Geschrieben von Sabine Stern in
Gedicht zum Monat
Sonntag, 30. November 2025

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht
Mir ist das Herz so froh erschrocken.
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.
von Theodor Storm
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedicht zum Monat
Sonntag, 30. November 2025

Ein besonderes Strahlen erhellt wieder die Welt,
die weihnachtliche Zeit mit der ersten Kerze Einzug hält,
möge sie Frieden schenken und Wärme in die Herzen lenken.
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken zum Monat
Samstag, 29. November 2025

Wieder einmal stehen die Weihnachtsfeiertage vor der Tür und es herrscht reges Treiben im Weihnachtsland.
Lisa und Nico helfen kräftig bei den Weihnachtsvorbereitungen mit. Beide
machen eine Ausbildung zum christlich geprüften Weihnachtshelfer.
Sie müssen in jeder Abteilung zwei Wochen absolvieren.
Lisa näht momentan vormittags in der Puppenabteilung Abendkleider für
die Barbies. Mittags hilft sie Geschenke hübsch zu verpacken und abends
bearbeitet sie die Wunschzettelliste im Computer. Ein harter und langer
Tag.
Nico kontrolliert die Spielekonsolen ob sie funktionieren und nachmittags ist er im Warenlager und räumt die Päckchen in das für sie vorgesehene Regale.Ab Morgen hilft er beim beladen der Schlitten mit den Geschenken für Heiligabend.
Beim Abendessen treffen sich die Zwei und Nico meint zu Lisa: „Langsam
wird mir Weihnachten zuviel. Nico hier, Nico da. Ich finde es wirklich
schön die Wünsche der Kinder zu erfüllen, aber langsam werden sie immer
ausgefallenener und verrückter und die Arbeit immer schwerer. Ich fühle
mich total überfordert und habe kaum mehr Hunger.“ „Mir geht es genauso,“ mein Lisa. Hier ein Schleifchen und dort ein Rüschchen, dann noch verpacken und abends die Datenpflege. Mir raucht der Kopf. Ich habe jeden Abend Kopfschmerzen und schlafe nur ein paar Stunden und liege dann wach im Bett.“
Rosa setzt sich zu den Zweien an den Tisch. Sie ist auch noch in der
Ausbildung und mit beiden gut befreundet. „Seid mir nicht böse, ich habe eurem Gespäch zugehört. Kennt ihr Calotta? fragt sie. Nein kommt aus
beider Munde. „Wer ist Calotta und was macht sie?“ fragt Nico.
„Calotta ist eine Freundin von mir. Sie kennt verschiedeneEntspannungsmethoden“, erklärt Rosa. „Äh, was?“ fragt Lisa. „Calotta hilft mit verschiedenen Techniken Stress zu bewältigen“ fügt Rosa hinzu. „Stress was soll das sein?“ fragt Lisa. „Genau darüber habt ihr
gerade gesprochen. Ein empfundener Spannungszustand, der den Körper in
Alarmbereitschaft versetzt. Das Gefühl der Überforderung, Essstörungen,
Kopfschmerzen, Schlafprobleme sind Folgen von Stress, aber darüber kann
euch Calotta mehr erzählen. „Aber was kann man denn dagegen tun, das
hört sich ja grausig an“, flüstert Lisa mit zarter Stimme. „Da weiß Calotta sicher Rat. Es gibt wie ich vorher gesagt habe verschiedene Methoden diesen Spannungszustand in den Griff zu bekommen. Ich bin zum Beispiel
Freitags in der Schutzengel-Yoga- Gruppe. Seit ich dort trainiere,
fühle ich mich viel besser und ruhiger. Aber jetzt muß ich los. Bei den
Renntieren gab es heute Nacht Nachwuchs. Ich will die Eltern und das
Kleine besuchen. Ciao.
„Komm Nico wir schauen mal bei Calotta vorbei, vielleicht hat sie Zeit für uns.“ „Ich weiß nicht,“ murmelt Nico. „Auf komm, du Faulpelz. Wir können uns ja mal anhören was sie uns rät. Schließlich ist bald Weihnachten und da möchten wir doch fröhlich mitfeiern“ meint Lisa mit
einem kleinen blitzen in den Augen.
Seit letzter Woche besuchen beide die Engelgruppe Autogenes Training und fühlen sich von Tag zu Tag besser.
Ein Dankeschön an Rosa und natürlich Calotta. Weihnachten kann kommen.
⭐⭐
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken zum Monat
Donnerstag, 27. November 2025

