Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Friday, 2. October 2026

Jetzt ist es morgens zwar schon recht kühl, aber dann lässt die Sonne ihre wärmenden Sonnenstrahlen durch die Äste der Bäume spicken. Die Autos sind mit mit einer weißen, durchsichtigen Schicht Reif eingehüllt, der sich beugend den Sonnenstrahlen überlässt. Bei jedem Hauch sieht man den Atem, der sich in die Luft wie eine Sprechblase einbringt. Farben von zartem Ockergelb, warmen Orange, kräftigem Rot und sattem Braun tragen die Blätter als Kleid der Bäume. Kastanien und Nüsse liegen am Wegesrand und möchten beachtet werden. Das schon gefallenen Laub auf dem Weg raschelt geheimnisvoll unter dem Tritt des Fußes. Ein Lächeln zaubert sich auf mein Gesicht. Herbst, was bist du für eine wunderschöne Jahreszeit.
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken Sterne
Friday, 2. October 2026

Ich bin ein kleiner Laternenkürbis und heiße Rudi. Wir Kürbisse sind die größten Früchte im Pflanzenbereich. Von meinen Freunden unterscheide ich mich in der Form, Farbe, Größe, Außenhaut und dem Fruchtfleisch. Wir wachsen rankend und auch kletternd über den Boden im Sommer.
Vor ein paar Tagen kam der Herbst mit großen Schritten und zauberte wunderschöne, warme Farben in die Natur. Er erzählte uns Kürbissen, dass es an der Zeit wäre erwachsen zu werden und dass wir geerntet werden könnten. Bloß was ernten ist, sagte er uns nicht.
In den Morgenstunden ist es nun auch schon recht frisch, aber über den Tag werden wir von wärmende Sonnenstrahlen liebkost. Am Abend sind wir dann ganz müde vor lauter Wachsen. Erwachsen zu werden strengt nämlich ganz schön an. Auch uns Kürbisse.
Viele Menschen kamen heute schon sehr früh und haben uns gepflückt und in ein großes Ding aus Blech mit vier Rädern verladen. Aus ihm kam grauer Rauch, der furchtbar stank. Ein riesengroßer Mensch meinte: "Die Ernte sei gut ausgefallen." Das war also ernten. "Und nun?", fragte ich mich. "Was passiert mit uns als nächstes?"
Die Menschen legten uns auf eine mit Stroh geschmückte Pyramide. Jeder hatte ein schönes Plätzchen bekommen und wir fühlten uns alle sehr wohl.
Doch bei jedem Geräusch zuckten wir zusammen. Sobald sich jemand der Pyramide näherte, zeigten wir uns von unserer besten Seite. Man weiß ja nie.
Ich spüre warme Finger auf meiner Haut und werde dann auch schon sanft in einen Korb gelegt.
Kürbine, eine cremefarbene Butternut-Dame gesellt sich zu mir. Marie, ein ganz deiner, orangener Hokkaido- Kürbis wird auch zu uns in den Korb gelegt. Vittorio ein charmanter Festval-Kürbis und Rosetta, eine quirlige Zierkürbis-Dame, sowie Alfredo,ein Spagettikürbis und dessen neue französische Freundin Chantal eine Riesenkürbisin, vervollständigen die Runde.
"Halt, ich möchte auch noch mit," sagt eine sonore Stimme aus nächster Nähe. Es ist Balduin der Moschus Kürbis.
"So ihr Hubschen, jetzt fahren wir nach Hause, hören wie eine angenehme, fröhliche Stimme sagen.
"Wer so eine tolle Stimme hat, kann nicht's Böses mit uns in Sinn haben." Zustimmend wackeln wir alle.
"Aber, aber - irgendwie habe ich Angst", meint Kürbine. Ich habe soviel Schreckliches gehört. Da hat manwelchen von uns Kürbissen die Haut abgezogen und sie dann eingehobelt und auf offenem Feuer gegart. "Terrible, das ist ja furchtbar" jammert Chantal und zittert. Auf einmal geht ein Ruckeln durch den Korb und er wird mit uns hochgehoben. Wir werden ziemlich durchgeschüttelt. Alle knirschen und quietschen vor Angst.
Plötzlich ist es ganz ruhig und still. Auch wir Kürbisse geben keine Mucks von uns. Ich spüre wieder die warmen Finger.
Ich, Rudi, komme zuerst dran. Mutig strecke ich mich durch und erwarte mein Schicksal.
"Freunde, ich kann richtig sehen!" Ich habe Augen und mit denen kann ich sehen. Die Welt um mich herum ist so schön und so bunt. Es wird euch gefallen. Nur kitzelt es es ein wenig.

