Skip to main content

4. Advent

Im Himmel herrschte reges Treiben, stand doch Weihnachten vor der Tür. Wünsche hier, Wünsche da. Jedes Menschenkind sollte zufriedengestellt werden.
Nur Felix saß auf seiner Wolke Nr. 22 und langweilte sich fürchterlich. Er hatte sich dieses Jahr erhofft, endlich ein Weihnachtsengel zu werden, wartet er doch schon so lange auf diese Arbeit. Bis jetzt hat ihn aber der Personalchef „Weihnachtsmann“ noch nicht zu sich gerufen. Einen Job bei dem Weihnachtszustelldienst zu bekommen, war langwierig und fast aussichtslos. Felix hatte sich zwar mit eingehendem Bewerbertraining in der Engelschule darauf vorbereitet, aber die Warteliste war lang.

„Felix von Wolke 22, bitte zum Weihnachtsmann“ ertönte es aus den himmlischen Lautsprechern. Hurtig macht sich Felix auf den Weg. Nun steht er mit klopfendem Herzen vor der großen Tür. „Komm nur herein“ hört er den Weihnachtsmann mit seiner tiefen, sonoren Stimme sagen. Schon öffnet er die Tür und Felix sieht ihn an seinem Schreibtisch sitzen. „Du bist dran, Felix. Ich habe einen besonderen Auftrag für dich. Flieg zu Marie. Was Marie sich wünscht, konnte bisher nicht festgestellt werden. Kläre das ab, frag sie selbst und trödle nicht rum. Morgen ist Weihnachten“, brummte der Weihnachtsmann gestresst in seinen weißen Bart.
„Wo soll ich denn hinfliegen, wie finde ich Marie?“, fragte Felix mit vor Aufregung zitternder Stimme. „Komm mit mir, sagte das Christkind, ich gebe dir einen Erdenplan. Dort habe ich dir das Haus angekreuzt, indem Marie wohnt“.

Als Felix bei Marie ankommt, sitzt sie am Bett ihrer Mami, die ihn mit fiebrigen Augen ansieht. „Marie, was kann ich für dich tun? Eine Barbiepuppe, eine Wii oder ein Handy?“ Marie sieht ihn mit großen Augen an. „Ich warte schon ein paar Tage auf dich. Ich habe jeden Tag gebetet, dass du vorbeikommst, aber nichts ist passiert.“ Felix murmelt etwas verlegen was von Hauptsaison, Verwaltungskram und Weihnachtsstress.

„Aber jetzt bist du ja da“, sagte Marie mit strahlenden Augen. „Bitte, bitte erfülle mir meinen Wunsch und mache meine Mami wieder gesund, damit wir zusammen Weihnachten feiern können. Sie ist doch schon seit ein paar Tagen so erkältet und fiebrig und es geht ihr gar nicht gut.“ Dabei schaut sie Felix flehend an.
Er lächelt und streichelt Marie über das Haar. „Dann wollen wir mal ganz schnell deine Mami gesund machen.“ Er legt seine Hände auf Kopf und Stirn der Mutter und lässt deren heilende Wirkung strömen. Auch fühlt er die Liebe von Maries kleinem Herzen und gab auch dieses weiter. „Vielen Dank“ flüsterte die Mutter schwach und leise. Ihre Stirn war schon wesentlich kühler. „Vielen Dank“, sagt Marie und legt den Kopf auf die Brust der Mutter, deren Hand Marie sanft liebkoste.

„Weihnachten, das Fest der Liebe existiert doch noch für einige Menschen und ich bin ein Teil davon, ein richtiger Weihnachtsengel“, freut sich Felix und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Dann zwinkert er Marie zu und legt ihr noch eine Barbiepuppe in den Arm, bevor er sich wieder auf den Heimweg macht.

Sabine Stern

Glühweinbirnen mit Lebkuchenmousse

Dieser leckere Nachtisch verkörpert mit seinen Zutaten für mich Weihnachten.