In der Weihnachtszeit gehe ich durch die Straßen, die sich in ein sanft leuchtendes Band aus Wärme verwandeln. Die Häuser strahlen in festlichen Farben, Lichterketten funkeln an Fenstern und Balkonen, und überall liegt ein Hauch von Vorfreude in der Luft.
Abends wirkt die Stadt wie ein stilles, hell erleuchtetes Dorf, das mich mit jedem Schritt ein wenig mehr zum Lächeln bringt.
Zwischen den Dekorationen steigt mir der Duft von Tannengrün und Gewürzen in die Nase, und für einen Moment fühlt sich die Welt ruhiger, freundlicher, näher zusammenrückend an.
Nur eines fehlt: Schnee.
Ich schaue in den klaren, dunklen Himmel, als würde er den passenden Moment suchen. Doch die Lichter um mich herum geben nicht auf; sie funkeln weiter, als könnten sie den Winter selbst herbeirufen. Und manchmal, ganz plötzlich, beginnt dann eine erste Flocke zu tanzen – als hätte der Abend all seinen Glanz gesammelt, um mir den fehlenden Zauber endlich zu schenken.
Geschrieben von Sabine Stern in
Maskenspielerei
Dienstag, 25. November 2025

Durch Alleen leicht beschwingt,
Wo zarter Duft der Rose ringt.
Die Sonne spielt, der Hut verdeckt
Ein Lächeln, das die Seele weckt.
Die Schritte sanft auf Kieselgrund,
Die Welt ist heut' ein stiller Fund.
Nur die Galanterie regiert,
Bis uns ein leiser Wind entführt.
Geschrieben von Sabine Stern in
Reise durch die Entspannung
Samstag, 22. November 2025
Tag 11: Reise zum Kloster Hatha
Ich mache mich am nächsten Morgen früh auf den Weg nach Hatha. Simon verabschiedet mich mit einem fröhlichen „Ciao Calotta".
Der Wald wird lichter und die Vegetation spärlicher. Die Bach-läufe werden zu trockenen Furchen zwischen dornigen Büschen. Das Wasser wird langsam knapp. Sehnsüchtig blicke ich zum Horizont. Wann wird endlich das Gebirge auftauchen, an dessen Fuße Hatha liegen soll? Ich finde eine Scheune, in der ich übernachten werde und lege mich auch gleich zur Ruhe.
Am nächsten Morgen weckt mich wunderschönes Vogelgezwitscher. Ich recke und strecke mich, breche ein Stück von Simons selbst gebackenem Brot ab und trinke ein paar Schluck Wasser. Ich blinzle und reibe meine Augen. In der Ferne sehe ich ein größeres Gemäuer.
Ob das das Kloster von Hatha ist? Und woher kommt der Begriff Yoga eigentlich?
Da Yoga ursprünglich aus Indien stammt, liegen die Wurzeln der Yoga-Philosophie im Hinduismus und Teilen des Buddhismus. Das Individuum wird hier als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane,
der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen Yoga.
Die ältesten Aufzeichnungen finden sich in den Upanishaden. Der wichtigste Quelltext des Yogas ist das Yoga-Sutra des Patanjali.
Mit schnellem Schritt schreite ich darauf zu. Mich empfängt ein erfahrener Yogi mit einem kühlen Becher Wasser. Ich erzähle ihm von den Plagen meiner Reise.
Der Yogi lächelt: „Nicht jedes Ziel lässt sich auf leichtem Weg erreichen. Der Yogaweg ist lang und beschwerlich."
„Yogaweg?"
„Man spricht von einem achtstufigen Yogaweg, wie es Patanjali überlieferte."