Hu
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken Sterne
Tuesday, 22. September 2026

Eines Tages stand ich vor einer kleinen Schale voller Halbedelsteine. Jeder einzelne schimmerte anders – manche leuchteten kräftig, andere waren ganz zart und unscheinbar.
Ich nahm mir Zeit und betrachtete sie. Dann fiel mein Blick auf einen ganz bestimmten Stein.
Ich nahm ihn in die Hand – und plötzlich fühlte er sich vertraut an. Als hätte ich ihn nicht gerade erst entdeckt, sondern als hätte er schon auf mich gewartet.
Vielleicht ist es wirklich so:
Nicht immer suchen wir uns einen Stein aus. Manchmal sucht sich ein Stein seinen Menschen aus.
Und vielleicht trägt er genau die Botschaft in sich, die wir gerade brauchen.
Seit diesem Tag ist er mein kleiner Begleiter. Ein Stück Natur, ein kleiner Zauber – und eine stille Erinnerung daran, dass manches im Leben genau im richtigen Augenblick zu uns findet.
Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Sunday, 13. September 2026
Die Sonne wird schon milder,
der Sommer langsam still,
der Wind streicht durch die Felder,
weil er uns sagen will:
Genieß die warmen Stunden,
das Licht, den goldnen Schein,
denn auch im Spätsommer
kann Glück noch Sommer sein.

Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Tuesday, 1. September 2026
Geschrieben von Sabine Stern in
Stern Stunde
Sunday, 30. August 2026
Augenblick
Hallo zusammen,
gönne deinen Augen eine Pause und widme ihnen deine Aufmerksamkeit.
Sie sehen für dich, sie schauen aber auch in dein Innerstes.
Schließe deine Augen.
Atme ein paarmal ein und aus.
Richte nun dein ganzes Interesse auf deine Augen.
Bewege nun deine Augen nach oben, als würdest du über dich hinauswachsen.
Bewege nun deine Augen nach unten. Halte deinen Kopf ganz ruhig und gerade, als wolltest du deinen Hals anschauen.
Bewege deine Augen nun nach rechts …
und nach links …
Nun lasse sie sich in einer behaglichen Position kurz ausruhen.
Halte deinen Kopf ganz ruhig und gerade und lasse deine Augen dreimal langsam im Uhrzeigersinn kreisen:
12 – 3 – 6 – 9 – 12
12 – 3 – 6 – 9 – 12
12 – 3 – 6 – 9 – 12
Nun bewege sie dreimal langsam gegen den Uhrzeigersinn:
12 – 9 – 6 – 3 – 12
12 – 9 – 6 – 3 – 12
12 – 9 – 6 – 3 – 12
Lasse deine Augen geschlossen.
Nun einfach ausruhen.
Einfach ausruhen.
Einfach nichts tun.
Solange sich deine Augen ausruhen, bereite ihnen eine Überraschung vor.
Reibe deine Handinnenflächen aneinander und spüre die wohlige Wärme.
Reibe sie fest und kräftig.
Lege nun deine Hände auf deine geschlossenen Augen.
Spüre, wie sich die Wärme tief in ihnen ausbreitet.
Wärme und tiefe Energie fließen in deine Augen – warm und ruhig.
Nun öffne deine Augen unter dem Schutz deiner Hände und sage zu dir selbst:
„Meine Augen sehen hell und klar, was ich vorher niemals sah.“
Nimm nun deine Hände von deinen Augen.
Du fühlst dich ruhig und entspannt.
Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Wednesday, 26. August 2026

