativ früh eine weniger opulente
Version mit noch schlankerer Jacke mit kleineren Ärmelaufschlägen, ohne
große Stickereien oder Spitzenmanschetten. Sie ähnelt schon sehr der
späteren Empire- und Biedermeiertracht.

 

Die Hofkleidung ist derart teuer (und unbequem), dass sie auch nur zu
offiziellen Anlässen getragen wird. Zu Hause legt man sofort Kleid oder
Herrengala und die Perücken ab und trägt Negligé oder wattierten
Schlafrock und Schlappen. Den Kopf bedeckt eine Haube oder Nachtmütze,
denn der Kopf war oft der Perücken wegen kahl rasiert, aber auch damit
man die Krätze besser behandeln konnte.

Phantasievoll wie alles in dieser Zeit sind im Übrigen auch die Namen
der Stoff-Farben: Floh (spezifiziert nach alter und junger Floh,
Flohrücken, Flohschenkel usw.), vergifteter Affe und sterbender Affe,
Nönnchenbauch, Pipi von Dauphin oder Gossendreck sind einige davon. Im
Gesicht und Dekolleté werden die berühmten „Mouches“, die schwarzen
Schönheitspflästerchen getragen, von denen ebenfalls jedes einen
bestimmten Namen und eine Bedeutung erhält (das leidenschaftliche wird
am Augenwinkel angebracht, das galante sitzt mitten auf der Wange, das
kokette gehört an den Mundwinkel, das mörderische schließlich trägt man
am Busen).

Genauso mußte man den Fächer beherrschen. Auch für ihn gab es eine
Sprache (über die Wange gleiten lassend – Ich liebe Dich!, weit öffnend
– Warte auf mich!, öffnend und schließend – Du bist grausam! usw.).

Bei den Herren wird die naturfarbene lockenreiche und extrem warme
Allongeperücke des späten Barock abgelöst durch kleinere Perücken
unterschiedlichster Form, die fast ausschließlich weiss oder grau
gepudert werden.


TANZ:

Die Rokokozeit ist die graziösere und leichtere Abart des Barock.

Das Menuett war der Tanz des 18. Jahrhunderts. Er galt über hundert
Jahre als der schönste und schwerste Tanz und wird als einziger Satz in
die Sonatenkomposition aufgenommen. Aber das Menuett ist kein Tanz für
jedermann, denn es verlangte eine vollendete Körpertechnik, die man nur
durch jahrelangen Tanzunterricht erreichen konnte. Mit ihm drückte man
Würde, Eleganz und blasierte Müdigkeit aus.

Allein in Paris gab es damals ca. 300 Tanzmeister, die alle gute
Einnahmen hatten. Menuette wurden zu zweit, zu viert oder zu acht
getanzt. Es wurde noch symmetrisch, mit Schritten, die eine liegende
acht beschrieben, dann wurde ein S daraus, später eine 2 und schließlich
das Z.

Mit der Französischen Revolution wich alles Geschnörkelte und die
Künstlichkeit.

 

Das Barock

 

 

    

Das Wort Barock entstammt der portugiesischen Sprache, in der unregelmäßig geformte Perlen als barroco bezeichnet wurden, d. h. „schief“ oder „ungleichmäßig.

Barock wird in die Abschnitte Frühbarock (bis ca. 1650), Hochbarock (ca. 1650–1720) und Spätbarock oder Rokoko (ca. 1720–1770) gegliedert.

Einerseits ist das Barock das Zeitalter vom Dreißigjährigen Krieg,
Reformation und Inquisition und geprägt von der deutlichen Hinwendung
der Menschen zum jenseitigen Leben. Anderseits wird, gerade weil die
Welt ein „Jammertal“ ist, alles, was sie bietet, auch intensiv
ausgekostet. Prachtliebende Fürsten wie August der Starke und der
Sonnenkönig Ludwig der XIV sind Leitbilder für den gesamten Adel. Pracht
und Glanz entfalten sich an den Höfen Europas- wenn auch oft sehr steif
und pompös.