Zutaten für 8 Personen:


4 Birnen
4 Nelken
200ml Rotwein
50g Zucker
1 Stange Zimt
2 Prisen gemahlener Kardamon
1 Prise Ingwerpulver
Eine unbehandelte Orange
150g weiße Schokolade
1 Blatt Gelantine
1 Eigelb
1TL Lebkuchengewürz
2EL weißer Rum
250ml Sahne

Zubereitung der Birnen:
Den Rotwein, Gewürze und die abgeriebene Schale von Zitrone und Orange in einen Topf geben. Auch den Saft der Früchte hinzu geben und alles etwa 5 Minuten bei kleiner Hitze kochen lassen.

Die Birnen schälen und das Kerngehäuse entfehrnen. Dann die Früchte in Viertel schneiden. Die Gewürze aus den Glühwein passieren und die Birnen ca. 5-15 Minuten darin weich kochen. Den Topf neben dem Herd stellen und Sud und Birnen abkühlen lassen.

Zubereitung der Creme:
Weiße Schokolade möglichst fein reiben. Dann die Gelantine in kaltem Wasser einweichen. Das Ei zusammen mit dem Eigelb über einem heißen Wasserbad aufschlagen, bis eine helle, dickliche Creme entsteht. Dann die Hitze reduzieren und die vorbereitete Schokolade unterrühren bis eine homogene Masse entsteht. Nun Lebkuchengewürz hinzufügen.

Im nächsten Schritt den Rum leicht erhitzen. Dann in der heißen Flüssigkeit die Gelantine auflösen. Nun eine geringe Menge der Ei-Schoko-Masse hinzufügen, um so einen Wärmeausgleich zwischen der Ei-Schoko-Masse und der Rum-Gelantine Mischung zu erreichen. Wenn beide Massen ungefähr die gleiche Temperatur haben, alles mischen und leicht abkühlen lassen.

Im Anschluss die Sahne mit einer Prise Zucker steif schlagen und vorsichtig unter die Schoko-Masse heben. Abschließend das Ganze in Förmchen füllen und mindestens 3 Stunden gut kühlen. Im besten Fall macht man die Mousse bereits am Vortag und lässt sie über Nacht durchziehen.

Anrichten:
Die Birnenviertel auffächern und neben oder auf der Mousse platzieren. Einen Schuss Glühweinsud darüber gießen und servieren. Wer mag kann den übrigen Glühwein erhitzen und als Getränk dazu servieren.

3. Advent

Schon lange stehe ich auf dem Dachboden. Meine Kufen sind vom Rost überzogen und in meinem Holz sieht man so manche Macke, die von einer unsanften Landung herführt.
Dabei erinnere ich mich noch daran als ich gekauft wurde. Ich war in dem Geschäft der letzte meiner Sorte. Die anderen Schlitten waren aus Plastik und es gab sie in rot, blau und grün zu kaufen.
Ein kleines Mädchen mit blauen Augen und goldbraunen Locken sah mich mit strahlenden Augen an. “Papa, ich möchten diesen wunderschönen Holzschlitten haben.” Ich fühlte mich sehr geschmeichelt . Und natürlich kaufte der Papa seinem Töchterchen den Holzschlitten.

Wir hatten sehr viel Spaß miteinander. Ich liebte es wenn sie auf mir saß und jauchzend, mit vor Aufregung roten Wangen, mit mir den Hügel hinabsauste. Ich brachte sie immer sicher an ihr Ziel.
Sie wurde älter und wir fuhren nur noch selten die Wiesen und Hügel hinunter. Meistens war es jetzt dunkel und mit ihren Freundinnen und Freunden fuhren wir gefährlich, vereiste Bahnen. Dabei banden sie uns Schlitten aneinander. So fuhren wir an einer Kette abwärts. Zwischen den Bäumen,mit iHöllentempo ging es die Eisbahnen hinunter. Mir war dabei immer ganz schön mulmig, aber ich brachte meinen Schützling immer sicher an sein Ziel.

Einige Zeit ist seit damals vergangen und sie hat geheiratet. Ich stehe jetzt auf dem Dachboden und habe schon lange keinen Schnee mehr gesehen, kein Kinderlachen mehr gehört. Wie ich das vermisse.
Besonders an so Tagen wie heute. Durch das Dachfenster sehe ich dicke Schneeflocken vom Himmel fallen. Ich seufze tief und ich höre mein Holz so vor sich hin knacken.
Plötzlich höre ich Stimmen: “Mein alter Schlitten steht noch oben auf dem Dachboden. Wir holen ihn herunter, dann können wir Schlitten fahren gehen.” Gesagt, getan. Ich stehe vor der Haustür und werde tüchtig abgerieben. Das tut gut. Ich merke wie immer mehr Leben in meine alten Holzfasern zurückkehrt. Schnell noch eine neue Schnur und es kann los gehen.

