Shirley und Lilli sind unterwegs in HeilbronnGeschrieben von Sabine Stern in
Stern Stunde
Eines schönen Morgens in Heilbronn beschlossen Shirley, die schwarz-weiße, Lhasa Apso Hündin, und Lilli, die silbergraue Yorkshire Dame, auf Entdeckungstour zu gehen. Ihr erster Halt war die beeindruckende Kilianskirche. Shirley war fasziniert von den hohen Türmen, während Lilli sich für die kunstvollen Fenster interessierte. Anschließend schlenderten sie zum Käthchenhaus, wo sie sich in die Geschichten von Käthchen vertieften. Die magische Atmosphäre des Hauses ließ sie in vergangene Zeiten eintauchen. Ihr nächster Halt war der Bildungscampus. Shirley war beeindruckt von der modernen Architektur und den vielen Studenten, die emsig lernten. Lilli genoss es, von den freundlichen Studierenden gestreichelt zu werden. Das Highlight ihres Ausflugsfanden sie bei der Experimenta, dem größten Science Center Deutschlands. Die interaktiven Ausstellungen und Experimente begeisterten die beiden Hunde, und sie lernten viel Neues über Wissenschaft und Technik. Dann folgten sie dem Neckar entlang und erreichten den Wertwiesenpark. Die weiten Grünflächen und die bunten Blumen boten ihnen eine willkommene Pause. Shirley jagte begeistert einem Schmetterling hinterher, während Lilli das Wasser des Neckars bestaunte. Erschöpft, aber glücklich, kehrten Shirley und Lilli nach Hause zurück. Heilbronn hatte ihnen erneut gezeigt, wie viel Geschichte, Natur und Wissenschaft die Stadt zu bieten hat. đžâ¤ď¸ Das BadenGeschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert Der Gebrauch eines künstlich zubereiteten Bades war vor der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in Frankreich so gut wie ungenützt. In einem Schloss mit 300 Bewohnern war es nicht möglich, jeden mit warmen Wasser zu versorgen. Nur Privilegierte durften sich ein Bad gestatten. Selbst in der Hauptstadt gab es nur wenige Bader (Barbiere), deren Etablissements eine Badewanne besaßen. Im Jahre 1789 kostete ein einfaches Bad in Paris 3 Livres. (45 Euro) Nur in reichen und vornehmen Häusern gab es Badeeinrichtungen, die aus mehreren Räumen bestanden und in welchen ein grosser Luxus entfaltet wurde. „Diese Bäder, sagt die Encyclopédie, bestehen aus einem Vorzimmer, in welchem sich die Dienstboten aufhalten, während der Herr im Bade ist, einem Zimmer mit Bett, auf welchem man sich nach dem Bade ausruht, einem Raum, in dem die Badewanne steht, einem Garderoben- und Toilettenzimmer, einer Trockenstube zum Trocknen der Wäsche und zum Wärmen des Wassers, einer Retirade (Toilette) u. s. w., endlich aus einem kleinen Garten. Die Räume waren gewöhnlich mit Getäfel, mit Malereien, Vergoldungen und Spiegeln dekoriert. Die Badewanne war aus rotem Kupfer gefertigt und 4½ Fuss lang und 2½ Fuss breit, an den Ecken abgerundet und ungefähr 26 Zoll hoch. Sie war inwendig verzinnt zum Schutz gegen den Grünspan und aussen mit Ölmalereien verziert, welche auf ihre Bestimmung Bezug hatten. Man legte zur grösseren Reinlichkeit auch Laken und Kissen hinein. Die beiden Hähne befanden sich am unteren Ende rechts und links. Man stellte die Badewannen gewöhnlich in Nischen auf und brachte darüber einen Baldachin von Musselin oder Leinwand an.“ GänseblĂźmchenGeschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt. Honoré de Balzac 1799 - 1850 Die FächerspracheGeschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert Die sogenannte Fächersprache, ein geheimer nonverbaler Code des Adels, entstand im 18. und 19. Jahrhundert. Damen der feinen Gesellschaft nutzten die raffinierten Bewegungen, um auf Bällen oder bei Hofe diskret zu flirten, Gefühle auszudrücken oder heimliche Treffen zu vereinbaren, ohne dabei gegen die strikte Etikette zu verstoßen. Ein paar Beispiele: Langsames Fächeln: Ich liebe dich beständig. Schnelles Fächeln: Ich bin vergeben / Liebe einen anderen. Fächer an das linke Ohr halten: Du bist mir gleichgültig / Lass mich in Ruhe. Fächer über die Stirn gleiten lassen: Du hast dich sehr verändert. Fächer geschlossen präsentieren: Liebst du mich? Den Fächer über die Wange legen: Ja / Ich liebe dich. Durch die Hand ziehen: Ich verabscheue dich.