Die 1. Stufe wird Yama genannt und umfasst all-gemeine Verhaltensregeln im Umgang mit anderen Menschen.
Die 2. Stufe heißt Niyama und umfasst die Ideale, um die sich ein Yogi bemühen sollte.
In der 3. Stufe erlernt man die Asanas. Dies sind Körperübungen mit dem Ziel dienen, den Körper zu beruhigen und zu stärken. Sie bilden den Schwerpunkt im Hatha Yoga.
Die 4. Stufe ist die Kontrolle des Atems, auch Pranayama genannt.
Auf der 5. Stufe geht es Pratyahara um das Zurück-ziehen der Sinne.
Die 6. Stufe heißt Dharana, dabei geht es um die Konzentration.
Auf der 7. Stufe lernt man im Dhyana die Meditation.
Die 8. Stufe ist die höchste Stufe und heißt Samadhi. Es sind keine Eindrücke von Handlungen und Wünschen im Geist vorhanden. Die Trennung von Körper und Geist heben sich auf. Dieser transzendentale Zustand der Meditation wird selten erreicht.
Yoga kann vordergründig zur Entspannung und der Stärkung eingesetzt werden.
„Gibt es mehrere Formen von Yoga?"
„Natürlich, aber im Westen ist Hatha Yoga das bekannteste. Überliefert sind Körperübungen und Atemübungen, die im Vordergrund stehen. Auf dem Yogaweg sind sie unter Stufe 3 und 4 zu finden."
„Wird Hatha nach diesem Ort, an dem wir uns jetzt befinden, benannt?"
„Nein, natürlich nicht. Hatha bedeutet die Vereinigung zweier gegensätzlicher Energien. Ha bedeutet Sonnenatem und Tha bedeutet Mondatem."
„Jetzt ruhe dich heute noch ein bisschen aus. Schaue dir unseren Ort an. Morgen werde ich dir ein paar Übungen zeigen. Vor Beginn der Übungen solltest du bei deinem Arzt abklären, ob du gesund bist und diese Übungen durchführen kannst."
„Ich bin kerngesund. Mein Vater ist Arzt und untersucht mich regelmäßig."
Ich schlafe am Abend früh ein und freue mich auf den morgigen Tag und die Asanas.
🤔🤔🤔
Mein Tagebucheintrag:
Heute habe ich viel über die Geschichte des Yogas gelernt und dass es einen achtstufigen Yogaweg gibt.In unserer Kammer schlafen wir zu dritt. Diese Zahl entspricht auch meiner heutigen Stufe des Yogawegs.
Geschrieben von Sabine Stern in
Donnerstag, 20. November 2025

Es war einmal eine kleine Farbe namens Türkis.
Sie wohnte dort, wo das Meer den Himmel berührt.
Jeden Morgen sprang Türkis fröhlich in die Wellen und ließ die Sonne auf ihrer Oberfläche glitzern.
„Schaut, wie ich funkle!“, lachte sie und drehte sich im Wasser.
Doch wenn der Abend kam, blickte sie nach oben und seufzte:
„Ach, der Himmel ist so schön! Ich wäre gern dort oben und würde mit den Wolken tanzen.“
Da flüsterte eine kleine Muschel:
„Warum willst du dich entscheiden? Du kannst doch beides sein – ein Stück Meer und ein Stück Himmel!“
Türkis dachte kurz nach – und begann zu leuchten.
Mal sah sie mehr blau aus, mal mehr grün, manchmal ganz hell und manchmal tief wie die Tiefe des Ozeans.
Seit diesem Tag sagen alle Farben:
„Türkis ist die Farbe, die Himmel und Meer verbindet.“
Und wenn du das nächste Mal am Strand bist und das Meer den Himmel küsst –
dann schau genau hin.
Vielleicht siehst du Türkis, wie es fröhlich zwischen ihnen tanzt.
Geschrieben von Sabine Stern in
Farbe des Monats
Montag, 17. November 2025