Schneeflocken fallen vom Himmel herab und es liegt genug Schnee um auf ihm sanft dahinzugleiten.
Sie hat immer noch die golbraunen Locken und die wunderschönen blauen Augen. Aber das kann doch nicht sein. Sie sieht immer noch aus wie das kleine Mädchen, dass mich vor Jahren kaufte.
“Mama, kommst du?” Es war also ihre Tochter.
Wie in alten Zeiten sausen wir die schneebedeckten Hügel hinab. Ich gebe mein Bestes. Schnell und sicher bringe ich sie an ihr Ziel. Immer und immer wieder. Ich höre das Jauchzen der Beiden und das glockenhelle Lachen, dass ich so lange vermisst habe.

Wir genießen diesen Tag, den 3. Advent und ich bin mir sicher, dass wir noch in Zukunft, viele solcher glücklichen Tage zusammen verbringen werden.

Sabine Stern

2. Advent

Ich lebe mit meinen Geschwister in einer Wolke. Mein Name ist Molly und ich bin ein kleiner Wassertropfen.
In unserer weichen und angenehmen Winterwolke wurde es in der letzten Tagen immer kühler. Das bedeutet, wenn wir jetzt mit einem Staubkorn in Berührung kommen, kristallisieren wir zu Eis und machen uns dann auf den Weg zur Erde.
Jeder Kristall von uns sieht anders aus. Unser Aussehen hängt von der Temperatur und dem Wassergehalt der Luft ab. Wenn wir uns dann einige hunder Meter vom Erboden befinden weht uns der Wind durcheinander. Durch die Strahlen, die sich an uns durch das Eis gebildet haben, verhaken wir uns ineinander und frieren aneinander fest. So kommen wir dann als Schneeflocke auf der Erde an.

Die meisten Geschwister von mir haben schon ein Staubkorn oder eine Bakterie gefunden. Nur mich wollte bis jetzt noch niemand haben.

Ich schauckelte gerade vor mich hin, als ich eine Stimme hörte: “Pssssst, hier bin ich.” Ich drehte sich nach rechts und links, aber ich konnte nichts sehen. “Hinter dir!” Ich drehte mich um und staunte nicht schlecht. Ein kleines, rötliches Staubkorn zwinkerte mir zu. ” Ich heiße Alex und bin ein Ziegelsteinstaubkorn und suche eine Partnerin auf dem abenteuerlichen Weg zur Erde.”

Ich bin hin und weg. Bei den Menschen nennt man das “Liebe auf den ersten Blick”, habe ich gehört.

Alex schwebte auf mich zu und ich kuschele mich eng an ihn. Ach, ist das schön. Zusammen fliegen wir eng umschlungen Richtung Erde.

Unterwegs treffen wir nach und nach meine Geschwister mit ihren Gefährten und verhaken uns dann mit ihnen. Wir sind eins. Wir kommen pünktlich zum 2. Advent auf die Erde und sind eine schöne Schneeflocke geworden.

Sabine Stern

Der Regenbogen

Es war einmal, da fingen alle Farben auf der Welt einen Streit an. Jede behauptete, die beste, die wichtigste, die nützlichste, die bevorzugte Farbe zu sein:

Grün sagte; “Ganz klar, dass ich die wichtigste Farbe bin. Ich bin das Symbol des Lebens und der Hoffnung. Ich wurde für das Gras, die Bäume, die Blätter ausgewählt – ohne mich würden alle Tiere sterben. Schaut euch die Landschaft an und ihr werdet sehen, dass ich am häufigsten vorkomme.”

Blau unterbrach: “Du denkst nur an die Erde, aber sieh einmal den Himmel und das Meer an. Das Wasser ist die Grundlage des Lebens und es wird von den Wolken aus dem blauen Meer aufgesogen. Der Himmel gibt Raum und Frieden und Heiterkeit. Ohne meinen Frieden wärt ich alle nur Wichtigtuer.”