Das KorsettGeschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert Bei Rokoko-Korsetts (genauer: Schnürbrüste oder „Stays“) wurden die Ösen meist nicht aus Metall gefertigt wie bei modernen Korsetts. Stattdessen machte man sie so: Mit einem Ahle-Werkzeug wurde ein kleines Loch in den Stoff gedrückt (nicht geschnitten, damit die Fasern erhalten blieben). Das Loch wurde mit festem Leinen- oder Seidengarn dicht umstochen. Mehrere Runden Knopflochstiche verstärkten die Öffnung. Dadurch entstand eine sehr stabile genähte Öse, durch die die Schnürung geführt wurde. Metallösen kamen erst im 19. Jahrhundert nach und nach stärker in Gebrauch. Im Rokoko (ca. 1720–1780) waren handgenähte Ösen die übliche und historisch korrekte Methode. Interessanterweise halten gut genähte Ösen oft erstaunlich viel Zug aus, weil die Stofffasern nicht durchtrennt werden. Deshalb bevorzugen viele historische Schneiderinnen und Reenactors diese Technik noch heute. Metallösen kamen erst im 19. Jahrhundert nach und nach stärker in Gebrauch. Im Rokoko (ca. 1720–1780) waren handgenähte Ösen die übliche und historisch korrekte Methode.
Das GesichtGeschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert Ein zentrales Modeaccessoire. Sie dienten nicht nur der Betonung der extrem hell geschminkten Haut, sondern bildeten auch einen nonverbalen Kommunikationscode, um im gesellschaftlichen Kreis Botschaften zu senden und Verehrer anzulocken. Die Schönheitspflaster des Rokoko waren aus unterschiedlichen Materialien und in den verschiedensten Formen gefertigt und wurden ins Gesicht oder auf das Dekolletée geklebt. Wie ein Lexikon der Zeit verrät, gab die Platzierung Aufschluss über den Charakter der Träger*in: Leidenschaftlich: Augenwinkel Würdevoll, majestätisch: Mitte der Stirn Verspielt: Rand der Wange Galant: Mitte der Wange Intrigant: Mundwinkel
Die Schönheitspflaster des Rokoko boten mit ihrer dunklen Farbe einen Kontrast zur hellen Haut, die dem damaligen Schönheitsideal entsprach. Der blasse Teint wurde mit Schminke aus Bleiweiß erzielt und sollte jugendlich und makellos wirken. Das genaue Gegenteil war allerdings eine der Nebenwirkungen des arsenhaltigen und somit giftigen Schminkweiß: Das Hautbild konnte für immer zerstört werden - da half auch das ebenfalls populäre Rouge nicht. Das Auflegen von Rouge war bei Frauen wie Männern der Oberklasse verbreitet und fördert zwei weitere Besonderheiten der Epoche zutage: Zum einen verweist es in der optischen Angleichung von Frauen und Männern auf das Spiel mit Geschlechterrollen, das in Travestien der Theaterunterhaltung bei der französischen Hofgesellschaft beliebt war. Zum anderen wurde das Rouge Ausgangspunkt einer Kritik an der Unnatürlichkeit des Make-ups, das Ausdruck von Eitelkeit sei. La Bella vitaGeschrieben von Sabine Stern in
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