Das Theater entwickelt sich im Barocken Zeitalter und wird eine Multimediaerfahrung, mit dem gegenwärtigen architektonischen Raum anfangend.  Die Bühne verwandelt sich von einem romantischen Garten in das Interieur eines Palasts innerhalb von Sekunden. Der sichtbare Bühnenraum wird durch einen Rahmen eingeschränkt, der den Zuschauern erlaubt, nur eine spezifische Handlung zu sehen und ganz in die Illusion einzutauchen. Diese Illusionswirkung unterstützend verbirgt der Rahmen auch größtenteils die Maschinerie und Technologie. Diese Technologie beeinflusst den Inhalt der erzählten oder aufgeführten Stücke. Zum Beispiel für die in vielen Stücken praktizierte Konfliktlösung durch den Deus ex Machina. Götter waren im Stande – wörtlich – vom Himmel herunterzukommen und den Helden aus seiner gefährlichen, sogar absurden Situation zu retten. Die Vorstellung von der Welt als Theaterbühne Theatrum mundi entstand im Barock.



MODE:

Frauen im höfischen oder großbürgerlichen Bereich sind schon rein
äußerlich oft recht üppig und unterstreichen ihre Sinnlichkeit noch
durch prächtigste Kleidung.

Die Kleidung ist regional sehr unterschiedlich. Während die Frauen in
Spanien, Deutschland und Flamen unter dem religiös begründeten Diktat
der strengen „Spanischen Mode“ mit ihren steifen Miedern, der schwarzen
Farbe und den hochgeschlossenen Mühlstein – Spitzkragen stehen, brechen
die Französinnen und mehr noch die Italienerinnen dieses Diktat
selbstbewusst auf: Aus Mühlsteinkrägen werden offene Spitzenkragen über
tiefen Dekolletés, die vorgeschrieben sittsamen dunklen Farben werden
durch Gold, Silber und Weiß aufgehellt oder völlig ignoriert.

Die Schnitte sind pompös, die verschwenderisch verwendeten Stoffe schwer
und prächtig. zur Volumenerweiterung der Röcke werden zunächst steife
kegelförmige Reifröcke getragen, die aber dann zeitweilig von dicken, um
die Hüften geschnallten Lederwülsten abgelöst werden, die man als
„Weiberspeck“ bezeichnete.

Die Männer tragen zur Heerpauke (einer kugelrund ausgestopften kurzen
Hose)ein vollständig wattiertes Wams mit „Gänsebauch“- Optik, eine
insgesamt derartig steife Kleidung, die an Bequemlichkeit den
mittelalterlichen Rüstungen in nichts nachgestanden haben wird.

Der ständige Krieg mit seinen Landsknechten, die als Söldner ganz Europa
bereisen, bringt bis zur Jahrhundertmitte Belebung in die Mode. Sie
bevorzugen weite, grellbunte Kleidungsstücke(die Zerhauenen), die extrem
geschlitzt werden, und aus der ellenlang helles Unterfutter heraushängt:
Die Hosenform der „Pluderhosen“ wird von ihnen erfunden. Auch in der
höfischen und damit in der tonangebenden Gesellschaftsschicht wird der
Sitz der Kleidung lockerer (was sich aber nicht auf das weibliche
Schnürmieder bezieht). Die Eitelkeit – insbesondere die männliche –
feiert fröhliche Urständ und bringt Dinge hervor wie die „Rheingrafen“
(weite Hosenröcke mit Rüschensaum), Bänder und Schleifen an allen
Kleidungsteilen, rote hohe Absätze an den Schuhen und die
verschwenderische Verwendung von Spitzen.

Das Ganze gipfelt am Jahrhundertende in der bekannten Pracht des
französischen Hofes in Versailles zur Zeit des Sonnenkönigs.

In der Frauenkleidung reicht es zu der Zeit schon lange nicht mehr aus,
nur ein einzelnes Kleid zu tragen, man muss zeigen, dass man sowohl ein
kostbares Unterkleid als auch einen ebenso kostbaren „manteau“ tragen
(und bezahlen) kann. Damit aber beide Kleiderteile so richtig zur
Geltung kommen, wird raffinierte Draperien gelegt. Die Silhouette wird
dadurch schmaler, was man noch durch Frisuren „a la Fontange“ (d.h.
Strumpfbandfrisur) verstärkte. hierzu wurden die Haare mittels eines
Spitzenbandes auf bis zu 50 cm hohen schmalen Drahtgestellen
aufgebunden.