Gelb kicherte: “Ihr seid alle so furchtbar ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb. Jedes mal, wenn man eine Sonnenblume betrachtet, beginnt die Welt zu lächeln. Ohne mich gäbe es keinen Spaß.”

Orange begann als nächste ihr Eigenlob zu singen: “Ich bin die Farbe der Gesundheit und Kraft. Ich mag wohl selten vorkommen, doch bin ich wertvoll, denn ich diene den Bedürfnissen des Menschenlebens. Ich bin Träger der meisten Vitamine. Denkt an Karotten und Kürbisse, Orangen und Mangos. Ich hänge nicht die ganze Zeit herum, aber wenn ich bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang den Himmel erfülle, dann ist meine Schönheit so auffällig, dass niemand einen weiteren Gedanken an eine von euch verschwendet.”

Rot konnte es nicht länger aushalten. Er schrie heraus: “Ich bin der Herrscher über euch alle, Blut, Lebensblut. Ich bin die Farbe der Gefahr und Tapferkeit. Ich bin bereit, für eine Sache zu kämpfen. Ich bringe Feuer ins Blut. Ohne mich wäre die Erde leer wie der Mond. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe; die rote Rose, der rote Mohn.”

Violett sprach viel ruhiger als alle anderen, jedoch nicht weniger entschlossen: “Denkt an mich. Ich bin die Farbe des Mystischen. Ihr bemerkt mich kaum, aber ohne mich werdet ihr alle belanglos. Ich stehe für Denken und Überlegen, Zwielicht und tiefes Wasser. Ihr braucht mich als Gleichgewicht und Gegensatz, für das Gebet und den inneren Frieden.”

Und so fuhren die Farben fort, sich zu rühmen, jede davon überzeugt, die beste zu sein. Ihr Streit wurde immer lauter. Plötzlich zuckte ein strahlend weißer Blitz auf; ein Donner rollte und dröhnte. Es begann unbarmherzig zu regnen. Die Farben kauerten ängstlich aneinander.

Da sprach der Regen: “Ihr närrischen Farben streitet untereinander, jede versucht, die anderen zu dominieren. Wisst ihr denn nicht, dass Gott euch alle für einen bestimmten Zweck gemacht hat, einzigartig und verschieden? Er liebt euch alle, er will euch alle. Reicht euch die Hände und kommt mit mir. Wir werden euch in einem großen, farbigen Bogen über den Himmel spannen, zur Erinnerung daran, dass er euch alle liebt, dass ihr in Frieden zusammenleben könnt; ein Versprechen, dass er bei euch ist – ein Zeichen der Hoffnung auf ein Morgen.”

Und wann immer Gott die Welt mit einem ausgibigen Regen gewaschen hat, setzt er den Regenbogen an den Himmel, und wenn wir ihn sehen, sollten wir daran denken:

Er will, dass wir alle einander schätzen.

Habe immer Verständnis für dich und für andere!

Herzlich Willkommen Shirley

Seit 4 Wochen bist du nun bei uns Zuhause kleine Shirley. Du bist ein Havaneser/Lahsa Apso Mischling und so lieb, Wir alle lieben dich. Vor allem deine Tessa.

Seit 11 Jahren lebt Tessa, unsere Yorkihündin, bei uns. Wir hätten nicht gedacht, daß sie dich so schnell annimmt. Aber mit deinem Charme und deinem lieben Wesen hast du sie für dich gewonnen.

Bei Lilli. unserer Biewer-Pflegehündin, dauert es etwas länger. Aber seit Neuestem spielt ihr schon sehr schön miteinander und der Rest, wie kuscheln, wird auch noch.

Herrchen und Frauchen bewegen sich auch viel mehr beim Gassi gehen. Das tut ihnen gut.

Alle sind glücklich mit dir. Danke, süßer Schatz.

 

 

        

Käsfüß'le

Heute Abend spielen wir mal wieder Binokel. Es ist ein altes süddeutsches Kartenspiel. Wir spielen es zu viert. Das Verliererpärchen zahlt in ein Käss'le. Wenn dann genug zusammen gekommen ist, gehen wir Vier nett Essen. 

Als kleinen Snack so nebenher backe ich Käsfüß'le.