Türkis
Die Farbe Türkis ist eine faszinierende Mischfarbe, die zwischen Blau und Grün liegt. Sie hat ihren Namen vom Halbedelstein Türkis, der schon seit Jahrtausenden für Schmuck, Kunsthandwerk und religiöse Zwecke verwendet wird. Hier sind die wichtigsten Aspekte zu dieser Farbe:
Farbtöne & Eigenschaften
Farbmischung: Türkis entsteht aus Blau + Grün, oft mit einem kleinen Anteil Weiß, um die Helligkeit zu erhöhen.
Es gibt viele Varianten, z. B. Helltürkis, Dunkeltürkis, Aquamarin, Cyan oder Minttürkis.
Türkis kann kühl oder warm wirken – je nachdem, ob der Blau- oder Grünanteil überwiegt.
Symbolik & Wirkung
Türkis wird oft mit Natur und Wasser assoziiert, was viele positive Bedeutungen hervorruft:
Bereich Bedeutung / Wirkung
Psychologisch erfrischend, beruhigend, ausgleichend, klärend
Emotional steht für Klarheit, Kommunikation, Selbstbewusstsein
Spirituell gilt als Schutzfarbe, Symbol für Heilung und Reinheit
Kulturell in vielen Kulturen ein Schutzstein gegen negative Energien (z. B. im Orient oder bei den indigenen Völkern Amerikas)
In der Farbpsychologie
Türkis fördert:
Kommunikation (verbindet Herz und Verstand),
Kreativität und
emotionale Balance.
Zu viel Türkis kann aber auch Distanz oder Kühle ausstrahlen.
Kulturelle und historische Bedeutung
Der Türkisstein war im alten Ägypten heilig (z. B. bei Schmuck der Pharaonen).
In der indianischen Kultur Nordamerikas gilt Türkis als Schutzstein und Glücksbringer.
In der modernen Symbolik steht Türkis oft für Technologie, Fortschritt und Sauberkeit (z. B. in UI-Designs oder Markenlogos wie Skype oder Tiffany & Co.).
In Mode & Design
Wirkt frisch, jung und modern.
Lässt sich gut mit Weiß, Grau, Gold, Braun oder Marineblau kombinieren.
In Innenräumen sorgt Türkis für Ruhe und Leichtigkeit, besonders in Badezimmern oder kreativen Arbeitsräumen.
Geschrieben von Sabine Stern in
Geschichten zum Monat
Freitag, 14. November 2025