Die Männermode beruhigte sich allmählich und die Form des „Justaucorps“
(einer über einer langen Weste getragenen, oft reich bestickten Jacke)
entwickelt sich. Vorbild ist natürlich wieder ein Militärrock. Dies ist
im Grossen und Ganzen die Form der Männerbekleidung.

Die einzige größere Extravaganz in der Männermode am Ende des
Jahrhunderts ist die naturfarbene lockenreiche (und extrem warme)
Allongeperücke, die durch den nicht mehr ganz jugendfrischen Sonnenkönig
eingeführt wird. Sie soll ihm sein ewig jugendlich, strahlendes Aussehen
sichern und wird natürlich am Hof und in modischen Kreisen sofort
kopiert.

 

TÄNZE:

Tänze der Renaissancezeit strotzten vor Lebenskraft, die Tänze des
Barock waren noch leidenschaftlich, und die Tänze der Rokokozeit wie
z.B. das Menuett vergleicht man heute mit dem mechanischem Ablaufen
eines Uhrwerkes.

1680 hatte ein Tanz mit dem Namen Allemande Eingang am französischen
Hof. Es gab diesen Tanz zwar auch schon in der Renaissancezeit, aber
erst in der Barock- und Rokokozeit wurde dieser Tanz populär. Der Reiz
der Allemande lag in der erotischen Verschlingung der Arme, dadurch
wurde er zu einem Flirtspiel für beide Partner.

Die Courante wurde fast 2 Jahre gern getanzt. Die Courante war im 17.
Jahrhundert die Königin des Tanzes. Der Tanz war nicht einfach zu
erlernen. „Wie auf einem Boot im Sturm“, von rechts nach links
schwankend, wird sie von Zeitgenossen beschrieben. Auch durch die
Zickzackbewegungen wurde sie bei Sachs „Hüpfendes Hin und Her“ genannt.

Die Sarabande ist seit etwa 1650 als höfische Tanzform der Barockmusik
ein häufiger, ursprünglich fester Kernsatz der barocken Suite: Allemande
— Courante — Sarabande — Gigue. Da sie ein exotischer, schneller und
obszön wirkender Tanz war, wurde sie immer wieder und wieder verboten.
In kürzester Zeit wurde sie ein langsamer, anständiger Tanz, ausgelöst
durch diese Verbote. Bei den spanischen Tänzen tanzen beide Partner mit
erhobenem oder bewegtem Arm. Die Sarbande wurde mit Kastagnetten
getanzt.

Zur Branlefamilie gehört die Gavotte. Sie ist der lustigste und
ausgelassenste Tanz der Suite.

Tatsächlich gibt es ein Bergvolk des Gapencais im oberen Dauphiné, dass
sich Gavots nennt. Ihr Haupttanz nennt sich Gavotte. Zunächst tanzte man
diese Gavotten in verschiedenen gestaffelten Zeitmaßen im Kreis oder in
der Reihe. In der höfischen Gesellschaft war die Gavotte gern als
Einschub in die Suite verwendet worden. Oft erscheint die Gavotte hier
auch als Mittelteil in der dreiteiligen Musette.

Die Gavotte lebt heute als Volkstanz in der Bretagne weiter.

Die Blütezeit der Gigue ist das 17. und das beginnende 18. Jahrhundert.
Hier erlebte sie nicht nur an den Höfen ihre volle Bedeutung, sondern
fand auch gleichzeitig in den Komposition der Zeit ihren Stellenwert.
Danach tritt sie nur noch vereinzelt auf. Auch am Hofe von Elisabeth der
I. von England pflegt man die sog. „Elisabethanischen Jigs“ zu tanzen.
Shakespeare nannte ihn „hot and hasty“. Die Tänzer heben die Arme hoch,
hopsen herum und machen sich zum Narren. Er wird nur gehüpft. Besondere
Bedeutung fand der Giuge als Schlusssatz in der Suite.

Die Barockzeit war gekennzeichnet durch steife Förmlichkeit, polierte
Beherrschung und eine Vorliebe für Fettleibigkeit. Es gibt neue
Erfindungen in der Musik, die Oper, das Oratorium, die Kirchensonate,
das Konzert und die Suite.