Wenn man keine Käsefußausstechform hat, kann man natürlich auch andere Plätzchenausstechformen wie z. B. Kreise verwenden, oder man schneidet einfach mit dem Messer Quadrate oder andere Formen vom Mürbteig aus. Der Käsemürbteig ist zudem leicht zubereitet.

Zutaten:

220 g Mehl

1 gestrichener TL Salz

1 gestrichener TL Paprikapulver edelsüß

1 gestrichener TL Backpulver

110 g kalte Butter

80 g fein geriebener Hartkäse (Edamer, Gouda, Bergkäse…)

1 EL Sahne

1 Ei

1 Eigelb und ca. 1 – 2 EL Sahne zum Bestreichen
Zum Verzieren je nach Geschmack:
Kümmel, Sesam, Pizzagewürz, Rosmarin, Käse

Herbstgedanken

Morgens ist es zwar recht kühl, aber dann lässt die Sonne ihre wärmenden Sonnenstrahlen durch die Äste der Bäume spicken.  Die Autos sind mit mit einer weißen, durchsichtigen Schicht Reif eingehüllt, der sich beugend den Sonnenstrahlen überlässt.Bei jedem Hauch sieht man den Atem, der sich in die Luft wie eine Sprechblase einbringt. Farben von zartem Ockergelb, warmen Orange, kräftigem Rot und sattem Braun tragen  die Blätter als Kleid der Bäume. Kastanien und Nüsse liegen am Wegesrand und möchten beachtet werden. Das schon gefallenen Laub auf dem Weg raschelt geheimnisvoll unter dem Tritt des Fußes. Ein Lächeln zaubert sich auf mein Gesicht. Herbst, was bist du für eine wunderschöne Jahreszeit.

Sabine Stern

 

 

San Giulian - Ortasee

3 min read

 

Der Ortasee, früher Cusius, liegt landschaftlich reizvoll in einem südlich ausgerichteten ehemals stark bewaldeten Tal im nördlichen Piemont, einem der wirtschaftlich stärksten Regionen Italiens. Im Norden befindet sich mit dem Ort Omegna die größte Ansiedlung am See, weiter im Süden stellt Orta San Giulio das positive Zentrum des Tourismus und den aktuellen Namengeber des Sees. Der Ort beherbergt mit den Sacri Monti sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz in der Nähe befindet sich die einzige Insel des Sees, die Isola San Giulio, die mit einem bedeutsamen Kloster und einer einmaligen Lage viele Besucher anzieht und begeistert. Weiter nördlich folgen einige kleinere Ortschaften mit Hotels, Ferienwohnungen und teilweise schönen Campingplätzen, die größtenteils direkt am See liegen. Das Seeufer ist zum Teil befestigt, so dass der Zugang über Stufen erfolgt, v.a. im Süden wurden einige Kiesstrände auch mit Sand aufgefüllt. Insgesamt fällt auf, dass die Wasserqualität des Ortasee sehr hoch ist, das Wasser ist klarer und frischer als an jedem anderen oberitalienischen See. Auch die Farbe des Wassers erinnert bei günstigen Sonnenkonstellationen stellenweise ans Meer: azur, absolut klar, Sicht bis auf mehrere Meter hinunter. Der Lago d’Orta misst an seiner tiefsten Stelle 143 m, bei seinen geringen Ausmaßen eine beeindruckende Zahl.

Flughäfen gibt es in Mailand, Bergamo und Verona

Sacro Monte di Orta : Pilgerstätte für Zehntausende im Jahr. Über der Stadt stehen insgesamt 100 Kapellen und Kirchen zu Ehren des heiligen Franziskus.

Isola San Giulio: Außerordentlich schöne Insel mit bewegter Vergangenheit. Ehemaliger Bischofsitz von Novara. Ein geistliches Seminar arbeitet noch heute dort.

Der Legende nach wurde Ende des 4. Jahrhunderts das Christentum eingeführt. Die griechischen Brüder Julius (Giulio) und Julian aus Ägina kamen in die Gegend und zerstörten mit Einverständnis des Kaisers Theodosius alle heidnischen Tempel, um an ihrer Stelle Kirchen zu bauen. Als sie 99 Kirchen errichtet hatten, wollten sie die Hundertste bauen, in der sie auch begraben werden wollten. Julius ließ seinen Bruder in Gozzano zurück, einer Ortschaft am südlichen Ufer des Sees, und machte sich auf den Weg nach Norden. Sein Ziel war eine kleine unbewohnte Insel auf dem See, die von Schlangen und Drachen heimgesucht war. Er breitete seinen Mantel auf dem See aus und erreichte die Insel, vertrieb die Schlangen und Drachen und baute dort seine hundertste Kirche ungefähr an der gleichen Stelle, wo die Basilika von San Giulio heute ist. 392 wurde er dort begraben.