Ich stehe am Fenster und stelle fest:“ Heute regnet es nur einmal.“ Grau in Grau. Wer braucht diesen hartnäckigen Regen? Ich bestimmt nicht.Für einen Moment schließe ich die Augen und komme ins träumen. Ein Vogel sollte ich sein, dann könnte ich hinfliegen wohin ich wöllte, denke ich so vor mich hin.Stimmenwirrwarr. Es sind verschiedene Sprachen, Weiblein und Männlein, die ich da höre. Noch fühle ich mich wie im Nebel, aber langsam wird alles deutlicher.Das Vaporetto auf dem ich mich befinde, ist brechend voll. Zum Glück ergattere ich an der nächsten Haltestelle einen Sitzplatz im Freien. Ich bin in Venedig.Sonnenstrahlen spüre ich wie eine Liebkosung auf der Wange. Der Geschmack von Salz macht sich in meinem Mund breit und der Wind streichelt mein Haar.Mit der Linie 2 fahre ich nach San Marco. Die Nr. 2 fährt schneller und mit weniger Stopps durch den Canal Grande und legt an den Haltestellen Tronchetto, Piazzale Roma, Giudecca, Zattere, S. Giorgio, S. Marco und Lido an. Die Insel Guidecca sehe ich auf der rechten Seite und auf der linken Seite die Haltestelle Zattere. Da möchte ich aussteigen.Auf dieser Seite von Venedig trifft man weniger Touristen. Hier ist es wunderschön.Ich höre das schlagen der Wellen gegen die Holzpfähle und das kreischen der Möwen. Irgendwo trällert ein Tenor „Nessun dorma“ aus dem Radio.Ich brauche nur ein paar Minuten zu der Kirche Angelo Raffaele.Eine kleine Bar mit ein paar Tischen im Freien ladet zum Verweilen ein. An der Theke bestelle ich mir einen Cappuccino, einen Gingerino vino und ein Tramezzino mit Thunfisch und Ei. Zwei ältere Herr prosten mir mit einem Ombra zu. Ich schenke ihnen mein bezaubendstes Lächeln. Schwupp die wupp steht auch ein Gläschen Roter vor mir. “Salute!”Draussen sitzt niemand an den kleinen Tischen und ich habe freie Auswahl. Ich genieße die Sonne und schaue zwei Frauen zu, die sich eifrig unterhalten. Kinder spielen an einem Brunnen mit dem Wasser und ein kleiner Hund jagt eine Taube.Hier lässt es sich aushalten.Irische Volksmusik von „Flogging Molly“ holt mich wieder unsanft zurück. Mein Handy klingelt.Es regnet immer noch hier, aber diese kleine Pause tat richtig gut
⭐⭐
Geschrieben von Sabine Stern in
Maskenspielerei
Dienstag, 11. November 2025

Schon seit dem Mittelalter war der Venezianische Karneval unglaublich prunkvoll und berühmt wegen der Schönheit seiner Maskeraden.
Wegen der einzigartigen Natur der Stadt auf dem Wasser, wurden Umzüge von Gondeln und venezianischen Prunkgondeln durchgeführt. Jeder Winkel und jeder Platz ist das Bild einer Theaterbühne. Fröhliche Gesellschaften improvisierten Dialoge und spielten Commedia dellárte . Untermalt von Gitarrenakkorden und Mandolinenklängen.
Jeder konnte sich einen Platz suchen an dem er sein Stück frei vortragen konnte.Während des Karnevals war die Piazza und die darumliegenden Zonen ein einziges Durcheinander von Spielen und Veranstaltungen. Aus allen Orten kamen Komikergruppen, Akrobaten, Seiltänzer, Händler, Marktschreier, Astrologen, Zahnzieher und Musikanten in Venedig an. An den Vergnügungen und an den gemeinsamen Lustigkeiten nahmen alle teil, gleich erscheinend durch die Maske.
Damals dauerten die närrischen Tage fast ein halbes Jahr und wurden sogar über die Staatsgeschäfte gestellt. Die Stadt verhängte Erlass über Erlass, um die Maskerade und deren Missbrauch zu verbieten, doch es war vergebens. Da sich unter den Masken sehr wichtige Persönlichkeiten verbergen konnten, war die Maske in Venedig unantastbar und durch eigens dafür bestimmte Gesetze geschützt. In voller Blüte stand der Karneval zu Lebzeiten Casanovas im 18. Jahrhundert.
Erst als Napoleon 1797 die Stadt einnahm, verbot er den Karneval kurzerhand. Die Herrschaft Napoleons war nicht nur Untergang der Republik, sondern auch der beginnende Dornröschenschlaf des Karnevals.
Die Erweckung des Karnevals aus seinem fast 200-jährigen Schlaf führte 1979 auch zum Wiederaufblühen eines fast vergessenen Gewerbes – dem der Maskenherstellung.
Der Karneval in Venedig ist etwas Besonderes. Die Masken, die durch ihre Schönheit und ihre ausgefallenen Kostüme wirken, bewegen sich mit Eleganz und Leichtigkeit. Man fühlt sich wie im Traum oder ist es Illusion? Venedig ist einfach außergewöhnlich.
Geschrieben von Sabine Stern in
Frühstück des Monats
Samstag, 8. November 2025
Kolumbianisches Frühstück