Die höfischen Tänze waren nicht alle künstlich – geziert, dass einige
von ihnen fröhlich und ausgelassen getanzt wurden. Dies gehört offenbar
zu den Widersprüchlichkeiten der Zeit, zu jenen Unebenheiten der
„barocca“, zur Inkonsequenz des Lebendigen, die selbst in dieser Epoche
in vielen Bereichen immer wieder durchbrach.

  Ein Ball beginnt mit einer Branle. Der König führt den Reigen an; es
  folgen die Tänzer in strenger Standesordnung. Der Anführer wechselt
  jeweils ans Ende der offenen Kette, bis der König wieder an der Reihe
  ist. Alle Tänze beginnen und enden mit Reverenzen. Es folgt eine
  Gavotte, die ebenfalls ein Reigen ist, nur ein schneller getanzter.
  Als nächstes wird eine Courante getanzt. Es tanzen allein der König
  mit der Königin; alle anwesenden sehen stehend zu. Der König der dann
  nach Status festlegt, wer nacheinander, die Hofleute – immer unter den
  Augen des Herrschers und des gesamten Hofes, tanzt. Der nächste Tanz
  ist das Menuett. Geschildert wird eine Art von Folge.

Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde vor allem, durch
Froberger, eine bestimmte Satzfolge als verbindlich angesehen: Allemande
– Courante – SarabandeGigue. Die Einleitung übernahm oft ein nicht
tanzmäßiger Satz, z.B. eine Intrada.

Die Perücke

Der Ursprung der Perücke in der Zeit des Barocks liegt angeblich in der Eitelkeit
eines Mannes:
Sonnenkönig Ludwig XIV soll, so heißt es, die Perücke eingeführt haben,
um seine Glatze zu verbergen.

Bei den Damen wurden bis ca. 1710, noch Fontangen mit hoch aufgetürmtem
Vorderhaar getragen, diese wurden aber immer niedriger, bis sie
schließlich ganz verschwanden und von kopfnahen Frisuren abgelöst
wurden, unter denen sich die sogenannten Kurzhaarfrisuren (à la mouton)
befinden. Mme Pompadour ist auf den meisten Darstellungen mit dieser
Frisur abgebildet.

Erst ab ca. 1770, als das Rokoko sich dem Ende zuneigt, wurden die
Frisuren höher und voluminöser, so daß Haarteile und Drahtgestelle nötig
wurden. Die Turmbauten der 1770er/80er verlangten mehr, als die Natur
und geschickte Friseure zu leisten vermochten: mehr Haar, also Haarteile
wurden nötig.
Wer es sich leisten konnte (bzw. wegen des höfischen Zwangs mußte,
bestellte sich wöchentlich oder täglich den Friseur, während andere sich
alle paar Monate die Perücke neu machen ließen und sie ein- oder zweimal
im Monat aufsetzten.
Eine richtig gute Perücke war aus Menschenhaar, und wieviele weißhaarige
Frauen mit langem Haar waren wohl bereit, das ihre zu verkaufen? Eher
waren es junge Frauen, die aus Not ihr Haar verkauften, das dann
allerdings alle möglichen Farben hatte. Deshalb wurden die guten
Perücken aus naturfarbigem Haar gefertigt. Schlechtere Perücken aus
Tierhaar (Büffel oder Pferd). Nachdem die Frisuren meist sehr kunstvoll frisiert
waren, wurde die Perücke mehrere Tage nicht frisiert und natürlich auch nicht
gewaschen.
Allerdings wurden die Frisurenperücken jeden Tag gepudert. Die Reichen hatten
sogar eigene Puderkammern, die für diese Tätigkeit zur Verfügung
standen.
Puder scheinen die Damen anfangs nur wenig verwendet zu haben. Kein
Wunder, wenn man bedenkt, daß sie zunächst eher das eigene Haar trugen,
auf dessen Länge, Feinheit und Glanz sie sich etwas einbildeten. Mit dem
zunehmenden Einsatz von Haarteilen und Perücken gewann das Pudern den
Vorteil, daß es eventuelle Farbunterschiede zwischen dem Eigenhaar und
den Haarteilen kaschierte.
Der Puder war nicht immer weiß, sondern ebensooft grau oder blond.
Selbst für rötliches Puder gibt es zeitgenössische Rezepte.