Eine gute Frau muß die Augen immer aufhaben, aber sie muß sie auch zuzumachen verstehen, je nachdem.
Sie muß alles sehen, aber sie muß nicht alles sehen wollen.
Theodor Fontane
Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Friday, 21. August 2026
Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Sunday, 9. August 2026
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken Sterne
Sunday, 2. August 2026

Eines schönen Morgens in Heilbronn beschlossen Shirley, die schwarz-weiße, Lhasa Apso Hündin, und Lilli, die silbergraue Yorkshire Dame, auf Entdeckungstour zu gehen.
Ihr erster Halt war die beeindruckende Kilianskirche. Shirley war fasziniert von den hohen Türmen, während Lilli sich für die kunstvollen Fenster interessierte.
Anschließend schlenderten sie zum Käthchenhaus, wo sie sich in die Geschichten von Käthchen vertieften. Die magische Atmosphäre des Hauses ließ sie in vergangene Zeiten eintauchen.
Ihr nächster Halt war der Bildungscampus. Shirley war beeindruckt von der modernen Architektur und den vielen Studenten, die emsig lernten. Lilli genoss es, von den freundlichen Studierenden gestreichelt zu werden.
Das Highlight ihres Ausflugsfanden sie bei der Experimenta, dem größten Science Center Deutschlands. Die interaktiven Ausstellungen und Experimente begeisterten die beiden Hunde, und sie lernten viel Neues über Wissenschaft und Technik.
Dann folgten sie dem Neckar entlang und erreichten den Wertwiesenpark. Die weiten Grünflächen und die bunten Blumen boten ihnen eine willkommene Pause. Shirley jagte begeistert einem Schmetterling hinterher, während Lilli das Wasser des Neckars bestaunte.
Erschöpft, aber glücklich, kehrten Shirley und Lilli nach Hause zurück. Heilbronn hatte ihnen erneut gezeigt, wie viel Geschichte, Natur und Wissenschaft die Stadt zu bieten hat. 🐾❤️
Geschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert
Friday, 24. July 2026
Der Gebrauch eines künstlich zubereiteten Bades war vor der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in Frankreich so gut wie ungenützt. In einem Schloss mit 300 Bewohnern war es nicht möglich, jeden mit warmen Wasser zu versorgen. Nur Privilegierte durften sich ein Bad gestatten.
Selbst in der Hauptstadt gab es nur wenige Bader (Barbiere), deren Etablissements eine Badewanne besaßen. Im Jahre 1789 kostete ein einfaches Bad in Paris 3 Livres. (45 Euro)
Nur in reichen und vornehmen Häusern gab es Badeeinrichtungen, die aus mehreren Räumen bestanden und in welchen ein grosser Luxus entfaltet wurde. „Diese Bäder, sagt die Encyclopédie, bestehen aus einem Vorzimmer, in welchem sich die Dienstboten aufhalten, während der Herr im Bade ist, einem Zimmer mit Bett, auf welchem man sich nach dem Bade ausruht, einem Raum, in dem die Badewanne steht, einem Garderoben- und Toilettenzimmer, einer Trockenstube zum Trocknen der Wäsche und zum Wärmen des Wassers, einer Retirade (Toilette) u. s. w., endlich aus einem kleinen Garten. Die Räume waren gewöhnlich mit Getäfel, mit Malereien, Vergoldungen und Spiegeln dekoriert. Die Badewanne war aus rotem Kupfer gefertigt und 4½ Fuss lang und 2½ Fuss breit, an den Ecken abgerundet und ungefähr 26 Zoll hoch. Sie war inwendig verzinnt zum Schutz gegen den Grünspan und aussen mit Ölmalereien verziert, welche auf ihre Bestimmung Bezug hatten. Man legte zur grösseren Reinlichkeit auch Laken und Kissen hinein. Die beiden Hähne befanden sich am unteren Ende rechts und links. Man stellte die Badewannen gewöhnlich in Nischen auf und brachte darüber einen Baldachin von Musselin oder Leinwand an.“