Hauptbestandteile
Arepas – kleine Maisfladen, gegrillt oder gebraten; oft mit Butter, Käse oder Ei serviert.
Pan (Brot) – süßes oder einfaches Weißbrot, manchmal mit Marmelade oder Käse.
Huevos pericos – Rührei mit Tomaten und Frühlingszwiebeln, ein Klassiker.
Queso fresco – frischer, leicht salziger Käse, oft als Beilage.
Chocolat caliente – heiße Schokolade, traditionell mit Käse (ja, der Käse wird hineingetunkt!).
Café tinto – schwarzer kolumbianischer Kaffee, stark und aromatisch.
Regionale Spezialitäten
Bandeja paisa (Antioquia) – obwohl eher ein Mittagsgericht, kann es als großes Frühstück gegessen werden (mit Bohnen, Reis, Ei, Chicharrón, Avocado usw.).
Changua (Bogotá / Andenregion) – Milch-Suppe mit Ei, Frühlingszwiebeln und Brot – ein warmes, herzhaftes Frühstück.
Calentado paisa – „wiederaufgewärmtes“ Essen vom Vortag (Reis, Bohnen, Fleisch, Ei).
Tamales – Maisteig mit Fleisch, Gemüse und Gewürzen, in Bananenblättern gedämpft.
Empanadas – frittierte Teigtaschen mit Fleisch, Kartoffeln oder Käse
Plátano maduro – gebratene süße Kochbanane.
Aguacate (Avocado) – passt fast immer dazu.
Jugos naturales – frische Fruchtsäfte (z. B. Maracuya, Lulo, Mango oder Guayaba).
Geschrieben von Sabine Stern in
Maskenspielerei
Dienstag, 4. November 2025

Wer auf einem Ball die Masken beobachtet hat, wie sie verliebt miteinander tanzen, einander an den Händen halten und sich im nächsten Augenblick ohne das geringste Bedauern auf Nimmerwiedersehen trennen, der kann sich eine Vorstellung vom Wesen der Welt machen.
Antoine de Rivarol
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedicht zum Monat
Freitag, 31. Oktober 2025