Über den Kopfputz des Rokoko sind womöglich mehr Halbwahrheiten und
maßlose Übertreibungen verbreitet als über jeden anderen Aspekt der
Mode. Da gibt es Geschichten über Fontangen, die viermal so hoch wie der
Kopf waren, daß die Damen aufrecht schliefen, um die Frisur zu schonen,
oder über turmhohe Aufbauten.
Oder eine Dame die eine Perücke (mit leckerem Weizen- oder Kartoffelmehl
gepudert) in der Ecke des Ankleidezimmers stehen ließ und erst Wochen
später wieder hingeschaut hatte und darin Mäuse nisteten, und so war sie
tagelang das Gespött des Hofes. Man erzählt auch das die Perücke oft
nach dem Tragen in einen Vogelkäfig gelegt wurde, damit die Vögel sie
von Parasiten befreien konnte.

Für all diese Geschichten gilt:
„In bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum und ein Fünkchen
Wahrheit“ (Goethe: Faust I)

 

Geschichte des Kondoms



Seine Geschichte lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen.

1200 V. CHR. Bereits die alten Ägypter sollen sich mit Kondomen vor
Krankheiten und Infektionen geschützt haben. Minos, König von Kreta,
benutzt Kondome aus Ziegenblasen.

1564 Der italienische Arzt Fallopio verwendet beim Geschlechtsverkehr in
Flüssigkeit getränkte Leinensäcke als Schutz vor der ansteckenden
Krankheit Syphilis, die Seefahrer aus Amerika mitbrachten.

1655 Der englische Hofarzt bei Charles II, Dr. Condom, empfiehlt
Hammeldärme zur Infektions- und Empfängnisverhütung und wird dafür zum
Ritter geschlagen. Er gab dem Verhütungsmittel vermutlich seinen Namen.

Eine andere Erklärung für die Namensherkunft könnten die italienischen
Worte „condus“ (= Behältnis) bzw. „con“ (ital./lat. „cum“ = „mit“) und
„doma“ (lat. „domus“ = „Haus“ oder Kuppel“) darstellen.

1671 Madame de Sévigné beklagte in einem Brief an ihre Tochter, die
Gummihaut sei ein „Bollwerk gegen das Vergnügen, aber ein Spinnweb gegen
die Gefahr“.

1750 Casanova, der wohl berühmteste Liebhaber der Geschichte, benutzt im
18. Jahrhundert Kondome. Zu seiner Zeit wird der „redingote anglaise“,
(= englischer Reitmantel) noch von Hand gefertigt und in
Luxusausführungen mit Samt und Seide gefüttert. Selbstverständlich
werden die kostbaren Stücke mehrfach benutzt, zwischendurch getrocknet
und – falls nötig – mit Knochenleim und Tierdarm sorgfältig repariert.

1839 Das bereits seit längerem bekannte Naturprodukt „Kautschuk“
begründet schließlich den Siegeszug des Kondoms. Der Amerikaner Charles
Goodyear (1800–1860) macht den Pflanzensaft Kautschuk dauerhaft
elastisch und entwickelt 1838 das Verfahren der Vulkanisation.

1855 Goodyear stellt das erste Gummi-Kondom her. Es hat noch eine
Längsnaht und eine Wandstärke von 1–2 mm. (heute: 0,06 mm)

1901 Julius Fromm perfektioniert die Kondom-Produktion, indem er
Glaskolben in eine Latexlösung eintaucht. Auf diese Weise entstehen
hauchdünne Kondome.

1919 Fromm stellt erstmals maschinell gefertigte Kondome her.

1951 Das elektrische Prüfverfahren für Kondome wird eingeführt. Davor
gab es nur so genannte „Wasser-Berst-Prüfungen“.

1959 Verkauf und Werbung von Kondomen werden gemäß Gewerbeordnung § 41a
verboten: „Mittel oder Gegenstände, die zur Verhütung der Empfängnis
oder zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten dienen, dürfen in
Werbeautomaten an öffentlichen Plätzen, Wegen und Straßen nicht
feilgeboten werden.“ (Dieses Gesetz wurde inzwischen aufgehoben.)