Wir haben uns in der Ferienwohnung Angolo sehr wohl gefühlt. Stefano ist ein sehr höflicher und zuvorkommender Gastgeber. Geheimtipp das Restaurante Ca' Mea.  Der See hatte angenehme Badetemperaturen.

     

             

     

 

 

Meine Oktober-Geschichte

3 min read

 

Ich bin ein kleiner Laternenkürbis und heiße Rudi. Wir Kürbisse sind die größten Früchte im Pflanzenbereich. Von meinen Freunden unterscheide ich mich in der Form, Farbe, Größe, Außenhaut und dem Fruchtfleisch. Wir wachsen rankend und auch kletternd über den Boden im Sommer.
Vor ein paar Tagen kam der Herbst mit großen Schritten und zauberte wunderschöne, warme Farben in die Natur. Er erzählte uns Kürbissen, dass es an der Zeit wäre erwachsen zu werden und dass wir geerntet werden könnten. Bloß was ernten ist, sagte er uns nicht.
In den Morgenstunden ist es nun auch schon recht frisch, aber über den Tag werden wir von wärmenden Sonnenstrahlen liebkost. Am Abend sind wir dann ganz müde vor lauter Wachsen. Erwachsen zu werden strengt nämlich ganz schön an. Auch uns Kürbisse.
Viele Menschen kamen heute schon sehr früh und haben uns gepflückt und in ein großes Ding aus Blech mit vier Rädern verladen. Ein riesengroßer Mensch meinte: “Die Ernte sei gut ausgefallen.” Das war also ernten. Was passiert mit uns als nächstes?
Ich spüre warme Finger auf meiner Haut und werde dann auch schon sanft in einen Korb gelegt. Kürbine, eine cremefarbene Butternut-Dame gesellt sich zu mir. Marie ein ganz feiner, orangener Hokkaido-Kürbis wird auch zu uns in den Korb gelegt. Vittorio, ein Festival und Rosetta, eine quirlige Zierkürbisdame, sowie der kleine Spaghetti Alfredo und dessen neue französische Freundin Chantal Riesenkürbis vervollständigen die Runde.
“Hallo, ich möchte auch noch mit,” sagt eine sonore Stimme aus nächster Nähe. Es ist Balduin, der Moschus-Kürbis.
“So ihr Hübschen, jetzt fahren wir nach Hause” hören wir eine angenehme, fröhliche Stimme sagen.
Vittorio, der Kürbis von Welt meint zu uns: “Wer so eine tolle Stimme hat, kann nicht’s Böses mit uns im Sinn haben”. Zustimmend wackeln alle.

“Aber, aber – irgendwie habe ich Angst”, meint Kürbine. Ich habe soviel Schreckliches gehört. Da hat man welchen von uns Kürbissen die Haut abgezogen und sie dann eingehobelt und auf offenem Feuer gegart. “Terrible, das ist ja furchtbar” jammert Chantal und zittert.
Auf einmal geht ein Ruckeln durch den Korb und er wird mit uns hochgehoben. Wir werden ziemlich durchgeschüttelt. Alle knirschen und quietschen vor Angst.
Plötzlich ist es ganz ruhig und still. Auch wir Kürbisse geben keine Mucks von uns. Ich spüre wieder die warmen Finger. Ich, Rudi, komme zuerst dran. Mutig strecke ich mich durch und erwarte mein Schicksal.

“Freunde, ich kann richtig sehen! Ich habe Augen und mit denen kann ich sehen. Ist das klasse. Die Welt um mich herum ist so schön und so bunt. Nicht’s Schreckliches passiert mit uns, im Gegenteil. Wir bekommen nur ein Gesicht gemalt und werden zur Schau in den Garten gestellt. Nur kitzeln tut es ganz doll und ich muss lachen."