Geschrieben von Sabine Stern in
Sternen Art
Sunday, 19. July 2026

Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt.
Honoré de Balzac 1799 - 1850
Geschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert
Thursday, 16. July 2026
Die sogenannte Fächersprache, ein geheimer nonverbaler Code des Adels, entstand im 18. und 19. Jahrhundert. Damen der feinen Gesellschaft nutzten die raffinierten Bewegungen, um auf Bällen oder bei Hofe diskret zu flirten, Gefühle auszudrücken oder heimliche Treffen zu vereinbaren, ohne dabei gegen die strikte Etikette zu verstoßen.
Ein paar Beispiele:
Langsames Fächeln: Ich liebe dich beständig.
Schnelles Fächeln: Ich bin vergeben / Liebe einen anderen.
Fächer an das linke Ohr halten: Du bist mir gleichgültig / Lass mich in Ruhe.
Fächer über die Stirn gleiten lassen: Du hast dich sehr verändert.
Fächer geschlossen präsentieren: Liebst du mich?
Den Fächer über die Wange legen: Ja / Ich liebe dich.
Durch die Hand ziehen: Ich verabscheue dich.

Geschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert
Friday, 10. July 2026
Bei Rokoko-Korsetts (genauer: Schnürbrüste oder „Stays“) wurden die Ösen meist nicht aus Metall gefertigt wie bei modernen Korsetts.
Stattdessen machte man sie so:
Mit einem Ahle-Werkzeug wurde ein kleines Loch in den Stoff gedrückt (nicht geschnitten, damit die Fasern erhalten blieben).
Das Loch wurde mit festem Leinen- oder Seidengarn dicht umstochen.
Mehrere Runden Knopflochstiche verstärkten die Öffnung.
Dadurch entstand eine sehr stabile genähte Öse, durch die die Schnürung geführt wurde.
Metallösen kamen erst im 19. Jahrhundert nach und nach stärker in Gebrauch. Im Rokoko (ca. 1720–1780) waren handgenähte Ösen die übliche und historisch korrekte Methode.
Interessanterweise halten gut genähte Ösen oft erstaunlich viel Zug aus, weil die Stofffasern nicht durchtrennt werden. Deshalb bevorzugen viele historische Schneiderinnen und Reenactors diese Technik noch heute.
Metallösen kamen erst im 19. Jahrhundert nach und nach stärker in Gebrauch. Im Rokoko (ca. 1720–1780) waren handgenähte Ösen die übliche und historisch korrekte Methode.

Geschrieben von Sabine Stern in
18. Jahrhundert
Saturday, 4. July 2026
Ein zentrales Modeaccessoire. Sie dienten nicht nur der Betonung der extrem hell geschminkten Haut, sondern bildeten auch einen nonverbalen Kommunikationscode, um im gesellschaftlichen Kreis Botschaften zu senden und Verehrer anzulocken.
Die Schönheitspflaster des Rokoko waren aus unterschiedlichen Materialien und in den verschiedensten Formen gefertigt und wurden ins Gesicht oder auf das Dekolletée geklebt. Wie ein Lexikon der Zeit verrät, gab die Platzierung Aufschluss über den Charakter der Träger*in:
Leidenschaftlich: Augenwinkel
Würdevoll, majestätisch: Mitte der Stirn
Verspielt: Rand der Wange
Galant: Mitte der Wange
Intrigant: Mundwinkel

Die Schönheitspflaster des Rokoko boten mit ihrer dunklen Farbe einen Kontrast zur hellen Haut, die dem damaligen Schönheitsideal entsprach. Der blasse Teint wurde mit Schminke aus Bleiweiß erzielt und sollte jugendlich und makellos wirken. Das genaue Gegenteil war allerdings eine der Nebenwirkungen des arsenhaltigen und somit giftigen Schminkweiß: Das Hautbild konnte für immer zerstört werden - da half auch das ebenfalls populäre Rouge nicht.
Das Auflegen von Rouge war bei Frauen wie Männern der Oberklasse verbreitet und fördert zwei weitere Besonderheiten der Epoche zutage: Zum einen verweist es in der optischen Angleichung von Frauen und Männern auf das Spiel mit Geschlechterrollen, das in Travestien der Theaterunterhaltung bei der französischen Hofgesellschaft beliebt war. Zum anderen wurde das Rouge Ausgangspunkt einer Kritik an der Unnatürlichkeit des Make-ups, das Ausdruck von Eitelkeit sei.

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