1960 Feuchtigkeitsbeschichtete Kondome kommen in Mode und erhöhen den
Gebrauchskomfort.

1968 Die Kondome können mit Spermiziden beschichtet werden und haben
somit Spermien abtötende Wirkung.

1981 Die Kondome werden mit Aromastoffen versehen und in Deutschland
wird das erste Qualitätssiegel für Kondome erteilt: DLF-Gütesiegel.

1988 Studenten eröffnen den ersten condomi-Shop in Deutschland.

1996 Kondome waren in Europa seit 1996 nach DIN EN 600 normiert. Diese
Norm regelte einerseits die Größe (mindestens 17 Zentimeter lang und
4,4–5,6 Zentimeter breit), andererseits die Testverfahren, nach denen
die Präservative auf ihre Haltbarkeit, Festigkeit und Dichtigkeit
geprüft werden.

2002 Es gilt die internationale Norm EN ISO 4074, abgestimmt zwischen
CEN + ISO, die unter anderem einen flexibleren Spielraum für Normierung
der Größe einräumt.

HEUTE Kondome haben sich als wirksames Verhütungsmittel etabliert. Sie
sind das einzige Verhütungsmittel, das vor ungewollter Schwangerschaft
und gleichzeitig vor Infektionen schützt.

Mit meiner Freundin  Mme de Monte besuchte ich die Austellung „Die
Geschichte des Kondoms.“ Es war sehr interessant. Nun sind mir die
Unterlagen in die Hände gefallen und ich dachte, dies könnte Euch
interessieren.

 

Lustiges über Goethe

 Johann Wolfgang von Goethe befand sich in vornehmer Gesellschaft und
wurde vom Sohn des Gastgebers wie folgt angesprochen: Hochverehrter Herr
Geheimrat, auch wenn Sie Deutschlands Dichterfürst sind, möchte ich
Ihnen dennoch die Wette anbieten, dass ich Ihnen zwei Wörter sagen kann,
aus denen selbst Sie keinen Reim machen können. Goethe antwortete:
Junger Mann, ich nehme diese Wette gerne an, nennen Sie mir die zwei
Wörter. Der junge Mann antwortete: Die zwei Wörter sind Haustürklingel
und Mädchenbusen.

Nachdem Goethe sich einige Minuten zurückgezogen hatte, lieferte er als
Beweis dafür, dass er tatsächlich Deutschlands Dichterfürst sei, das
folgende Gedicht:

Goethe

Die Haustürklingel an der Wand,
der Mädchenbusen an der Hand,
sind beides Dinge wohlverwandt.
Denn, wenn man beide leis´ berührt,
man innen drinnen deutlich spührt,
dass unten draußen einer steht.


Das Taschentuch

"Früher brauchte man nur ein Taschentuch fallen zu lassen, und schon stürzten die Männer herbei. Heute könnte man einen Büstenhalter verlieren, und keiner rührt einen Finger." Helen Vita

Tatsächlich ist das Taschentuch der Stoff großer Dramen. Hätte Desdemona nur etwas besser auf das bestickte Tuch aufgepasst, das Othello ihr als Zeichen seiner Liebe schenkte, wäre die Welt um ein literarisches Meisterwerk ärmer. Georg Büchner ließ französische Revolutionäre beinahe einen Aristokraten lynchen, als ein Taschentuch dessen Herkunft verriet. Das Tuch kam bei Duellen zum Einsatz, Ritter befestigten es als Liebesbeweis an ihren Lanzen, und der osmanische Sultan Mehmed II. Fatih soll im 15. Jahrhundert sogar die Hinrichtung von Männern befohlen haben, die trotz niederen Standes ein Taschentuch bei sich trugen.