Solchen Monat muß man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie naß er alles macht!
Ja, es ist ′ne wahre Pracht.
Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinander wirbelt
und sie hetzt ohn′ Unterlaß:
Ja, das ist Novemberspaß!
Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
ihren feuchten Himmelstau
ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt′s an jedem Zweig,
einer dicken Träne gleich.
Oh, wie ist der Mann zu loben,
der solch unvernüft′ges Toben
schon im voraus hat bedacht
und die Häuser hohl gemacht;
sodaß wir im Trocknen hausen
und mit stillvergnügtem Grausen
und in wohlgeborgner Ruh
solchem Greuel schauen zu.
Heinrich Seidel
Geschrieben von Sabine Stern in
Reise durch die Entspannung
Montag, 27. Oktober 2025
Tag 10: Badetag
Am nächsten Morgen scheint die Sonne und ein kleines laues Lüftchen weht. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedet sich Anna von uns.
„Was möchtest du denn heute gerne machen? Ich möchte nachher zum Fluss und unser Abendessen angeln. Möchtest du mitkommen?" fragt mich Simon.
„Ich schließe mich gerne an, da kann ich mir die erworbenen Erkenntnisse nochmal durch den Kopf gehen lassen und anfangen diese zu verarbeiten. Vielleicht kann ich dort auch schwimmen?"
„Klar, in der Nähe ist auch eine Badebucht. Ich packe kurz noch alles zusammen was wir brauchen."
Ich genieße die Sonnenstrahlen, schwimme und plantsche im erfrischenden Nass. Simon hat einen großen Fisch für das Abendessen geangelt. Gemeinsam machen wir uns auf den Heimweg.
Aber wer ist das? Vor dem Haus auf der Bank sitzt ein Mann mit roten Haaren.
„Hallo Alexander", begrüßt ihn Simon.
Alexander ist Qigong-Lehrer und auf der Durchreise.
Qigongn ist eine weitere Entspannungstechnik, die auf langsamen Körperbewegungen und Vorstellungen beruht."
„Das klingt ja sehr interessant", meine ich zu ihm.
Besuch mich doch einfach. Unsere Schule liegt nicht weit weg von Hatha, dem Kloster, in dem man Yoga kennen lernen kann sagt Alexander. „Hatha Yoga ist die im Westen am meisten verbreitetste Yogaform. Yoga dient dem Ziel der spirituellen Selbstverwirklichung, ohne sich dabei auf ein bestimmtes Got tesbild oder Eschachtologie festlegen zu lassen."
„Das klingt ja interessant. Ich möchte nämlich nach Hatha
Der Fisch schmeckt lecker und ich höre Simon und Alexander
interessiert bei ihren Fachsimpeleien zu. Ich kann kaum noch meine Augen offen halten. Der Tag war ganz schön aufregend gewesen und hat mir viele neue Eindrücke beschert.
Morgen werde ich mich ohne Simon auf den Weg nach Hatha machen um mehr über Yoga zu erfahren. Er kann leider doch nicht mitkommen. Danach besuche ich Alexander, um auch noch Qigong kennen zu lernen.
😊😊😊
In mein Tagebuch schreibe ich heute:
Wir hatten heute viel Spaß und ich merke, wie ich dies genieße.
Geschrieben von Sabine Stern in
Gedanken zum Monat
Freitag, 24. Oktober 2025
Viele Menschen verbinden Tattoos mit Jugend, Rebellion oder dem Wunsch, sich von der Masse abzuheben. Bei mir war es anders: Ich habe mein allererstes Tattoo mit 65 Jahren stechen lassen – und es war eine der schönsten Entscheidungen meines Lebens.
Ein verspäteter Traum
Schon als junge Frau hätte ich mir gerne ein Tattoo gewünscht. Doch in meiner Generation war das schlicht undenkbar. Tätowierungen galten als verpönt, besonders im Berufsleben. In meiner Karriere im Sales hatte ich viel Kontakt mit gehobener Kundschaft – ein Tattoo wäre damals ein „No-Go“ gewesen. Also blieb mein Wunsch jahrzehntelang nur ein Traum.
Der Anfang einer Reise
Mit 65 war es endlich so weit: Ein kleines Tattoo am Fußknöchel. Dezent, aber für mich voller Bedeutung – und vor allem ein Zeichen, dass ich mir selbst diesen Wunsch erfüllen durfte. Das Glücksgefühl war überwältigend.
Es blieb natürlich nicht bei diesem einen Motiv. Bald folgte ein eleganter Armreif am rechten Arm, über dem ich mir die Inkasonne – die „Quelle des Lebens“ – stechen ließ. Ergänzt wurde sie durch ein passendes Armband. Ein Schmuckstück für die Ewigkeit.
Symbolik unter der Haut
Kurz nach meinem Geburtstag war der linke Arm an der Reihe. Ein Lotus, Symbol für Spiritualität und Frieden, ziert seitdem meinen Unterarm, eingefasst in eine feine Kette. Wenige Monate später kam ein großer Lotus auf dem Oberarm dazu – Sinnbild für Ruhe und Harmonie.
Jedes Tattoo trägt seine eigene Botschaft, und doch fügen sie sich zu einer Einheit zusammen. Sie erzählen meine Geschichte, meine Werte und das, was mir im Leben wichtig ist.
Nie zu spät
Heute freue ich mich jeden Tag über meine Tattoos. Sie machen mich stolz, geben mir Kraft und sind Ausdruck meiner Persönlichkeit. Und das Beste daran: Mein Körper bietet noch jede Menge Platz für weitere Kunstwerke.
Denn es ist nie zu spät, einen Traum zu verwirklichen – manchmal wird er im Alter sogar noch schöner.
⭐⭐

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