Erasmus von Rotterdam empfahl schon 1530, die Nase mit einem Tuch zu säubern, doch selbst feine Kreise schonten lieber ihre kostbaren Taschentücher und schnäuzten weiterhin beherzt in Hände und Kleiderärmel, bis der Schnupftabak dies 200 Jahre später dann doch zu unappetitlich machte. Nach der Erfindung des mechanischen Webstuhls boomte die Branche. Dreieckig, rechteckig, rund: Das Tuch war in allen Variationen zu haben. Das missfiel der stilbewussten Marie Antoinette. Einem Dekret ihres Gatten Ludwig XVI. verdanken wir die bis heute übliche, quadratische Form des Taschentuchs. Die überlebte sogar den Übergang zum Papiertaschentuch seit 1929.

 

Giftige Jeannie

Im Tierreich sind die Männer schöner als die Weibchen. Diesen Fehler hat Gott beim Menschen korrigiert. C. B.

Um soziales Gewissen zu haben, muss man nicht wie eine Vogelscheuche herumlaufen Spitzenwäsche wird den Weltuntergang nicht beschleunigen B.

Ganz egal, wie eine Frau aussieht: Wenn sie sich sicher und gut fühlt, ist sie sexy. P. H.

Männer sind Wesen mit zwei Beinen und acht Händen. J. M.

Die Fantasie des Mannes ist die beste Waffe der Frau. K. H.

Die Männer mögen vielleicht das Feuer entdeckt haben, die Frauen aber, wie man damit spielt. S.

Wenn ein Mann der umworbenen Frau versichert, er sei ihrer nicht würdig, dann hat er meistens recht. J. M.

Unter Nächstenliebe verstehen viele Männer die Liebe zur nächsten Frau. E. P.

Männer haben nur zwei Dinge im Kopf. Geld ist das andere. J. M.

Ein Kleid macht keinen Sinn, wenn es einen Mann nicht anregt, es dir ausziehen zu wollen. F. S.

Unter Gleichberechtigung verstehen manche Männer, dass Sie eine Freundin haben, weil ihre Frau auch eine hat. L. G.

Eine Maus ist ein Tier, dessen Pfad mit in Ohnmacht fallenden Frauen übersät ist. A. B.

Wahre Schönheit und Weiblichkeit sind alterslos und nicht künstlich herstellbar. M. M.

 

Und wie das Wolferl sagen würde

Wolfgang A. Mozart war ein begeisterter Tänzer. Er versäumte weder die öffentlichen Maskenbälle im Theater, noch die Hausbälle von Freunden.

In einem Brief schreibt er:

Vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. Wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört, – was nur eine Stunde? – Nein Nein – Morgens um 7 uhr;

Mozart komponierte für die Tanzformen seiner Zeit. Insgesamt sind uns aus seiner Feder rund 130 Menuette, 40 Kontratänze, 49 Deutsche und 6 Ländler überliefert.

Zur Zeit Mozarts war die Tanzmode stark von Frankreich geprägt und Kontratänze waren sehr beliebt. Diese Tänze regten dazu an, immer wieder neue Figurenkombinationen zu erfinden. Sie sind ein Spiel mit bewegten Linien und Formen in Raum und Zeit.

Und wie das Wolferl sagen würde:

….ach kommt geschwind her ihr lieben, wir machen ein tanzerl.


Das Riechsalz

In früherer Zeit hatten die Damen meisten ihr Riechsalzfläschchen griffbereit, um damit Ohnmachten, die durch die eng geschnürten Korsetts begünstigt wurden, vorzubeugen.

Heute kann Riechsalz eine beruhigende Wirkung bei Stress und vielen Situationen haben, wo du erst einmal tief durchatmen musst.

Als Zutaten benötigst du:

3 Esslöffel Glaubersalz

1 Teelöffel Vanillzucker

1 Prise gemahlenener Zimt

1 Prise gemahlene Gewürznelke

1 Prise gemahlener Anis

1 Prise gemahlener Ingwer

1 Teelöffel Parfümöl

1/2 Teelöffel 70% igen Alkohol

Alsdann werden die Gewürze und das Salz in einem Gefäß gut miteinander vermischt. Dann das Parfümöl im Alkohol auflösen und unter ständigem Umrühren tropfenweise der Mischung beigeben, bis die gewünschte Parfümierung erreicht ist.
Damit ist das Riechsalz fertig und du kannst es in ein Glasfläschchen abfüllen.


Viel Spass beim ausprobieren und experimentieren